Zeit ist Geld & Geld ist Zeit – Was aber ist wichtig?

Zeit ist Geld und Geld ist Zeit
Zeit ist Geld und Geld ist Zeit

Der Finanzfisch hat zur Blogparade aufgerufen. Hier möchte ich durch meinen Beitrag teilnehmen. Weitere Artikel findest du auf der Seite Blogparade: Zeit ist Geld. Beginnen möchte ich mit einem Zitat:

„Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.“ (Napoleon)

In der heutigen, immer schnelllebigeren Zeit, dominiert durch Social-Media-Dauerkonsum per Smartphone, Tablet oder Laptop nehmen wir Zeit  nicht mehr so bewusst wahr wie früher. Bereits morgens auf dem Weg zur Arbeit wird sich über die Anschaffung des nächsten „Schnäppchens“ informiert und Preise auf diversen Plattformen verglichen. Alles muss schnell gehen, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Oder nicht?

Zeit ist Geld

Es gibt Situationen, in denen die Zeit sehr entscheidend ist in Bezug auf die Entwicklung deines Geldvermögens. Ein Beispiel ist der von Albert Einstein als Weltwunder beschriebene Zinseszinseffekt. Hier macht es einen großen Unterschied, wie lange du dir diesen zu Nutze machst. Je früher du startest, desto besser. Ob du mit 20 Jahren beginnst, 100€ im Monat zurückzulegen und zu investieren, oder mit 30 Jahren. Es macht im Alter von 65 Jahren einen erheblichen Unterschied. Um genau zu sein, einen Unterschied von 177.015€ (341.699€ – 164.684€) obwohl du real nur 12.000 € mehr eingezahlt habst (10 Jahre x 100€/Monat x 12 Monate/Jahr).

Zinseszins
Unterschied Vermögensentwicklung nach Jahren des Sparens

Überlegst du dir im Alter von 20 Jahren, 100€ aus den ersten Einkünften (Ausbildung, Beruf oder Nebenjob im Studium) monatlich zu investieren oder wartest du noch 10 Jahre: Der Unterschied im hohen Alter ist gravierend. In diesem Fall ist Zeit bares Geld – 10 Jahre früher oder später machen im Beispiel konkret 177.015€ aus.

Ist dein Einkommen vollständig abhängig von deiner Zeit, ist auch hier Zeit gleich Geld. Wenn du mehr arbeitest, bekommst du mehr Geld und andersrum.

Auch ist es entscheidend, wie du die Zeit verwendest, in welcher du Geld verdienen möchtest. Gibst du dich mit deiner Arbeit und dem Stundenlohn zufrieden oder wendest du Zeit auf, den Stundenlohn zu verbessern bzw. zusätzliches Einkommen zu generieren. Dies könntest du durch Weiterbildung, den Aufbau eines Nebeneinkommens (das nach zeitlichem Aufwand zu Beginn im Idealfall mit sehr wenig deiner aktiven Zeit auskommt) erreichen. Damit erhöhst du deinen Stundenlohn und erwirtschaftest in Zukunft pro Zeiteinheit mehr Geld. Du erhöhst deine Effizienz in Bezug auf die Zielgröße Geld: Mehr Geld durch weniger Zeiteinsatz.

Hat der Zusammenhang „Zeit ist Geld“ zur Folge, dass du durch einen gestiegenen Lebensstandard mehr selbstbestimmte Zeit opfern „musst“, ist das negativ. Du tauschst Zeit gegen Geld, „weil du musst“ (um deine gestiegenen laufenden Kosten zu bezahlen).

Geld ist Zeit

Doch was passiert, wenn wir den Zusammenhang umkehren und behaupten „Geld ist Zeit“. Dies impliziert, dass Geld ein Mittel zum Zweck ist und mehr Geld mehr Zeit bedeutet. Die Wissenschaft ist derzeit noch nicht soweit fortgeschritten, dass du dir durch Geld tatsächliche Lebenszeit einkaufen kannst. Ein gesundes Leben kann noch nicht um eine beliebige Anzahl an Jahren verlängert werden. Was Geld jedoch jetzt schon ermöglicht, ist die Tatsache, durch mehr Geld mehr Zeit selbstbestimmt zu verwenden. Wir definieren daher Zeit als die Zeit, über die wir selbstbestimmt verfügen können. Geld ist Zeit meint also, mit mehr Geld kannst du über mehr Zeit selbstbestimmt verfügen.

Die von Napoleon angesprochenen „Diebe der Zeit“ sind all jene Aktivitäten, auf die du deine kostbare Zeit im Grunde nicht verwenden willst. Sei es weil du es für langweilig, sinnlos oder unangenehm empfindest. Liegt die Ursache dafür, dass du den Aktivitäten trotzdem nachgehst, allein im Geldverdienen begründet, bedeutet „Geld ist Zeit“: Du kannst dir mit Geld erkaufen, dass du deine Zeit selbstbestimmt darauf verwenden kannst, wofür du es im Moment am Sinnvollsten hälst. Ungeachtet vom Zwang, Geld verdienen zu müssen.

Hast du beispielsweise Geld angespart, das die Höhe von sieben Jahresausgaben (deine jährlichen Kosten für deinen Lebensstandard wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung, Freizeit etc.) umfasst, bedeutet „Geld ist Zeit“: Du könntest, rein aus finanzieller Sicht, sieben Jahre deiner Zeit genau darauf verwenden wofür du sie am besten eingesetzt findest. Sei es für Zeit mit der Familie, dem Ausprobieren einer neuen Leidenschaft oder dem Erlernen neuer Fähigkeiten. Die meisten Träume bleiben unerfüllt, weil man meint, „Zeit ist Geld“ und man ja nicht einfach seinen Job pausieren oder gar kündigen kann.

Ein anderes Beispiel für „Geld ist Zeit“ wäre die Entscheidung, anstatt Lebenszeit für das Putzen der Wohnung aufzuwenden stattdessen für das Fußballtraining unter der Woche einzusetzen. Geld ermöglicht es, dass eine Reinigungskraft dir diese Arbeit abnimmt. Die Zeit wird dir nicht länger „gestohlen“ und du hast diese zwei Stunden pro Woche um deinem Hobby nachzugehen.

Andererseits solltest du dir auch im Klaren darüber sein, dass Konsumausgaben eigentlich keine Ausgabe von Geld, sondern von Zeit bedeuten. Einen neuen Flachbild-TV für 1.500 € zu kaufen bedeutet eigentlich: Dir ist es Wert, für die Anschaffung des Gerätes einen Teil deiner (selbstbestimmten) Lebenszeit einzutauschen.

Ein Beispiel: Durch deinen Angestelltenjob hast du monatlich 1.840 € netto (Bundesdurchschnitt lt. Statista) zur Verfügung. Du arbeitest 40 Stunden in der Woche. Zur Arbeit fährst du morgens und abends jeweils 45 Minuten. Die Mittagspause von einer Stunde verbringst du ebenfalls in der Arbeit. Du verwendest am Tag 10,5 Stunden (8h Arbeitszeit + 1h Pause + 1,5 h Anfahrt = 10,5h) deiner Lebenszeit für die Erwirtschaftung deines Gehaltes. In der Woche sind dies 52,5 Stunden, im Monat 210 Stunden. Der Nettostundenlohn beträgt in diesem Fall 8,76€/h (1.840€ / 210h). Um 1.500€ für den TV zu verdienen, willigst du ein, 171 Stunden (1.500€ / 8,76€/Stunde) oder 3 Arbeitswochen deiner Zeit dafür einzusetzen. Da dies bedeuten würde, dass der gesamte Verdienst für die Ansparung des TVs verwendet würde, ohne Miete & Essen zu bezahlen, werden die 3 Arbeitswochen real über viele Monate aufgeteilt werden. Dies ist der zweite Aspekt der Aussage „Geld ist Zeit“, den du immer im Hinterkopf behalten solltest.

Fazit

Die Behauptung „Zeit ist Geld“ ist offensichtlich wahr, insbesondere wenn es um den frühzeitigen Vermögensaufbau geht. Die Umkehrung „Geld ist Zeit“ ist ebenfalls richtig. Geld kann Mittel zum Zweck sein, um mehr selbstbestimmte Zeit zur Verfügung zu haben. Insgesamt wird deutlich, dass Zeit ein begrenztes Gut ist, das im Gegensatz zu Geld nicht vermehrt werden kann. Es ist daher wichtig, sich jeden Tag klar zu sein, was die Ziele im Leben sind und für was man seine Zeit einsetzen möchte. Hiermit solltest du heute anfangen. Nur wer sein Leben aktiv in die Hand nimmt um den von Napoleon angesprochenen „Dieben der Zeit“ nicht mehr ausgeliefert zu sein, kann seine Zeit selbstbestimmt einsetzen auf die Dinge, die für dich persönlich wichtig sind.

Wie ist deine Meinung zum Thema? Welche „Diebe der Zeit“ gibt es für dich und wie schaffst du es, mehr selbstbestimmte Zeit zur Verfügung zu haben? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!Passives Einkommen

5 Gedanken zu „Zeit ist Geld & Geld ist Zeit – Was aber ist wichtig?“

  1. Hey Flo,

    super; dass du an der BlogParade teilnimmst. Schöne Punkte die du da ansprichst. Dein Beispiel mit dem Fernseher finde ich sehr gut, wobei man in diesem Fall noch die Stunden vor dem Fernseher mit einbeziehen könnte. Ein Teil dieser Zeit ist sicherlich bei vielen reine Verschwendung. Obwohl ab und an es schon auch mal gut tut einfach nichts zu tun.

    Jeden sollte einfach bewusst sein, dass aktuell einfach die Formel steht: Zeit ist endlich und Geld unendlich.

    Time is King,
    Christian

    1. Hi Christian,

      danke dir!
      Der TV kann sicher zum „Dieb der Zeit“ werden, wenn man davor Zeit totschlägt mit wahllosem Youtube-Clip schauen oder rumzappen. Das mache ich zwar auch noch öfters, aber wirklich entspannen tut das nicht, fühlt sich danach eher wie Zeitdiebstahl an. Wenn man bewusst einen guten Film/Serie oder Doku schaut ist das was ganz anderes, da gebe ich dir Recht. Entspannung muss immer mit eingeplant werden!

      Grüße Geldschnurrbart

  2. Hey Flo,
    danke für Deinen super Beitrag zu meiner Blogparade!

    Für mich ist der größte Zeitdieb definitiv auch der Fernseher (bzw. Netflix und Co.). Daher definiere ich ein Zeitbudget, d.h. wieviel Zeit/Woche ich für das Schauen von Serien ausgeben möchte und halte mich daran. Ähnlich wie es mit einem Geld-Budget für Urlaube oder ähnliches funktioniert. 🙂

    Beste Grüße
    Tobias

  3. Hallo Herr Geldschnurrbart,

    kürzlich waren wir in der entfernten Bekanntschaft zu einer Kücheneinweihungsparty eingeladen, an der wir murrend (aus Liebe zu unseren Partnerinnen) teilnahmen. Bis dato wussten wir gar nicht, dass hier ein Anlass zum „Feiern“ vorliegen kann.

    Als wir das ebenfalls recht neue und überdimensionierte Haus betraten, wurden wir von einer Küche erschlagen, die mit weiß-glänzenden Ausziehfächern bis fast unter die Decke und 8 verschieden dimensionierten Ceranfeldplatten aufwarten konnte. Daneben standen zwei stolze Schwiegereltern vom Hausherren.

    Wir mussten nicht einmal fragen, welcher Geldbetrag für diese „Investition“ über den Tresen gehen musste: „40.000 Euro, davon die Hälfte als Geschenk der Schwiegereltern, die andere Hälfte als `Geschenk´ von `Herrn Müller´ aus der Kreditabteilung ihrer Bank“, wurde uns mit gockelhafter Brust freiwillig erzählt.

    Nun haben wir hier viele Zeitdiebe. Erstens das junge Paar, welches diesen Betrag dankend und unkritisch von den Schwiegereltern angenommen hat (diese hätten die Ressource Geld auch für sich selbst und ihre Zeit nutzen können), Herrn Müller, für den das Paar nun mehrere Jahre mitarbeiten muss und im Vorfeld die wochenlangen Küchenberatungs- und Kreditvergabegespräche.

    Als wir erwähnten, dass uns diese Küche etwas teuer vorkommt und an eine Leichenhalle in der Pathologie erinnert, war die Stimmung auf gut Deutsch im Arsch. Verstehen wir bis heute nicht, Sie?

    Nun haben wir ja eine eigene Aktienseite und auch an unserer ersten Blogparade vom Finanzfisch teilgenommen (https://www.tedandtoro.de/zeit-ist-geld/) und sind dementsprechend etwas betriebsblind geworden, was das Gefühl von fremdfinanziertem Glück in unserem Umfeld betrifft. Wir verstehen es einfach nicht. Punkt. Finden Sie, dass das anmaßend ist?

    Die Schwiegereltern wirkten glücklich, weil die Kinder glücklich waren. Wir persönlich würden unsere Nachkommen (selbstverständlich nur verbal) Ohrfeigen, wenn sie jeeeemals 20.000 Euro für solch einen Quatsch von uns (im Alter) annehmen würden. Irgendwann testen wir das! 😉 Hier bekommt die Aussage der „Zeitdiebe“ natürlich ganz neue Dimensionen (neben dem Fernsehgucken etc.).

    Bitte helfen Sie uns Herr Geldschnurrbart und liebe Grüße

    Bulle & Bär (Ted & Toro)

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