Passives Einkommen – Wie Angestellte motivierter und Unternehmen effizienter werden

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Passives Einkommen – Motiviertere Menschen und effizientere Unternehmen (Bildnachweis: pathdoc – Fotolia)

Passives Einkommen ist mittlerweile ein Modewort geworden, das Einnahmen beschreibt, die nach anfänglichem Zeitaufwand langfristig ohne oder nur mit geringem Arbeitseinsatz (Zeit) generiert werden. Schlagworte wie Dividendenaktien, P2P Kredite, Nischenwebsites werden meist als passende Umsetzungsmöglichkeiten genannt. Wie sich passives Einkommen von aktivem unterscheidet, erläutert Manuela in ihrem Beitrag sehr gut (Finanzlady.at).

Doch welches Streben und welche Idee verbirgt sich hinter dem Begriff des passiven Einkommens wirklich? Die Grundidee dahinter ist weitaus mehr als eine „Technik“, die im digitalen Zeitalter etwas Geld bringt. Vielmehr ist es ein kontinuierliches Streben nach einem selbstbestimmten Leben in dem man voller Tatendrang die Dinge macht, die man für sinnvoll erachtet ohne getrieben zu sein vom Hamsterrad, das die Mehrzahl der Angestellten vor sich herschiebt.

In einer seit dem Jahr 2001 jährlich durchgeführten Arbeitnehmerbefragung (Gallup Studie) wurde festgestellt, dass 70 Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Beobachtungsjahr 2014 keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber verspürten und „unengagiert“ sind. Unglaubliche 15 Prozent seien sogar „aktiv unengagiert“, das heißt sie versuchen mutwillig dem Unternehmen zu schaden. Warum bleibt die Mehrheit dieser unengagierten Angestellten in diesem ihnen so zu wider scheinenden Arbeitsverhältnis? Ein Grund ist sicher die gute Bezahlung in deutschen Großkonzernen, in denen eine Leistungsbeurteilung besser Betriebszugehörigkeitsbeurteilung heißen sollte. Zum anderen will der Haus-/Wohnungskredit bedient werden, bei dem man aufgrund derzeitiger Immobilienpreise keinen Jobwechsel oder gar den Gang in die Selbstständigkeit riskieren möchte. Stattdessen macht man es sich in seiner unzufriedenen Komfortzone beim Kaffee mit Kollegen gemütlich und versucht dem notwendigen Übel im Büro noch etwas Spaß in Form von Sarkasmus und Galgenhumor abzugewinnen. Ein Unternehmen erreicht mit derart „motivierten“ Beschäftigten keine Effizienz und auf Dauer stelle ich auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen in Frage. Die Arbeitnehmer selbst haben in der Mehrheit der Zeit das Gefühl „vom Hamsterrad“ getrieben zu sein und finden ihre Erfüllung im Feierabend (sofern hier noch Energie vorhanden ist) und am Wochenende in eigenen Hausbauprojekten/Freizeitaktivitäten. Doch das in einer 40-Stunden Woche damit ca. 36 Prozent der Wachzeit (8h Schlaf angenommen) in einem unengagierten, sich beschwerenden Zustand verbracht wird, kann kein erstrebenswerter Zustand sein. Für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stellt dies jedoch das Lebenskonzept bis zum Renteneintritt mit 67 dar.

Was würde sich nun ändern, wenn du einer dieser Angestellten aus der Studie wärst und dir plötzlich jeden Monat 100% deines monatlichen Budgets, das du derzeit zum Leben verwendest, durch passive Einnahmen aus z.B. Dividendenerträgen zufließen würde? Ein derart investiertes Vermögen, das mitunter auch treffend als Fu*k-You-Money bezeichnet wird, würde sicherlich eine gewisse Leichtigkeit in deinen Alltag bringen. Es würde dir eine gewisse Macht zurückgeben in Bezug auf dein Einkommen aus dem Hamsterrad und weitere Optionen ermöglichen. Du bist rein finanziell nicht mehr auf deinen Angestelltenjob angewiesen. Das der Aufbau eines derartigen Vermögens leichter ist als du vielleicht denkst, werde ich in kommenden Artikeln auf www.geldschnurrbart.de beschreiben.

Zurück zur Frage: Wie würde sich dein Leben verändern, wenn von heute auf morgen 100% deiner monatlichen Ausgaben durch passive Einnahmen gedeckt würden? Entweder behältst du deine Angestelltenposition bei oder du kündigst und gehst einer für dich sinnvolleren Beschäftigung nach. Bleibst du in deinem jetzigen Angestelltenjob, so ist dieser jedoch ab diesem Zeitpunkt an unabhängig vom Geld. Du brauchst die Einnahmen aus dem Job für deinen Lebensunterhalt nicht mehr. Damit ist es eine freiwillige Entscheidung zur Arbeit zu gehen und welcher Beschäftigung auch immer du nachgehen wirst, du wirst es intrinsisch motiviert tun. Das Nörgeln beim Kaffee mit den Kollegen beschränkt sich auf eine kurze Zeit und versiegt bald ganz, denn du weißt, dass du freiwillig hier bist. Dich spornt nun an, dass du etwas bewegen und gestalten willst in deiner Abteilung, deinem Unternehmen. Wenn nein, hast du die Option, deine Energie von nun an mehr auf Dinge zu verwenden, die dir wichtiger sind – eigene Projekte, Familie, Kinder. Deine Entscheidung wo der Lebensmittelpunkt sein soll ist freier. Kein kürzester Weg zur Arbeit oder überteuerte Stadtwohnung aufgrund der Nähe zur Arbeit schränken ein. Man kann – aber man muss nicht, du entscheidest selbst. Zugleich hast du mehr Optionen, bist offen für Abenteuer, die nicht an die Länge von Ferien, Anzahl Urlaubstage oder den Zeitpunkt von Schulferien gebunden sind. Insgesamt wird Geld keine hohe Bedeutung mehr haben, da es ausreichend vorhanden ist und vielmehr ein Mittel zum Zweck darstellt. Es entsteht ein anderer Blick auf die Dinge. Du wirst mehr nach Anderen schauen und versuchen zu unterstützen. Selbstbestimmt kannst du deine wertvolle Energie in Projekten einsetzen, die in deinen Augen einen Wert stiften, die dich erfüllen. Das Ganze in deinem Tempo. Du hast die Macht, die Dinge selbst zu gestalten. Wer würde hier noch Zeit damit verbringen, 70 Prozent des Tages unengagiert mit Kollegen über den Chef oder die ineffizienten Konzernstrukturen zu lästern. Stattdessen kannst du die Energie voller Motivation in die für dich wichtigen Projekte stecken. Dies führt dazu, dass du selbst glücklicher bist und – wenn du entschieden hast in deinem Angestelltenjob zu bleiben – dazu, dass das Unternehmen effizienter wird. Win – Win.

Diese Idealvorstellung und Motivation für den Aufbau eines Vermögens von dessen passiven Erträgen du leben kannst wird im großartigen Blog von Mr. Money Moustache aus den USA beschrieben. Nach mehrjähriger Auseinandersetzung mit dem Thema bestehen meine passiven Einnahmen derzeit aus den Ausschüttungen von Dividendenaktien, ETFs und einer Unternehmensbeteiligung über Crowdfunding. Kürzlich hinzu kamen Privatkredite auf Mintos, die bisher eine Rendite von 12,4 Prozent brachten (Mintos*). Hinzukommen soll eine Immobilie sobald sich eine rentable Möglichkeit auftut. Hingegen landläufiger Meinungen, dass dies alles andere als passiv sei, kann ich Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis entgegensetzen, deren Immobilien durch eine gute Hausverwaltung seit Jahrzehnten gänzlich ohne Einbringung aktiver Arbeitszeit von statten gingen. Passives Einkommen stachelt zu Höchstleistungen an, man sucht nach Alternativen um Vermögen aufzubauen, wird kreativ, lernt interessante Menschen kennen, arbeitet sich in neue Gebiete ein. Mit der Vision, eines Tages von passiven Einnahmen leben zu können, erscheinen als kleine Motivatoren jegliche Dividendenausschüttungstermine auf dem Handykalender und es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man erinnert wird, dass das Geld im Hintergrund für einen arbeitet, während man sich passiv beim Feierabendbier mit Kollegen vom aktiven Tag erholt.

Empfehlen zum Thema kann ich ebenfalls den Beitrag von Luis (nurbaresistwahres.de), der verständlich das Prinzip der Hochdividendentitel als passive Einnahmensquelle beschreibt. Was passive Einnahmen mit Socken zu tun haben, erfährst du im Beitrag von Jonas (self-tenure).

Der Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade, zu der Vincent (freakyfinance.net) aufgerufen hat. Die Blogparade dient als Einstimmung zum Online-Kongress über passives Einkommen von Eva Abert.

* Affiliatelink

Passives Einkommen – Aktives, selbstbestimmtes Leben!

Willkommen auf der Seite, auf der du lernst, dir einen Geldschnurrbart wachsen zu lassen. In Anlehnung an den englischsprachigen Blog Mister Money Moustache übertragen wir die Ideen auf den deutschsprachigen Raum und zeigen, wie man Verantwortung für seine Finanzen übernimmt um letztendlich frei und selbstbestimmt zu leben, ohne Zeit gegen Geld tauschen zu müssen.