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Pleite-Student-Von-0-Auf-60

Leserstory: Pleite-Student von 0€ auf 6.000€ in 1 Jahr

Nichts motiviert mehr als konkrete Umsetzungsbeispiele. Daher freut es mich besonders, dass sich einer meiner ersten Leser, Michael (26) aus München bereit erklärt hat, seine Geschichte zu erzählen. Vom „versoffenen“ Pleite-Student der Elektrotechnik zum gesünderen & glücklicheren Michael mit 6.000€ auf der hohen Kante in einem Jahr. Ich bin sehr stolz auf seine Leistung und vielleicht inspiriert dich das nachfolgende Interview mit ihm, ebenfalls deine Finanzen auf das nächste Level zu bringen!

Wer bist du und was machst du?

Hallo mein Name ist Michael, 26 Jahre alt und ich studiere im 9. Semester Elektrotechnik an der TU München. Nebenher arbeite ich 25h/Woche in einem Souvenirshop.

Wie sah deine finanzielle Situation und dein Leben vor einem Jahr aus?

Bevor ich die Finanzexcel hatte, richtete ich meinen Fokus hauptsächlich auf eine Sache: FEIERN. Ich liebte es, feiern zu gehen, Bier zu trinken und zu rauchen. Teilweise ging ich von Mittwoch bis Sonntag jeden Abend „saufen“. Es machte mir großen Spaß. Ich hob mir Geld ab, wann immer ich welches brauchte. Meistens kleine Beträge zwischen 10 und 50€, die auch meistens am selben Tag schon wieder ausgegeben waren.

Zusätzlich zu meinem Job bekam ich finanzielle Unterstützung durch meine Eltern. Leider war ich nicht in der Lage dieses Geld sinnvoll zu nutzen, so ging das meiste unbewusst für Dinge drauf wie Feiern gehen, Restaurants, Klamotten etc. Ohne dass ich es wirklich merkte oder es mir langfristige Freude brachte.

Meine Ein- und Ausgaben vor einem Jahr:

Finanzexcel vorher
Übersicht Finanzen Michael vor einem Jahr (Screenshot aus Finanzexcel)

Was hat dich dazu bewegt, deine Finanzen anzupacken?

DU, lieber Geldschnurrbart 😛

Ehrlich gesagt, lieber Florian warst es wirklich Du. Ich war einfach neugierig, was du da immer so gemacht hast mit Finanzen und dem Investieren. Schließlich haben wir gemeinsam meine Excel eingerichtet. Anfangs war es ein bisschen komisch aber ich war so unzufrieden, dass ich nie Geld auf dem Konto hatte und wollte eine Veränderung. Es war eher so eine intuitive Entscheidung: „Lass uns das ganze mal ausprobieren.“ Was hatte ich zu verlieren? Ich war unzufrieden, weil ich trotz Nebenjob immer pleite war und mein Konto kurz vor den roten Zahlen stand. Das Leben lief eher an mir vorbei.

Was hat sich durch die Finanzübersicht in deinem Leben geändert?

Erst einmal war ich geschockt, wie viel Geld ich eigentlich unbewusst raus blase, ohne dass es mich wirklich glücklich macht. Hier mit Karte gezahlt, dort mit Karte gezahlt. Hier etwas abgehoben, da etwas abgehoben. Dadurch, dass ich mir vor Augen gehalten habe, wie viel Geld ich eigentlich zur Verfügung habe und wie sinnlos ich es teilweise verprasst habe, hatte ich eine kleine Erleuchtung.

Zusätzlich wurde mein Ehrgeiz gepackt. Ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie unkontrolliert ich mein Geld ausgab. Zuvor war mein Kontostand so um den 20. meistens bei Null angekommen. Also quasi noch mehr Monat als Geld übrig. Mittlerweile ist es so, dass wenn mein Kontostand unter 2.000€ rutscht, ich nervös werde, dass ich zu viel Geld ausgebe haha.

Außerdem bekam ich ein Gespür dafür, welche Ausgaben sich lohnen und welche nicht. Mittlerweile trinke ich auch gar keinen Alkohol mehr. Ist wahrscheinlich auch eine logische Konsequenz, da ich früher ungefähr jeden frei verfügbaren Euro für Alkohol ausgab.

Mittlerweile ist mir aber bewusst geworden, dass ich dadurch nicht einen Cent zurück bekomme und sehr viel Geld verschwendet habe. Außerdem habe ich gemerkt, dass es durch die Finanzexcel ohne viel Aufwand (ich brauche circa 30 Minuten pro Monat für die Aktualisierung) möglich ist, dass ich nun den vollen Durchblick über meine Finanzen habe – ohne ein lästiges Haushaltsbuch führen zu müssen. Mittlerweile macht es mir sogar Spaß mich einmal im Monat hinzusetzen und meine Finanzen zu aktualisieren.

Wie steht es um deine Finanzen ein Jahr später?

Das hat mich wirklich überrascht. Von „immer pleite“ konnte ich mir in einem Jahr ganze 6.000 € ansparen!!! Ohne, dass ich mich eingeschränkt habe und „sparen muss“. Vielmehr habe ich durch die Finanzübersicht das erste Mal gesehen, wo mein Geld wirklich hingeht und das hat mir nicht gepasst.

Ich wurde immer motivierter mit jedem Monat und habe aufgehört zu rauchen und trinke keinen Alkohol mehr. Stattdessen habe ich nun eine Ausgabe für „Weiterbildung“ eingerichtet und lerne neue Dinge, die mich interessieren. Trotz dieser Mehrausgaben ist meine Sparrate von anfänglich 0€ pro Monat auf >500€ gestiegen! Das macht unglaublich Spaß zu sehen, wie das Vermögen nun wächst.

Finanzexcel nachher
Übersicht Finanzen Michael nach einem Jahr (Screenshot aus Finanzexcel)

Gab es neben dem Geldzuwachs noch weitere Vorteile für dein Leben?

Ja, ich konnte neues Selbstvertrauen schöpfen und lernte, wieder an mich selbst zu glauben. Außerdem gehe ich mittlerweile ins Fitnesstudio und mache momentan sogar Personal Training für 100€ pro Monat. (Dafür habe ich die Steuerrückzahlung von 2016 und 2017 genutzt, das waren 600€). Natürlich wurde mir ein bisschen mulmig, als ich den Preis hörte, aber andererseits dachte ich mir, „Ey, du hast diesen Betrag früher jedes Jahr pro Woche versoffen, also komm.“ Und so sehe ich das jetzt als Investment in meine Gesundheit und es macht zusätzlich richtig Spaß.

Was war die größte Schwierigkeit?

Sein eigenes Konsumverhalten zu zügeln. Sprich: Wenn du dir Unterkonten bildest, dann legst du ja für bestimmte Bereiche einen Betrag x pro Monat zurück. Natürlich für alles, das dir Spaß macht. Ich habe früher noch Musik produziert und so einen ziemlich großen Batzen Geld dafür zurückgelegt.

Teilweise wurde ich aber etwas ungeduldig und wollte am liebsten alles auf einmal kaufen. So wurde ich ungeduldig und fing an, mir günstigere Sachen zu kaufen, die ich mir bereits leisten konnte. Das hat den Nachteil, dass ich nie an das richtig gute Equipment herankommen konnte. Hier hat mir die Transparenz über die Ausgaben sehr geholfen und mein Kaufdrang für die „sofortige Belohnung“ wurde weniger.

Investierst du mittlerweile auch und wenn ja, in was?

Nachdem ich meinen Puffer von 4.000€ auf dem Girokonto aufgebaut hatte (So viel hatte ich noch nie! 🙂 ), habe ich mich über Investments informiert. Ich habe mir ein Aktiendepot eingerichtet und bespare regelmäßig ETFs (MSCI World, MDax, S&P 500). Zusätzlich habe ich etwas Geld auf den P2P Plattformen Mintos, Bondora, Swaper, Viainvest, Robo.Cash und Twino investiert.

Was ist dein Rat an Leute, die auch damit anfangen möchten, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen?

Das meiste sind faule Ausreden. „Ich habe kein Geld, weil ich keine Zeit habe, zu arbeiten.“ „Ich kann nichts sparen, denn ich lebe schon am Limit.“ Ich selber dachte, es wäre unmöglich mehr zu sparen. Ich kannte meine Ausgaben gar nicht. Mit der Übersicht habe ich dann zum ersten Mal gesehen, wie hoch die Beträge eigentlich sind. Damit war ich nicht zufrieden und habe Veränderungen gestartet.

Von da an ging es Monat für Monat von alleine. Auch, dass ich nun einmal pro Monat als festen Termin auf meine Finanzen schaue, hat mir viel gebracht. Ich glaube, der Schlüssel ist, sich einfach mal zu überwinden, sich seinen Finanzen zu stellen und zu starten. Nicht weil dir das irgendjemand sagt, sondern weil du das ganz allein von dir aus machst. Das schafft dir schon mal ein gewisses Gefühl von Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit.

Manche machen es mit einem Haushaltsbuch, mir war das zu aufwändig und ich kann daher die Finanzexcel empfehlen. Durch die Erklärungen über Geld und Investieren im eBook hat es bei mir noch einmal Klick gemacht. Wichtig ist jedoch, dass du HEUTE startest. Es gibt keine goldene Regel zum Sparen. Es muss sich für dich gut anfühlen. Dann bleibst du auch am Ball.

Ein Jahr später meinen Vermögensverlauf zu sehen ist super und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg und er gefällt mir sehr gut!

Mittelfristige Planung Finanzexcel
Mittelfristige Planung Michael – (Screenshot Finanzexcel)

Wie steht es um deine Finanzen? Hast du ebenfalls einen Überblick und kümmerst dich regelmäßig um deinen Vermögensaufbau? Lass es uns in den Kommentaren wissen, wir freuen uns!

Zum Weiterlesen: Wie eröffne ich ein Aktiendepot?10 Spartipps der FrugalistenSpar dich glücklich – Galileo Interview

6 Kommentare

  1. @Tilli: Spotify gibt’s auch als Familienabo. 15€ für bis zu 6 Personen. Wenn du also paar Leute findest dann kannst du da auch noch nen 10er sparen.
    Btw: hast du eigentlich keine Versicherungen? Haftpflicht, Rechtsschutz?

    1. Haftpflicht ist bei den meisten Versicherungen der Eltern noch dabei bis man seine erste Ausbildung abgeschlossen hat. Rechtsschutz hab ich auch als Student nicht.
      MFG

  2. Naja,
    Schritt 1: Einkommen um 300 EUR erhöhen
    Schritt 2: Geld für Bier/Zigaretten von 200 auf 0 EUR fahren
    –> da sind die 500 Sparrate

    ganz okaz, aber dafür gibt er auch das soziale Leben am Wochenende im Club und mit Freunden auf

  3. Was mich interessiert, wie kommt man von 1.100€ auf 1.400€ pro Monat. Netto.

    Über einen Jobwechsel wurde nicht geschrieben.
    Bei einem 25h Job trotz Studentenstatus sind die vollen Sozialabgaben fällig.

    Das ist für mich das eigentlich erstaunliche.

    Gruß,
    Pascal

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