Baukindergeld – zusätzliches Eigenkapital in der Immobilienfinanzierung

Nach wie vor können sich zahlreiche Bundesbürger ein Eigenheim leisten, auch wenn die Tendenz aufgrund der weiter steigenden Immobilienpreise etwas rückläufig ist. Manche Familien und Alleinstehende haben es etwas schwerer Geld zu sparen um einen Kredit zu erhalten. Dies liegt insbesondere daran, dass die Banken seit einigen Jahren ein vermehrtes Augenmerk auf eine ausreichende Eigenkapitalquote legen. Für Familien mit Kindern kommt daher das Baukindergeld genau richtig, welches rückwirkend seit dem 1. Januar 2018 unter bestimmten Voraussetzungen gezahlt wird. Alles Wichtige zur staatlichen Förderung in diesem Artikel.

Das Wichtigste zum Baukindergeld in Kürze:

  • Pro Kind erhalten Familien 12.000 Euro Zuschuss (10 Jahre lang je 1.200 Euro)
  • Das Geld ist für den Bau oder Kauf der eigenen Immobilie bestimmt
  • Die Förderung ist für Familien mit Kindern und Allein­erziehende
  • Voraussetzung für das Baukindergeld ist ein Haushaltseinkommen < 90.000 Euro bei einem Kind (die Grenze erhöht sich um 15.000 Euro für jedes weitere Kind)

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Wie ist die Situation am Immobilienmarkt?

Die Situation am Immobilienmarkt wird aktuell durch zwei gegenläufige Tendenzen bestimmt. Zum einen steigen die Preise von Immobilien in zahlreichen Städten des Landes weiter an. Zum anderen sind die Hypothekenzinsen günstig wie nie zuvor, was natürlich für Kreditnehmer ein positiver Aspekt ist.

Trotzdem können sich nicht mehr so viele Familien ein Eigenheim leisten, wie es vielleicht noch vor zwei Jahren der Fall war. Nicht selten scheitert die Finanzierung daran, dass über kein ausreichendes Eigenkapital verfügt wird.

Immer mehr Banken möchten nämlich zumindest eine Eigenkapitalquote zwischen 15 und 20 Prozent in die Finanzierung eingebunden wissen, damit die Baufinanzierung stabiler und das Ausfallrisiko geringer wird.

Vor allem junge Familien mit Kindern haben aber oftmals noch nicht die Gelegenheit gehabt, durch Geld sparen ausreichend Eigenkapital anzuhäufen, das in die Finanzierung eingebunden werden kann. Exakt für solche Fälle ist das Baukindergeld eine interessante staatliche Förderung.

Was ist das Baukindergeld?

Das Baukindergeld ist eine staatliche Förderung, die an Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind vergeben wird. Eingeführt wurde das Baukindergeld Mitte 2018, allerdings findet die Auszahlung für solche Familien, die das Baukindergeld im vergangenen Jahr beantragt haben, teilweise rückwirkend zum 1. Januar statt.

Der wesentliche Sinn und Zweck des Baukindergeldes besteht darin, dass sich wieder mehr Familien mit Kindern ein Eigenheim leisten können. Dies ist möglich, weil das Baukindergeld über einen Zeitraum von zehn Jahren garantiert ausgezahlt wird, sodass es als Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung eingebunden werden kann.

Wer erhält das Baukindergeld – welche Voraussetzungen gibt es?

Das Baukindergeld ist ausschließlich für Familien mit Kindern gedacht. Darüber hinaus darf es nur im Zusammenhang mit privatem Wohneigentum verwendet werden, also einem privat genutzten Haus oder einer Eigentumswohnung und nicht für eine Immobilie als Kapitalanlage.

Die dritte Voraussetzung besteht darin, dass bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden dürfen, auf die wir in einem der folgenden Abschnitte noch näher eingehen werden.

Zusammenfassend sind es demzufolge die nachfolgenden Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um das Baukindergeld zu erhalten:

  • Privates Wohneigentum
  • Einkommensgrenzen werden eingehalten
  • Mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt

Davon abgesehen muss das Baukindergeld beantragt werden, denn es fließt keineswegs automatisch zu.

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Das Baukindergeld kann auf der Seite des KfW beantragt werden www.kfw.de

Welche Einkommensgrenzen sind zu beachten?

Das Baukindergeld wird nur unter der Voraussetzung ausgezahlt wird, dass eine bestimmte Einkommensgrenze eingehalten wird. Diese bezieht sich auf das jährliche, zu versteuernde Einkommen. Die Einkommensgrenzen belaufen sich auf 75.000 Euro plus 15.000 Euro für jedes Kind im Haushalt. Eine maximale Obergrenze gibt es allerdings, nämlich vier Kinder. Dementsprechend betragen die Einkommensgrenzen je nach Kinderzahl:

  • 90.000 € bei einem Kind
  • 105.000 € bei zwei Kindern
  • 120.000 € bei drei Kindern
  • 135.000 € bei vier Kindern

Wichtig zu erwähnen ist in dem Zusammenhang, dass Baukindergeld maximal für vier Kinder bezahlt wird. Demzufolge erhöht sich die mögliche Einkommensgrenze auch nicht mehr, falls beispielsweise eine Familie ein fünftes Kind bekommt. Ab dem Zeitpunkt der Zusage wird das Baukindergeld für einen Zeitraum von zehn Jahren bezahlt.

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Beim Baukindergeld gibt es – im Vergleich zu zahlreichen anderen Förderungen – eine sehr einfache und nachvollziehbare Regelung. Die Erziehungsberechtigten erhalten pro minderjährigem Kind im Haushalt 1.200 Euro im Jahr.

Hier gilt allerdings die Grenze auch für maximal vier Kinder. Somit kann die Förderung pro Jahr nicht mehr als 4.800 Euro betragen. Eine Familie mit zwei Kindern würde beispielsweise pro Jahr 2.400 Euro an Baukindergeld erhalten, und zwar zehn Jahre lang.

Somit ergibt sich ein Gesamtbetrag in Höhe von 24.000 Euro, den die staatliche Förderung ausmacht.

Baukindergeld kann als Eigenkapital gewertet werden

Das besonders Positive am Baukindergeld besteht darin, dass dieses direkt in die Eigenheimfinanzierung fließen kann und dort als Eigenkapital gewertet wird. Der Grund besteht darin, dass sowohl die Höhe des Baukindergeldes als auch dessen Auszahlungszeitraum garantiert sind.

Wenn wir also bei dem Beispiel der Familie mit zwei Kindern bleiben, weiß die Bank genau, dass in den nächsten zehn Jahren exakt 24.000 Euro als Eigenkapital in Form des Baukindergeldes in die Immobilienfinanzierung eingebunden werden können.

Das wiederum führt dazu, dass sich die Eigenkapitalquote zum Teil deutlich erhöht mit allen Vorteilen, die eine Baufinanzierung mit Eigenkapital beinhaltet.

Höhere Chance auf Kreditzusage durch Baukindergeld

Manche staatliche Förderung fällt vergleichsweise gering aus, wie zum Beispiel die Wohnungsbauprämie oder auch die Arbeitnehmersparzulage.

Beim Baukindergeld ist dies anders, auch wenn manche Verbraucher eher skeptisch sind, ob sich dieser Zuschuss überhaupt lohnt. Dass dies allerdings definitiv der Fall ist, lässt sich sehr gut an einem Beispiel verdeutlichen.

Im Folgenden möchten ich zwei Finanzierungen miteinander vergleichen, und zwar insbesondere im Hinblick auf die Eigenkapitalquote. An diesem Vergleich wird schnell ersichtlich, dass die Eigenkapitalquote durch das Baukindergeld zum Teil deutlich erhöht werden kann.

Das macht eine positive Kreditentscheidung seitens der Bank nicht nur wahrscheinlicher, sondern die Finanzierung wird stabiler und die monatliche Darlehensrate geringer.

Baufinanzierung ohne Baukindergeld
Kaufpreis inkl. NK: 190.000 €
Eigenkapital: 20.000 €
Baukindergeld in 10 Jahren: –
Eigenkapitalquote: 10,5%
Immobilienkredit: 170.000 €
Zinssatz: 2,1 %
Anfängliche Tilgung: 3 %
Darlehensrate: 722,50 Euro / Monat

Baufinanzierung mit Baukindergeld
Kaufpreis inkl. NK: 190.000 €
Eigenkapital: 20.000 €
Baukindergeld in 10 Jahren: 24.000 €
Eigenkapitalquote: 21%
Immobilienkredit: 146.000 €
Zinssatz: 1,7 %
Anfängliche Tilgung: 3 %
Darlehensrate: 571,83 Euro / Monat

Wie am Vergleich deutlich wird, wirkt sich das Baukindergeld gleich mehrfach positiv aus. Zum einen erhöht sich die Eigenkapitalquote und somit die Chance auf eine positive Kreditentscheidung.

Zum anderen besteht durch das zusätzliche Eigenkapital in Form des Baukindergeldes weniger Fremdkapitalbedarf bei der Baufinanzierung. Dies wiederum führt dazu, dass die Bank einen etwas günstigeren Kreditzins anbieten kann und auch die monatliche Darlehensrate fällt geringer aus.

Antrag auf Baukindergeld möglichst schnell stellen

Das Baukindergeld ist als staatliche Forderung definitiv eine gute Sache, wenn als Familie mit Kindern ein Eigenheim gekauft werden soll.

Es sollte sich mit dem Antrag allerdings nicht mehr allzu viel Zeit gelassen werden, denn die Bundesregierung hat einen Topf für diese staatliche Förderung bereitgestellt, bei dem nicht bekannt ist, wie lange dieser voraussichtlich reichen wird.

Ebenfalls unbekannt ist, ob anschließend neue Gelder bereitgestellt werden, falls der bisherige Topf leer ist. Nachteile gibt es im Zusammenhang mit dem Baukindergeld ohnehin nicht, sodass es für die meisten Familien mit Kindern sinnvoll ist, diese staatlicher Förderung zu beantragen.

Weitere Informationen sowie das Antragsformular gibt es auf der Seite der KfW.

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