5.000€ in P2P Kredite (Mintos): 12,49% Rendite

P2P Kredite Mintos Erfahrungen
P2P Kredite Erfahrungen bei Mintos nach 1 Jahr
Bildnachweis: Eigene Darstellung + mintos.com

Für Eilige das Wichtigste in Kürze:

  • P2P Kredite als lukratives Investment am Beispiel der Plattform Mintos
  • 5.000€ investiert seit Juli 2017, 723€ Zinsen erhalten (12,49% p.a. Rendite)
  • Höhere Rendite = Höheres Risiko, daher nur für den „Spielgeld“-Anteil des Gesamtportfolios geeignet
  • 1% Cashback Aktion: Derzeit erhälst du bei der Mintos Registrierung* 1% deines Investments als Cashback gutgeschrieben

In den letzten Jahren werden Investments in sogenannte P2P-Kredite immer populärer. P2P steht hierbei für Peer-To-Peer d.h. Darlehen, die  Privatpersonen an Privatpersonen geben. Plattformen wie Auxmoney, Bondora oder die derzeit größte Plattform Mintos*, bieten Anlegern die Möglichkeit, Geld zu investieren. Dieses Geld wird an andere Privatpersonen als Darlehen ausgegeben. Hierfür gibt es Zinsen, die über die Plattform wieder an den Privatinvestor zurückfließen.

P2P Kredite Mintos - Wie funktioniert es
Funktionsweise der P2P Kreditplattform Mintos, Quelle: mintos.com

Man lernt nur durch die Praxis – Mein Mintos Experiment mit 5.000€ Juli 2017

Als Test habe ich im Juli 2017 5.000€ investiert, die zum Stand heute mit 12,49% p.a. verzinst wurden, was einem Ertrag von 723€ in einem Jahr entspricht (Für die Nachrechner: 723€ ergibt eine Rendite von 14,46% p.a. – da ich jedoch die Zinsen durch das Autoinvest gleich wieder reinvestiert habe, waren im Mittel etwas über 5.000€ investiert, daher die reale Rendite von 12,49%).

Der Ablauf in P2P Kredite zu investieren ist simpel:

  1. Nach erfolgreicher Registrierung überweist man seinen gewünschten Anlagebetrag auf die Plattform.
  2. Da ich nicht viel Aufwand möchte, habe ich die Autoinvestfunktion genutzt.  Hier habe ich einmalig die gewünschten Kriterien eingestellt, die Kredite erfüllen sollen, in die ich investiere. So wählte ich Darlehenstyp (Firmenkredit, Verbraucherkredit etc.), gewünschte Rendite und Laufzeit, die meine Kredit erfüllen sollten. Auch habe ich den maximalen Anlagebetrag pro Einzelkredit festgelegt. Durch Festlegung von maximal 10€ pro Kredit konnte ich das Investment von 5.000€ auf 500 einzelne Kredite aufteilen und das Gesamtrisiko reduzieren.

    Mintos Autoinvest einstellen
    Mintos Autoinvest Kriterien einstellen (In welche Kredite möchtest du investieren), Quelle: mintos.com
  3. Die Platform investiert anschließend automatisch in die Kredite, die deinen Kriterien entsprechen. Solange du die Autoinvestfunktion aktiviert hast, investiert die Funktion deine erhaltenen Zins- und Tilgungszahlungen  automatisch neu.
  4. Eine Übersicht über den Stand deiner Investments erhälst du immer auf der Startseite. Du hast eine Übersicht über deine Anlagesumme, welcher Teil davon investiert ist und siehst deine erhaltenen Zinsen.In der Spalte rechts siehst du, wie viele Kredite pünktlich in der Rückzahlung sind und wie viele nicht. Für Kredite, die nicht pünktlich bedient werden, hast du die Möglichkeit beim Autoinvest nur Kredite auszuwählen, die mit einer „Rückkaufgarantie“ versehen sind.Dies ist das Versprechen, sodass im Falle eines Kreditausfalls der Kredit zurückgekauft und dem Investor die Kreditsumme inkl. Zinsen erstattet wird. (Siehe hierzu jedoch mein Fazit am Ende des Beitrages)
    Mintos Übersicht
    Mintos Übersicht über den aktuellen Stand der Investitionen, Quelle: mintos.com

    5. Das war’s. Solange du dich wohl fühlst mit deiner Investition, lässt du den Autoinvest aktiv und kassierst täglich Zinsen. Solltest du entscheiden, dass du in nächster Zeit aus der Plattform aussteigen möchtest, beendest du den Autoinvest. Ab diesem Zeitpunkt werden die Rückzahlungen (Zins + Tilgung) angesammelt und nicht automatisch investiert.

    Das zurückgeflossene Geld kannst du anschließend auszahlen lassen. Falls du vor Ablauf der Kreditlaufzeit, in die du investiert hast, dein Geld auszahlen möchtest, gibt es die Möglichkeit, deine Kredite gegen einen geringen Abschlag zu verkaufen.

Mein Fazit nach einem Jahr mit P2p Krediten bei Mintos

Positiv ist der geringe Aufwand und die Übersichtlichkeit der Plattform. Nach Einstellung des Autoinvests habe ich nichts mehr unternommen. Lediglich die tägliche Information über den Zinsstand per Email abbestellt, das ist aber Geschmackssache 🙂

Eine Rendite von >12% habe ich mit meinen anderen Anlageklassen nicht erzielt. Die hohen erzielbaren Renditen sind ein weiterer Vorteil.

Eine Grundregel beim Investieren ist jedoch die Tatsache, dass eine größere Rendite immer mit einem größeren Risiko einhergeht. Dies muss jedem Anleger bewusst sein.

Hohe Rendite = Hohes Risiko

In diesem Fall ist dies das Risiko, dass die Kredite ausfallen.  Durch maximale Anlage von 10€ in einen einzelnen Kredit kannst du dieses Risiko reduzieren.

Einige Kreditarten wie z.B. Verbraucherkredite werden oft von Menschen wahrgenommen, die aufgrund schlechter Kreditwürdigkeit bei Banken keinen Kredit bekommen haben.

Die vermeintliche Sicherheit, die Plattformen wie Mintos durch die erwähnte „Rückkaufgarantie“ suggerieren, sollte kritisch hinterfragt werden. Wenn in Krisenzeiten eine große Menge an Schuldnern ihre Kredite nicht mehr bedienen sollten, wird sich auch diese „Rückkaufgarantie“ nicht lange halten können.

P2P-Kredite eignen sich daher für einen kleinen Teil des Gesamtportfolios, für den man bewusst ein höheres Risiko eingehen möchte um dafür mit einer Überrendite belohnt zu werden. Keinesfalls sollte ein größerer Prozentsatz des Gesamtvermögens investiert werden.

Für die Registrierung entstehen keine Kosten, auch gibt es für den Privatanleger zum Stand heute keine Gebühren, die anfallen. Wenn du dich registrierst, erhälst du über diesen Link* derzeit ein Cashback in Höhe von 1% deiner in den ersten 90 Tagen investierten Summe.

Hast du bereits Erfahrungen mit P2P-Krediten oder Mintos gesammelt? Ich freue mich über deine Berichte in den Kommentaren!


Risikohinweis: Der Erwerb von P2P-Krediten als Investition ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Darüberhinaus ist dieser Artikel wie alle weiteren Beiträge auf diesem Blog keine Anlageberatung oder Empfehlung sondern beschreibt lediglich meine eigene Erfahrung und dient dem Leser zur Weiterbildung oder privaten Unterhaltung.


Zum Weiterlesen:Warum Geiz nicht geil ist – Sparsamkeit hingegen schon!, Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Finanzmarathon, Wie eröffne ich ein Aktiendepot?

Frugalismus – Was ist ein Frugalist?

Frugalismus
Frugalismus – Was ist ein Frugalist? – Eisernes Sparen für einen Ruhestand am Strand?
// Foto: Fotolia (Alexander Raths)

Durch diverse Beiträge in den Medien gelangte das Schlagwort „Frugalismus“ und „Frugalisten“, die Angehörigen der Bewegung, in die Öffentlichkeit (Titelstory der Wirtschaftswoche). In den Kommentaren wurde emotional und kontrovers diskutiert. Mehrheitlich jedoch sehr kritisch.

Warum du dich nicht ohne Nachdenken der Masse an Hasskommentaren anschließen solltest und hingegen einen Nutzen für dein Leben ziehen kannst, erläutere ich im Folgenden.

Frugalismus – Begriffsherkunft

Die Herkunft des Begriffes liegt im Englischen Wort „frugal“ begründet und meint „schlicht“, „bescheiden“, „sparsam“. Wie ein Frugalist dies nun jedoch für sich auslegt, kann sehr unterschiedlich sein.

Die Kernbotschaft der bisher erschienenen Artikel ist meist: „Frugalisten sparen mit allen Mitteln, investieren ihr Gespartes und leben von den Erträgen um nicht mehr arbeiten zu müssen.“

Focus Online betitelte seine Story mit „Frugalisten sparen mit eisernen Methoden“. Weiter heißt es in der Beschreibung eines Frugalisten:

„Für sein Ziel hat [er] mit dem Rauchen aufgehört, ist weder verreist, noch mit Freunden ausgegangen. In seiner Wohnung brannte nur eine Glühbirne und Besuch musste darauf achten, die Toilettenspülung möglichst kurz zu drücken. Der 47-Jährige hat es geschafft, finanziell frei zu werden – seit drei Jahren müsste er nicht mehr arbeiten.“

Wie alles im Leben, kann man auch das Sparen übertreiben. Wenn Sparsamkeit übertrieben wird, nennt man dies Geiz. Wer sich jedoch von den reißerischen Beispielen und Überschriften abschrecken lässt, dem entgeht eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und  die eigene Lebensfreude sogar zu steigern. Da ich einige Frugalisten persönlich kenne und weiß, dass sie diese Darstellung nicht vertreten würden, eine Gegendarstellung.

Frugalismus & Sparen hat nichts mit Verlust an Lebensqualität zu tun – im Gegenteil

Das Wort „sparen“ löst bei vielen automatisch eine negative Emotion aus. Sparen wird oft assoziiert mit „Einschränkung“, „ich muss verzichten“. Dass diese Art zu denken eine schlechte Strategie ist, wenn man sein Vermögen aufbauen möchte, ist offensichtlich. Wer sparen gleichsetzt mit einer Verringerung von Lebensfreude, wird kein Interesse haben, sich hierfür einzusetzen. Der Grund liegt in der Kurzfrist- und Langfristbelohnung. Ein langfristiges Vermögen in Aussicht zu haben, das einem in vielen Jahren reichlich Dividenden pro Monat beschert, ist für uns Menschen nicht so attraktiv, dass es der kurzfristigen negativen Emotion der Entbehrung, die ich heute habe, Stand halten kann.

Frugalismus und Sparen kann jedoch auch rein positiv interpretiert werden. Der Grund ist folgender: Wenn man sich zu Beginn seine Prioritäten im Leben klar festlegt hat, wird ein Frugalist nicht Sparen als Selbstzweck im Leben festsetzen. Für mich steht beispielsweise die Maximierung meiner Lebensfreude an oberster Stelle. Ich möchte ein intensives, gutes Leben führen – und das bereits heute.

„Wenn ich morgen durch einen Autounfall ums Leben komme, möchte ich sagen können, dass ich den heutigen Tag genauso verbracht hätte, wie ich ihn verbracht habe.“

Ich möchte mir dann nicht sagen, hätte ich doch mal mehr gelebt und mehr Geld ausgegeben. Ich gebe daher mein Geld so aus, dass ich bereits heute ein gutes, intensives Leben führe, ohne dass es mir an etwas mangelt oder ich denke, dass ich mich einschränke. Wie dieser Lebensstil aussieht, wie viel er monatlich kostet, ist für jeden von uns individuell. Ab wann man eine Person dann als Frugalist bezeichnet, sei jedem selbst überlassen.

Was ich jedoch gemerkt habe ist, dass ich über die Jahre viel bewusster in meinen Ausgaben geworden bin. Ich war nicht mehr zufrieden damit, dass ich zu stark von Impulskäufen geleitet bin oder von ungünstigen Gewohnheiten. Wenn ich  morgens halb verschlafen mal wieder keine Zeit hatte, mir ein gesundes Frühstück zuzubereiten und stattdessen im Halbschlaf den Coffee-To-Go beim Becker inklusive Butterbrezel eingekauft habe, wollte ich etwas ändern. Hier habe ich jeden Tag viel Geld „unbewusst“ ausgegeben und nicht sehr viel Lebensfreude dafür zurückbekommen.

Frugalisten profitieren doppelt

Stattdessen wollte ich trainieren, bewusster Geld auszugeben und meine Gewohnheiten zu hinterfragen. Würde es mir nicht viel besser gehen, wenn ich mir morgens die Zeit nehme, in Ruhe zu frühstücken, ein gesundes leckeres Müsli mit frischen Früchten zuzubereiten und voller Energie in den Tag zu starten? Ich habe gemerkt, dass das Hinterfragen der Gewohnheiten zwei positive Effekte hat. Zum einen tue ich etwas für mich (Gesundheit, Wohlbefinden) und als Nebeneffekt spare ich auch noch Geld.

Anstatt nach Feierabend aus Mangel an Energie und Selbstdisziplin gesund zu kochen, wurde es oft der Döner oder die Pizza von der Ecke. Neben den höheren Kosten im Vergleich zum selbst zubereiteten Essen ist es vor allem der Effekt auf die Gesundheit. Im Oktober werde ich meinen ersten Marathon laufen. Mein Körper braucht gesunde Nahrung um fit zu werden. Das abendliche Fastfood aus Gewohnheit und Faulheit immer mehr auszutauschen durch selbst zubereitetes, gesünderes Essen lässt mich doppelt profitieren.

Frugalisten setzen Euros effizient ein

Generell habe ich mich gefragt, welche Aktivitäten und Momente im Leben viel Lebensfreude gebracht haben und bringen. Wenn ich überlege, was tolle Erinnerungen in meinem Leben sind, waren es meistens Momente, die nicht viel kosten. Ein Wandertag mit dem Kumpel im Allgäu und anschließendem Grillen bringt mir sehr viel Lebensfreude. Körperliche Aktivität und Essen selbst zubereiten. Das bleibt mir viel mehr in Erinnerung im Vergleich zu einem Treffen in der schicken Cocktailbar, in der ich einen mittelmäßigen Mojito für 9,80€ trinke. Das ist ab und an auch nett und hat seinen Reiz, aber in den meisten Fällen erfahre ich viel Lebensfreude bei Tätigkeiten mit netten Menschen, wenn man gemeinsam körperlich aktiv ist und als Nebeneffekt kosten diese Momente meist nicht viel.

Frugalismus bietet Chancen

Wenn man seine Lebensfreude maximiert und keine Bedenken haben muss, dass man spart auf Kosten von Lebensqualität, kann man im Thema Frugalismus Inspiration für die Verbesserung des eigenen Lebens finden. Frugalisten setzen ihre Euros effizient ein. Allein das Hinterfragen von Ausgaben hat bei mir selbst dazu geführt, dass ich ohne Probleme eine  Sparquote von 61% habe. Dies wohlgemerkt mit einer heute höheren Lebensqualität als noch vor 2 Jahren und einer geringeren Sparquote.

Frugalisten müssen nicht mit 40 gelangweilt im Ruhestand am Strand liegen

Eine weiterer Mythos über Frugalisten ist die Kritik, dass sie nach Erreichung ihres Vermögens aufhören zu arbeiten und gelangweilt am Strand liegen. Ohne Aktivität und eine sinnvolle Beschäftigung ist man nicht glücklich. Geld auf der hohen Kante zu haben ermöglicht jedoch Vieles. Du hast eine weitere Option, die man ohne Erspartes nicht hätte.

Deinen Job könntest du in Teilzeit ausüben und mehr Zeit für Familie oder Hobbies aufwenden. Auch könntest du als Selbstständiger nur noch die Aufträge annehmen, die dir besonders viel Freude bereiten. Man muss dies alles nicht tun, man bekommt nur weitere Optionen.

Abgesehen davon sollte man nicht warten, bis man finanziell frei ist, um einen ungeliebten Job zu verlassen. Jeder ist bereits heute dafür verantwortlich, sein Leben so zu gestalten, dass es Freude bereitet. 

Persönliches Fazit zu Frugalismus und Frugalisten

Ich bin der Meinung, dass es sich immer lohnt, sich auf neue Dinge einzulassen. Wer sich offen mit dem Thema Frugalismus auseinandersetzt, hat die Chance, wertvolle Tipps für sein eigenes Leben umzusetzen. Wie du dir deine Prioritäten legst, ist dir überlassen. Wichtig ist jedoch, dass du dir Prioritäten setzt und dein Leben kontinuierlich weiterentwickelst und aktiv nach deinen Wünschen gestaltest.

Was ist deine Meinung zum Thema? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Zum Weiterlesen: Warum Geiz nicht geil ist – Sparsamkeit hingegen schon!Wer nicht investiert, hat schon verloren!FinanzmarathonWie eröffne ich ein Aktiendepot?

 

Wie eröffne ich ein Aktiendepot? (In 5min.)

Aktiendepot eröffnen
Aktiendepot eröffnen – Schritt-für-Schritt Erklärung

Die Hürde, mit dem Vermögensaufbau durch Aktien zu starten, ist oft auch nur mental: „Keine Ahnung wie das geht“, „Ist sicher kompliziert und dauert lange“ , „… vielleicht nächste Woche“. Um dir eine Ursache des Aufschiebens zu nehmen, habe ich nachfolgend eine Schritt-für-Schritt Beschreibung der notwendigen Schritte erstellt. Du erfährst, was notwendig ist, um ein Aktiendepot zu eröffnen. Dargestellt am konkreten Beispiel meines Depots bei der onvista-Bank. Oft hilft es, den Prozess anhand von Screenshots zu sehen um zu erkennen, dass es kein Hexenwerk ist. Je früher der Vermögensaufbau gestartet wird, desto mehr profitiert deine „goldene Gans“. Zumindest die Ausrede, dass die Depoteröffnung zu kompliziert sei, hast du nach Durcharbeitung des Artikels nicht mehr 🙂 Viel Spaß!

„Lieber fehlerhaft beginnen, als perfekt zögern.“ – Hans Peter Frei

Bei welchem Anbieter soll ich mein Aktiendepot eröffnen?

Um Aktien handeln zu können, benötigst du ein Verrechnungskonto sowie ein Aktiendepot bei einer Bank. Auf das Verrechnungskonto überweist du das Geld, das du investieren möchtest. Mit dem Guthaben auf deinem Verrechnungskonto kannst du Aktien kaufen, die dann in deinem Aktiendepot aufbewahrt werden. Die Erlöse aus Verkäufen oder Erträge in Form von Dividenden deiner Aktien werden ebenfalls deinem Verrechnungskonto gutgeschrieben.

Als langfristig orientierter Investor bist du nicht an Daytrading, Derivaten oder Hebelprodukten interessiert. Daher sind die Anforderungen, die du an den Funktionsumfang deines Anbieters stellst, sehr gering. Hier unterscheiden sich die Anbieter lediglich in der visuellen Benutzeroberfläche.

Was für dich viel wichtiger ist, sind die Kosten. Kosten, die sowohl für den Handel von Aktien anfallen sowie laufende Kosten, wie Depotgebühr oder weitere Gebühren z.B. für ausländische Dividenden.

Auskunft über diese Kosten findest du im Preisverzeichnis der einzelnen Anbieter. In nachfolgender Tabelle habe ich drei oft empfohlene Depotanbieter in Bezug auf relevante Kosten gegenübergestellt. Je nach deiner Strategie (Einzelaktien, ausländische Aktien, Indexfonds (ETF’s), Sparläne) kannst du dir anhand der verschiedenen Kriterien und Gebühren, den für dich passenden heraussuchen.

Vergleich Aktiendepot verschiedener Anbieter

 onvista Festpreisdepot*comdirect Depot*Flatex Depot*
Konto/DepotgebührkostenfreiKostenlos für min. 3 Jahre sowie ab 2 Trades pro Quartalkostenfrei
Odergebühr
(an deutschen Handelsplätzen)
5€ + 1,50€4,90€ + 0,25% des Ordervolumens
(min 9,90€) + 1,50€
5,90€ + 1,50€
Sparplan auf ETFs80 Kostenfreie
(comstage, iShares und Lyxor, Deka)
90 Kostenfreie (
db x-tracker, Lyxor, Vanguard)
350 Kostenfreie (Comstage, db x-tracker und Lyxor)
Ausländische Dividendenkostenfreikostenfrei5,90€ ab Dividende >15€
Verrechnungskontokeine Negativzinsenkeine NegativzinsenNegativzinsen i.H.v. -0,4% p.a.

Mein bisheriges Depot war beim Anbieter Flatex. Aufgrund der Gebühren für ausländische Dividenden habe ich zum onvista Festpreisdepot* gewechselt. Hier kostet eine Ausführung an deutschen Handelsplätzen fix 6,50€ (5€ + 1,50€ Handelsplatzgebühr) und ausländische Dividenden sind gebührenfrei. Ein Depotübertrag zu einem anderen Anbieter ist ebenfalls unkompliziert möglich (siehe Punkte weiter unten).

Wie eine Depoteröffnung konkret abläuft, welche Informationen du benötigst und dass es in wenigen Minuten vonstatten geht, zeige ich dir  nachfolgend im Detail.

Depoteröffnung Schritt-für-Schritt am Beispiel der onvista-Bank

1. Schritt: Klicke auf die Depoteröffnungsseite onvista Festpreisdepot* und auf den Button „Depot eröffnen“. Es öffnet sich die Depotanmeldung in 3 Phasen.

Aktiendepot eröffnen
onvista Aktiendepot eröffnen

2. Schritt: Eintragung der persönlichen Angaben wie Name, Adresse etc. Sofern du dein Depot allein beantragen möchtest, wählst du Einzeldepot. Zusammen mit dem Ehepartner beispielsweise wäre auch ein Gemeinschaftsdepot möglich.

Persönliche Angaben Aktiendepot eröffnen
Persönliche Angaben vornehmen sowie Auswahl Einzel- oder Gemeinschaftsdepot

3. Schritt: Informationen zum Referenzkonto eintragen. Das Referenzkonto ist dein bestehendes Girokonto bei deiner Bank (kostenfreies Girokonto: DKB Cash*). Werden beispielsweise Dividenden ausgezahlt, landen sie auf deinem Verrechnungskonto. Möchtest du dieses angesammelte Geld nicht erneut investieren oder verkaufst Aktien, kannst du dir das Geld vom Verrechnungskonto auszahlen lassen. Diese Auszahlung erfolgt immer auf dein Referenzkonto.

Kontoinformationen Referenzkonto eintragen
Kontoinformationen des Referenzkontos eintragen

4. Schritt: Es folgen Angaben zur Steuerpflicht und du hast die Möglichkeit, das Preisverzeichnis noch einmal einzusehen, in der die einzelnen Gebühren angegeben sind.

Preisverzeichnis
Preisverzeichnis mit der Übersicht über Gebühren etc.

5. Schritt: Als letzten Schritt kannst du deine Angaben noch einmal prüfen und anschließend deine Antragsunterlagen ausgefüllt herunterladen und ausdrucken.

Angaben prüfen
Angaben prüfen
Antrag ausdrucken
Deinen Depoteröffnungsantrag herunterladen und ausdrucken

6. Schritt: Nachdem du deinen Antrag ausgedruckt hast, fehlen nur noch zwei Unterschriften und du bist bereit, ihn bei deiner Poststelle per POST-IDENT-Verfahren abzugeben. Durch Vorzeigen deines Personalausweises nimmt der Postmitarbeiter deine Unterlagen entgegen, prüft deinen Ausweis und versendet die Unterlagen kostenfrei zur onvista Bank.

Unterlagen einreichen
Antrag unterschreiben und per POST-IDENT bei der Post einreichen

Hattest du zuvor dein Aktiendepot bei einer anderen Bank und möchtest dieses nun übertragen (wie in meinem Fall von Flatex zur onvista Bank), kannst du den Antrag für den Depotübertrag gleich mitschicken.

7. Schritt: Nach ein paar Tagen erhälst du Post mit deinen Zugangsdaten zum Online-Portal sowie den Kontoinformationen, wie du Geld auf dein Verrechnungskonto überweisen kannst. Das war’s!

Gratulation, dass du dich durch den Prozess der Aktiendepoteröffnung gelesen hast und nun wünsche ich dir den Mut, den ersten Schritt für deinen langfristigen Vermögensaufbau zu gehen! Eröffnung: onvista Festpreisdepot*

Die Ausrede, dass die Depoteröffnung zu kompliziert sei, hast du nach heute nicht mehr. Welche neuen Fragen/Anregungen hast du? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

„Wie eröffne ich ein Aktiendepot? (In 5min.)“ weiterlesen

Finanzmarathon – Ausdauersport für deinen Vermögensaufbau

Finanzmarathon
Langfristiger Vermögensaufbau ist wie ein Finanzmarathon

Eines Tages von den Einnahmen aus seinem Vermögen leben zu können, ist ein langer Weg und kein einfaches Ziel. Viele werden es nicht erreichen oder gar nicht erst versuchen. Das Gleiche gilt für einen Marathon. 42,195 km zu laufen gegen die Stimme des inneren Schweinehundes und die Widerstände des Körpers.  Eins der zwei Ziele werde ich dieses Jahr erreichen. Am 07.10.2018 stelle ich mich der Herausforderung Marathon beim 3-Länder-Marathon am Bodensee (Link). Was du für einen Marathon lernst, hilft dir auch für den Vermögensaufbau – deinen Finanzmarathon.  Was beide Ziele gemeinsam haben und wie sie sich gegenseitig fördern, erfährst du hier.

1. Das Ziel erscheint zu Beginn unerreichbar

Gerade für Neulinge im Bereich Ausdauersport erscheint das Ziel Marathon zu Beginn unerreichbar. Man schafft die lockere Abendrunde im Park mit Kollegen über 5km und wenn man richtig gut drauf ist, haben auch schon einmal 10km geklappt. Aber 42,1km am Stück? Unmöglich.

Das Gleiche gilt für die finanzielle Freiheit. Man hat vielleicht bereits früher auf der Bank seine ersten 80€ Zinsen bekommen und sich stolz davon ein Fußballtrikot gekauft. Das war eine nette Sache. Aber wie soll es möglich sein, seinen gesamten Geldbedarf des Jahres aus seinem Vermögen zu erwirtschaften? Unmöglich.

Was hilft? Zu sehen, dass es Leute bereits geschafft haben. Wer über Menschen liest, die bereits sehr erfahren im Marathonlauf sind, über ihre Anfänge, die dich an deine erinnern, wird schnell merken, dass es doch möglich ist. Wie sind diese Personen vorgegangen, was sind ihre Tipps für Neulinge? Für die Marathonvorbereitung motiviert mich hier der dreifache Frankfurtmarathonsieger Herbert Steffny durch „Das große Laufbuch: Vom richtigen Einstieg bis zum Marathon“. Hier kann ich auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen und mich motivieren.

Zum Thema finanzielle Freiheit kann man sich ebenfalls an Leuten orientieren, die bereits am Ziel sind. Man merkt, dass sie angefangen haben wie du und ich. Zugleich lernt man auch, wie ihre Erfahrungen sind, nachdem sie das Ziel erreicht haben. Kommt eine plötzliche Leere und Langeweile zum Zeitpunkt, an dem man nicht mehr für Geld arbeiten muss? Hierzu habe ich das Buch „Finanzielle Freiheit“ von Gisela Enders gelesen, indem sie durch Interviews mit Menschen, die es geschafft haben zeigt, dass es absolut möglich und erstrebenswert ist.

2. Wer erfolgreich sein möchte, braucht einen langen Atem

Die Vorbereitung für einen Marathon dauert. Es ist hier nicht mit dem Anschauen eines Youtubetutorials und dem Lesen einiger Bücher getan. Du brauchst Kilometer, gelaufen von dir selbst, viele und über einen langen Zeitraum. Seien es 6 Monate, 1 Jahr oder 2 Jahre. Genauso verhält es sich mit dem Vermögensaufbau und dem Weg zur finanziellen Freiheit. Du beginnst mit deinem ersten festen Gehalt nach der Ausbildung, dem Studium und dann heißt es am Ball bleiben und die Motivation hoch halten für mehrere Jahre.

Tipp: Suche dir Begleiter mit dem gleichen Ziel. Wenn man sich austauschen und motivieren kann hilft dies ungemein. Gehe ich alleine trainieren und fühle mich heute nicht ganz wohl, das Wetter ist schlecht und überhaupt ist eine ausgelassene Trainingseinheit nicht schlimm – ist die Hürde viel größer, wenn ich mit einem Trainingspartner verabredet bin. Hier zu kneifen überlege ich mir eher zweimal. Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit motiviert ebenfalls der Austausch mit Gleichgesinnten. Gemeinsam durch Andere lernen und sich anzuspornen hilft ungemein. Schaue hierfür in unserer Facebook-Community vorbei und werde Teil der Gruppe, die sich gegenseitig auf dem Weg in die Finanzielle Freiheit unterstützt (Geldschnurrbart Community).

3. Disziplin entscheidet beim Finanzmarathon

Die zweite wichtige Eigenschaft für beide Ziele ist Disziplin. Bei der Marathonvorbereitung möchte ich meinem Körper möglichst gesunde, energiereiche Nahrung zuführen, die den Körper befähigt das Training und den Wettkampf verletzungsfrei zu absolvieren. Hier gilt es, dem Drang nach zu viel Schokolade, Pizza und anderen Kurzfristglücklichmachern Paroli zu bieten und sich auf sein langfristiges Ziel zu fokussieren.

Beim Vermögensaufbau ist dies ähnlich. Von überall her locken kurzfristige Beschleuniger. Angefangen von Glücksspiel im Casino, Sportwetten oder gehebelte Finanzprodukte, die dir suggerieren, das langfristige Ziel viel schneller erreichen zu können. Auch hier ist Disziplin gefordert, nicht zu gierig und auf Kurzfristerfolge fokussiert zu sein, sondern sich bewusst zu machen, dass zu einem langfristigen Vermögensaufbau klare Investmentregeln gehören, an die ich mich halte und keinen spekulativen vermeintlichen Abkürzungen zum Opfer falle.

Was Investmentregeln wie z.B. eine prozentuale Portfolioaufteilung, die ich stets aufrecht erhalten möchte (Mein Beispiel hier: Portfolioaufteilung) beim Vermögensaufbau sind, ist die durchschnittliche Laufgeschwindigkeit für den Marathon. Abgeleitet von der 10km Bestzeit bestimme ich die für mich sinnvolle Zielgeschwindigkeit pro Kilometer für Training und Wettkampf und versuche mich so gut es geht daran zu halten.

Entgegen der Gedanken, die meinen ich sei heute viel fitter und gebe mehr Gas und „kürze ab“. Beim Marathon führt das zu einem kurzfristigen Erfolg, in dem ich Mitstreiter überhole – der Einbruch folgt dann jedoch später, wenn ich bei Kilometer 30 keine Puste mehr habe und völlig erschöpft gehen muss. Ein Investment von 50% meines Vermögens in Kryptowährungen, weil die Rendite in letzter Zeit viel höher war verschafft mir mit Glück einen schnellen Vermögenszuwachs in 6 Monaten. Ein großer Dämpfer bis Totalverlust in 2 Jahren und die Vernichtung 50% meines Vermögens wirft mich für mein langfristiges Ziel jedoch Jahre zurück.

4. Sorge dafür, dass der Weg zum Ziel Freude bereitet

Niemand hält etwas über Jahre durch, dass nur Anstrengung, Frust und harte Arbeit ist. Auf dem Weg zum Ziel sind immer wieder positive Erfahrungen, Unterstützung, Motivation und Belohnungen notwendig. Für Marathonläufer ist dies der regelmäßige Halt an den Verpflegungsstationen um neue Energie aus Bananen und Wasser aufzutanken. Während der Trainingszeit und disziplinierten Ernährung spricht nichts dagegen, ab und an einen „Cheatday“ einzuwerfen und zu schlemmen. Wenn es mich motiviert weiter Gas zu geben und neue Kraft zu tranken, zahlt sich dieser kurzfristige „Rückschlag“ langfristig positiv aus.

Beim Vermögensaufbau ist es wichtig, nicht das Gefühl zu haben, sich nur des Sparens willen groß einzuschränken. Für mehr zu dieser Thematik siehe Geiz vs. Sparsamkeit. Es ist wichtig, Geld als Mittel zum Zweck zu sehen und auf dem langen Weg auch die ein oder andere finanziell unvernünftige Kaufentscheidung zu treffen. Dies wirft mich kurzfristig zurück, hält jedoch meine langfristige Motivation aufrecht und wenn ich es ganz bewusst mache und nicht durch Gewohnheiten getrieben bin, spricht hier nichts dagegen – im Gegenteil. Es ist ein langer Weg, auf dem man motiviert bleiben möchte. Die Verantwortung, für diese Belohnungen zwischendurch zu sorgen, liegt bei dir!

5. Setze dir Zwischenziele

Das Ziel an sich kann bei beiden Projekten, Marathonlauf und Finanzielle Freiheit ebenfalls eine großartige Motivation sein. Sich vorzustellen, wie stolz man sein wird, wenn man den ersten Marathon gelaufen ist, motiviert ungemein.

Tipp: Setze dir Meilensteine, Zwischenziele auf dem Weg zu deinem Finanzmarathon. In der Marathonvorbereitung kann dies ein 10km Wettkampf, ein Halbmarathon usw. sein, indem man vorab seinen Stand testen und darauf hinarbeiten kann. Beim Vermögensaufbau wirkt es unheimlich motivierend, wenn die erste große Summe, seien es 1.000€, 10.000 €, 100.000 € oder 1 Million angespart sind. Ebenfalls bestärkt es ungemein zu sehen, wenn man zum ersten Mal aus den Erträgen seiner Investments ein Abendessen bezahlen oder seinen Urlaub bestreiten kann.

Was sind deine Tipps, die dich auf dem Weg anspornen weiter zu machen? Bist du angefixt und hast dir ebenfalls ein sportliches Ziel für dieses Jahr gesetzt? Ich bin gespannt und freue ich mich, es in den Kommentaren zu lesen.

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Buchempfehlung: Die Gesetze der Gewinner von Bodo Schäfer

Bodo Schäfer: Gesetze der Gewinner
Gesetze der Gewinner

Eines Tages fand ein armer Farmer ein goldenes Ei im Nest seiner Gans. Er dachte sofort, dass ihm jemand einen Streich spielen wollte. Sicherheitshalber brachte er das Ei trotzdem zum Goldschmied. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich aus reinem Gold war.
Der Farmer verkaufte das Ei und bekam viel Geld dafür. Am Abend gab er ein großes Fest. Im Morgengrauen stand die Familie auf, um zu sehen, ob die Gans eventuell ein weiteres Ei gelegt hatte. Und tatsächlich lag da wieder ein goldenes Ei im Nest. Dies wiederholte sich mehrere Tage lang.
Zunächst konnte der Farmer sein Glück nicht fassen. Aber er war ein habgieriger Mann. So wollte er sich bald nicht mehr mit einem einzigen Ei pro Tag zufrieden geben. Er lief in den Stall und schlachtete die Gans, um alle Eier auf einmal herauszuholen. Aber alles, was er fand, war ein kleines, in der Entstehung begriffenes Ei.
Und die Moral von der Geschicht‘? Töte deine Gänse nicht.

(Bodo Schäfer „Gesetze der Gewinner“, 8. Ausgabe 2012, dtv:München, S. 207)

Old but good …

gerade habe ich zum zweiten Mal das Buch von Bodo Schäfer „Gesetze der Gewinner“* gelesen. Es motiviert und spornt an, sich weiterzuentwickeln, weshalb ich eine klare Buchempfehlung aussprechen möchte.

Die kurze Anekdote über die Gans, die goldene Eier legt, ist aus dem Kapitel 26: „Gehe klug mit deinem Geld um“.
Sie erinnert an den Vorteil, sich eine Gans zu züchten die ein leben lang goldene Eier für einen legt. Sei es in Form von Geld, das ich monatlich in Aktien investiere um von nun an goldene Eier als Dividenden zu kassieren. Oder der Erwerb einer Eigentumswohnung, die auf lange Zeit Miete einbringt.

Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht alles wirklich brauchen, was wir wollen. Dazu gehört auch, dass wir uns selbst gegenüber ehrlich sind: Was brauchen wir wirklich? Die meisten von uns haben Geld übrig. Die Frage ist, was wir damit tun. Geben wir dieses Geld aus für Möbel, Autos, Reisen, Entertainment oder investieren wir?

(Bodo Schäfer „Gesetze der Gewinner“, 8. Ausgabe 2012, dtv:München, S. 208)

Leider schlachten immer noch viele Menschen ihre Gänse. Die Kurzfristendorphinausschüttung durch den Kauf der Designerhandtasche für 700€ wird als gute Entscheidung angesehen wie auf die angesparten 1000€ auf dem Girokonto reagiert wird. Eine monatlich besparte goldene Gans jedoch könnte ein Leben lang unsere Lebensqualität steigern.

Von Bodo Schäfer stammt auch die Idee, wie Sparen einfach umzusetzen ist: Bezahle dich selbst zuerst.

Wenn wir Brötchen kaufen, bezahlen wir den Bäcker. Wenn wir Obst kaufen, den Obsthändler. Wann aber bezahlen wir uns selbst? Antwort: Wenn wir sparen. Viele Menschen haben aber einfach nicht die Disziplin, um regelmäßig zu sparen.

(Bodo Schäfer „Gesetze der Gewinner“, 8. Ausgabe 2012, dtv:München, S. 208)

Der Rat von Bodo Schäfer: Eröffne ein Ganskonto. Richte dann einen Dauerauftrag von deinem Girokonto auf das Ganskonto ein. So überweist du dir regelmäßig am ANFANG des Monats (bevor du Andere/Anderes bezahlst) mindests 10 Prozent. Dieses Geld wird investiert und niemals angerührt.

Weiterer Praxistipp:

Spare 50% von jeder Gehaltserhöhung

Ist dir aufgefallen, dass unsere Lebensstandard parallel zu unserem Einkommen steigt? Bekommst du eine Gehaltserhöhung, so erhöhe deinen Dauerauftrag auf das Ganskonto um die Hälfte deiner Gehaltserhöhung. Da du noch an dein jetziges Einkommen gewöhnt bist, bedeutet dies keinen Verzicht. Du gewöhnst dich auf diese Weise eben nur an eine „halbe Gehaltserhöhung“. Deine Sparrate erhöht sich jedoch mit jeder Gehaltserhöhung rasant, ohne dass du das Gefühl hast, dich mehr einschränken zu müssen.

Nachdem dies bei mir selbst bei den ersten Gehaltserhöhungen gut funktioniert hat, habe ich mich dann jedoch gefragt, woher denn dieser Mythos kommt, dass mit einer Gehaltserhöhung auch mein Geldbedarf zum Leben steigt? Mittlerweile gebe ich das im Monat aus, was ich meine für ein zufriedenes Leben im hier und jetzt zu brauchen. Steigt das Gehalt, bleiben meine Ausgaben hier erst einmal unberührt.

Insgesamt erläutert Bodo Schäfer in 30 Kapiteln weitere „Gesetze der Gewinner“, die man immer einmal wieder als Inspiration lesen kann. So geht es in Kapitel 30 „Sei ein Adler und keine Ente“ um die Aufforderung, ein selbstbestimmtes Leben zu leben und die Konsequenzen zu akzeptieren, da sie sich lohnen. Kapitel 10 „Entwickle Momentum“ greift den Punkt auf, den Stein ins Rollen zu bringen und man entfacht unerwartete Kräfte. Eine Motivation für Leute, die lieber perfekt zögern als fehlerhaft zu starten.

Das Buch werde ich sicher noch einige Male in unsterschiedlichen Lebensphasen durcharbeiten und dank Praxisaufgaben am Ende jedes Kapitels direkt in die Umsetzung bringen.

Kennst du das Buch ebenfalls, was hat sich für dich daraus entwickelt? Hast du weitere Buchempfehlungen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Passives Einkommen

Zeit ist Geld & Geld ist Zeit – Was aber ist wichtig?

Zeit ist Geld und Geld ist Zeit
Zeit ist Geld und Geld ist Zeit

Der Finanzfisch hat zur Blogparade aufgerufen. Hier möchte ich durch meinen Beitrag teilnehmen. Weitere Artikel findest du auf der Seite Blogparade: Zeit ist Geld. Beginnen möchte ich mit einem Zitat:

„Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.“ (Napoleon)

In der heutigen, immer schnelllebigeren Zeit, dominiert durch Social-Media-Dauerkonsum per Smartphone, Tablet oder Laptop nehmen wir Zeit  nicht mehr so bewusst wahr wie früher. Bereits morgens auf dem Weg zur Arbeit wird sich über die Anschaffung des nächsten „Schnäppchens“ informiert und Preise auf diversen Plattformen verglichen. Alles muss schnell gehen, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Oder nicht?

Zeit ist Geld

Es gibt Situationen, in denen die Zeit sehr entscheidend ist in Bezug auf die Entwicklung deines Geldvermögens. Ein Beispiel ist der von Albert Einstein als Weltwunder beschriebene Zinseszinseffekt. Hier macht es einen großen Unterschied, wie lange du dir diesen zu Nutze machst. Je früher du startest, desto besser. Ob du mit 20 Jahren beginnst, 100€ im Monat zurückzulegen und zu investieren, oder mit 30 Jahren. Es macht im Alter von 65 Jahren einen erheblichen Unterschied. Um genau zu sein, einen Unterschied von 177.015€ (341.699€ – 164.684€) obwohl du real nur 12.000 € mehr eingezahlt habst (10 Jahre x 100€/Monat x 12 Monate/Jahr).

Zinseszins
Unterschied Vermögensentwicklung nach Jahren des Sparens

Überlegst du dir im Alter von 20 Jahren, 100€ aus den ersten Einkünften (Ausbildung, Beruf oder Nebenjob im Studium) monatlich zu investieren oder wartest du noch 10 Jahre: Der Unterschied im hohen Alter ist gravierend. In diesem Fall ist Zeit bares Geld – 10 Jahre früher oder später machen im Beispiel konkret 177.015€ aus.

Ist dein Einkommen vollständig abhängig von deiner Zeit, ist auch hier Zeit gleich Geld. Wenn du mehr arbeitest, bekommst du mehr Geld und andersrum.

Auch ist es entscheidend, wie du die Zeit verwendest, in welcher du Geld verdienen möchtest. Gibst du dich mit deiner Arbeit und dem Stundenlohn zufrieden oder wendest du Zeit auf, den Stundenlohn zu verbessern bzw. zusätzliches Einkommen zu generieren. Dies könntest du durch Weiterbildung, den Aufbau eines Nebeneinkommens (das nach zeitlichem Aufwand zu Beginn im Idealfall mit sehr wenig deiner aktiven Zeit auskommt) erreichen. Damit erhöhst du deinen Stundenlohn und erwirtschaftest in Zukunft pro Zeiteinheit mehr Geld. Du erhöhst deine Effizienz in Bezug auf die Zielgröße Geld: Mehr Geld durch weniger Zeiteinsatz.

Hat der Zusammenhang „Zeit ist Geld“ zur Folge, dass du durch einen gestiegenen Lebensstandard mehr selbstbestimmte Zeit opfern „musst“, ist das negativ. Du tauschst Zeit gegen Geld, „weil du musst“ (um deine gestiegenen laufenden Kosten zu bezahlen).

Geld ist Zeit

Doch was passiert, wenn wir den Zusammenhang umkehren und behaupten „Geld ist Zeit“. Dies impliziert, dass Geld ein Mittel zum Zweck ist und mehr Geld mehr Zeit bedeutet. Die Wissenschaft ist derzeit noch nicht soweit fortgeschritten, dass du dir durch Geld tatsächliche Lebenszeit einkaufen kannst. Ein gesundes Leben kann noch nicht um eine beliebige Anzahl an Jahren verlängert werden. Was Geld jedoch jetzt schon ermöglicht, ist die Tatsache, durch mehr Geld mehr Zeit selbstbestimmt zu verwenden. Wir definieren daher Zeit als die Zeit, über die wir selbstbestimmt verfügen können. Geld ist Zeit meint also, mit mehr Geld kannst du über mehr Zeit selbstbestimmt verfügen.

Die von Napoleon angesprochenen „Diebe der Zeit“ sind all jene Aktivitäten, auf die du deine kostbare Zeit im Grunde nicht verwenden willst. Sei es weil du es für langweilig, sinnlos oder unangenehm empfindest. Liegt die Ursache dafür, dass du den Aktivitäten trotzdem nachgehst, allein im Geldverdienen begründet, bedeutet „Geld ist Zeit“: Du kannst dir mit Geld erkaufen, dass du deine Zeit selbstbestimmt darauf verwenden kannst, wofür du es im Moment am Sinnvollsten hälst. Ungeachtet vom Zwang, Geld verdienen zu müssen.

Hast du beispielsweise Geld angespart, das die Höhe von sieben Jahresausgaben (deine jährlichen Kosten für deinen Lebensstandard wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung, Freizeit etc.) umfasst, bedeutet „Geld ist Zeit“: Du könntest, rein aus finanzieller Sicht, sieben Jahre deiner Zeit genau darauf verwenden wofür du sie am besten eingesetzt findest. Sei es für Zeit mit der Familie, dem Ausprobieren einer neuen Leidenschaft oder dem Erlernen neuer Fähigkeiten. Die meisten Träume bleiben unerfüllt, weil man meint, „Zeit ist Geld“ und man ja nicht einfach seinen Job pausieren oder gar kündigen kann.

Ein anderes Beispiel für „Geld ist Zeit“ wäre die Entscheidung, anstatt Lebenszeit für das Putzen der Wohnung aufzuwenden stattdessen für das Fußballtraining unter der Woche einzusetzen. Geld ermöglicht es, dass eine Reinigungskraft dir diese Arbeit abnimmt. Die Zeit wird dir nicht länger „gestohlen“ und du hast diese zwei Stunden pro Woche um deinem Hobby nachzugehen.

Andererseits solltest du dir auch im Klaren darüber sein, dass Konsumausgaben eigentlich keine Ausgabe von Geld, sondern von Zeit bedeuten. Einen neuen Flachbild-TV für 1.500 € zu kaufen bedeutet eigentlich: Dir ist es Wert, für die Anschaffung des Gerätes einen Teil deiner (selbstbestimmten) Lebenszeit einzutauschen.

Ein Beispiel: Durch deinen Angestelltenjob hast du monatlich 1.840 € netto (Bundesdurchschnitt lt. Statista) zur Verfügung. Du arbeitest 40 Stunden in der Woche. Zur Arbeit fährst du morgens und abends jeweils 45 Minuten. Die Mittagspause von einer Stunde verbringst du ebenfalls in der Arbeit. Du verwendest am Tag 10,5 Stunden (8h Arbeitszeit + 1h Pause + 1,5 h Anfahrt = 10,5h) deiner Lebenszeit für die Erwirtschaftung deines Gehaltes. In der Woche sind dies 52,5 Stunden, im Monat 210 Stunden. Der Nettostundenlohn beträgt in diesem Fall 8,76€/h (1.840€ / 210h). Um 1.500€ für den TV zu verdienen, willigst du ein, 171 Stunden (1.500€ / 8,76€/Stunde) oder 3 Arbeitswochen deiner Zeit dafür einzusetzen. Da dies bedeuten würde, dass der gesamte Verdienst für die Ansparung des TVs verwendet würde, ohne Miete & Essen zu bezahlen, werden die 3 Arbeitswochen real über viele Monate aufgeteilt werden. Dies ist der zweite Aspekt der Aussage „Geld ist Zeit“, den du immer im Hinterkopf behalten solltest.

Fazit

Die Behauptung „Zeit ist Geld“ ist offensichtlich wahr, insbesondere wenn es um den frühzeitigen Vermögensaufbau geht. Die Umkehrung „Geld ist Zeit“ ist ebenfalls richtig. Geld kann Mittel zum Zweck sein, um mehr selbstbestimmte Zeit zur Verfügung zu haben. Insgesamt wird deutlich, dass Zeit ein begrenztes Gut ist, das im Gegensatz zu Geld nicht vermehrt werden kann. Es ist daher wichtig, sich jeden Tag klar zu sein, was die Ziele im Leben sind und für was man seine Zeit einsetzen möchte. Hiermit solltest du heute anfangen. Nur wer sein Leben aktiv in die Hand nimmt um den von Napoleon angesprochenen „Dieben der Zeit“ nicht mehr ausgeliefert zu sein, kann seine Zeit selbstbestimmt einsetzen auf die Dinge, die für dich persönlich wichtig sind.

Wie ist deine Meinung zum Thema? Welche „Diebe der Zeit“ gibt es für dich und wie schaffst du es, mehr selbstbestimmte Zeit zur Verfügung zu haben? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!Passives Einkommen

Geldschnurrbart exposed 2017

Überblick Finanzen
Aktueller Status Vermögen, Einnahmen, Ausgaben (Foto by pomponetti)

Heute möchte ich Einblick in die finanzielle Situation des Geldschnurrbarts geben und die finanzielle Hose runter lassen.

Motivation

Der Grund, warum ich das mache, ist nicht um gut dazustehen oder zu prahlen (Im Vergleich zu anderen Personen mit dem Ziel der finanziellen Freiheit ist der Geldschnurrbart noch lächerlich weit am Anfang).  Vielmehr glaube ich, dass man sich durch Transparenz und Austausch verbessern kann. Als mein Interesse für das Thema finanzielle Freiheit entstand, fand ich es immer faszinierend, wenn ich Blogs wie projekt-millionaer.blogspot.de gefunden habe, die konkret ihren Vermögensstand, Alter und Hintergründe dargelegt haben. Damit konnte ich mich direkt vergleichen und analysieren welche Vor- Nachteile meine Situation bietet.

Das habe ich als großen Ansporn empfunden dem nachzueifern. Wenn die Person bereits weiter auf dem Weg der finanziellen Freiheit ist (wie es zumeist der Fall war und ist) kann ich davon lernen und es auf meine Situation übertragen.

Vermögen

Zum jetzigen Stand ist das Vermögen von 126.767€ aufgeteilt in folgende Anteile:

Vermögensaufteilung
Vermögensaufteilung Stand Oktober 2017

Größter Posten mit 29% sind derzeit Aktien ETF’s. Zu je 30% MSCI World, Emerging Markets sowie Europa.

Dividendenaktien sind aktuell 10 Einzelaktien von Unternehmen mit nachweislich steigenden Dividenden trotz Finanzkrisen und anderen Marktereignissen der letzten Jahrzehnte.

Spekulationsaktien sind Einzelaktien von Unternehmen, in denen ich Potential für die Zukunft sehe. Mit diesem Anteil wird mein Spieltrieb befriedigt. Wenn ich Zeit und Lust habe, mir Unternehmen genauer anzusehen oder mich in Themen/Branchen einzulesen, investiere ich als Resultat in die Unternehmen. Die Bedingung ist jedoch eine ausreichend hohe Summe, so dass die Ordergebühren keinen unverhältnismßig großen Anteil ausmachen (Meist ca. 2.500€ / Order). Zweite Bedingung ist, dass der Anteil an Spekulationsaktien meine Obergrenze von 30% am Gesamtdepot nicht überschreitet.

Wie du dein Aktiendepot eröffnen kannst und dass es nicht aufwändig ist, habe ich hier Schritt-für-Schritt per Screenshots beschrieben.

Danach folgt die betriebliche Altersvorsorge, in die monatlich eingezahlt wird und jährlich mit 5% verzinst ist. Auszahlung ist bei Renteneintritt als Einmalbetrag.

Bargeld macht derzeit 4% aus und richtet sich nach dem Vielfachen meiner Monatsausgaben, die ich als Puffer sofort verfügbar auf dem Girokonto halte.

Dieses Jahr hinzugekommen sind P2P Kredite, vornehmlich in Mintos* mit derzeit 12,4% Rendite p.a.

Es folgt Gold in Form von Goldmünzen zu 2% und ein Engagement in der Kryptowährung Bitcoin zu ebenfalls 1%.

Als kleinster Posten derzeit noch eine Unternehmensbeteiligung über Crowdinvesting in das Startup EasyPEP für 500€.

Ergänzen möchte ich mein Portfolio in nächster Zeit um Immobilien. Wissen habe ich mir durch Bücher und Workshops angeeignet (Buchempfehlung: ErfolgReich mit Immobilien-Investments*). Was noch fehlt, ist das passende Angebot einer Wohnung. Hier bleibe ich geduldig und schlage zu, wenn sich etwas Gutes ergibt. Im Idealfall renovierungsbedürftig um handwerkliches Geschick auszubauen, Spaß zu haben und eine höhere Rendite erzielen zu können.

Einnahmen

Die Einnahmen bestehen derzeit ausschließlich aus dem Angestellteneinkommen i.H.v. 4.320€ vor Versicherung (IG Metall, 4 Jahre im Beruf) sowie den ersten Erfolge der Aktieninvestments i.H.v. 150€ / Monat an Dividenden. Alle Angaben berechne ich als Durchschnitt auf Monatsbasis, d.h. Urlaubs-/Weihnachtsgeld wird als Jahressumme auf jeden Monat aufgeteilt.

Ausgaben

Die Ausgaben sind ebenfalls auf monatliche Durchschnittswerte heruntergebrochen. Ausgabenswerte sind keine Zielwerte damit ein Budget um jeden Preis eingehalten wird. Wie in Geiz vs. Sparsamkeit geschrieben, steht nicht die Geldanhäufung sondern die Lebensfreudenmaximierung im Vordergrund.

Daher versuche ich durch die angegebenen Werte meine aktuellen Kosten abzubilden. Wird über den Jahresdurchschnitt ein Posten höher wie z.B. Urlaub in diesem Jahr, wird der monatliche Durschnittswert für das kommende Jahr angepasst.

Interessant ist jedoch, dass die durchschnittlichen Ausgaben rückläufig sind seit ich mir Gedanken darüber mache, welche Ausgaben tatsächlich glücklicher machen und welche nicht.

Einkommensaufteilung
Einkommensaufteilung Stand Oktober 2017

Sparrate

Die Sparrate beträgt derzeit 61%. Würde ich ab morgen kein Geld mehr verdienen, könnte ich meinen derzeitigen Lebensstandard für 6,3 Jahre aufrechterhalten ohne neues Geld hinzuverdienen zu müssen.

Jahresziel und Zielerreichung 2017

Zum Zweck der Selbstmotivation und mittelfristigen Planung gibt es am Jahresanfang ein Vermögensziel für das Jahresende, das leicht höher als die errechnet Prognose liegt. Dadurch ist man aufgefordert, kreativ zu werden, aus der Komfortzone zu gehen, zu wachsen und sich etwas strecken zu müssen (dargestellt als rote Linie).

Jahresentwicklung
Mittelfristplan und Jahresentwicklung

Für dieses Jahr sollte das Jahresziel erreicht werden. Durch einige ebay-Verkäufe in der Hinterhand von Sachen, den ich nicht mehr nutze, sollte dies gut machbar sein.

Langfristige Planung

Um langfristig auf Kurs zu bleiben gibt es ebenfalls die Prognose über die nächsten Jahre mit Ziel der finanziellen Unabhängigkeit 2025 (25-fache derzeitige Jahresausgaben = 504.817€ Vermögen mit 4% Rendite) sowie die symbolische Million 2032. Der Plan ist jedoch eher ein Ausblick und da man weiß, dass es immer anders kommen wird und das auch ok ist, erwarte ich nicht, dass der Plan genauso eintritt. Zu sehen, wo die Reise hingehen könnte, motiviert jedoch sehr.

Langfristige Prognose
Prognose langfristige Vermögensentwicklung

Fazit und Ausblick

Damit habe ich meine derzeitige Situation dargestellt. Sobald es die Zeit zulässt, möchte ich genauer auf die einzelnen Abschnitte eingehen. Meiner Erfahrung nach ist der erste und wichtigste Schritt für langfristigen Vermögensaufbau das Bewusstsein über Einnahmen und Ausgaben.

Wie sieht es bei dir aus, hast du einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben? Hast du Ideen für zusätzliche Einkommen oder die Reduzierung von Ausgaben? Lass es mich in den Kommentaren wissen – ich freue mich auf den Austausch mit dir!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Passives EinkommenFrugalismus – Was ist ein Frugalist?

Warum Geiz nicht geil ist – Sparsamkeit hingegen schon!

Sparsamkeit versus Geiz
Foto by pomponetti

„Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben!“

Spricht man offen darüber, wie man durch kluge Entscheidungen Geld gespart hat oder sparsam lebt, ist die erste Reaktion meist: „Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben“. Dass jedoch ein großer Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht und warum du durch Sparsamkeit profitieren und glücklicher sein kannst, möchte ich anhand der Protagonisten Gerd Geizig und Spartacus Sparsam zeigen. Meine Behauptung ist, dass du durch Sparsamkeit glücklicher wirst und Geiz hingegen nur Nachteile für dich bringt.

Was ist Geiz?
Geiz ist im Duden als „übertriebene Sparsamkeit“ definiert. Dies bedeutet, dass der Drang zum Sparen bei einem geizigen Menschen zwanghaft ist und sein oberstes Lebensziel darstellt. Naheliegend ist, dass wir andere Personen gerne als geizig beschreiben, selten aber uns selbst. Typische Ansichten und Glaubenssätze geiziger Menschen sind „Ich darf mir nichts gönnen!“, „Ich habe zu wenig von …“ oder „Geld anzuhäufen ist wichtiger als Spaß zu haben“. Ursachen sind meist Verlustängste wie die Angst vor Kündigung, Angst vor sozialem Abstieg etc. Geizige Menschen verhalten sich daher auch meist unsozial und egoistisch. Sie möchten ihr Geld für sich behalten und Anderen möglichst nichts davon abgeben.

Aus dem Leben von Gerd Geizig
Gerd Geizig ist 27 Jahre alt, hat eine sichere Beamtenstelle und liest gerne Immobilienangebote für die Verwirklichung seines Traumes vom Eigenheim. Er selbst bezeichnet sich nicht als geizig, da man für die Fahrt eines Kollegen ins Krankenhaus doch wenigstens das Spritgeld verlangen kann und Besucher bei ihm zu Hause wirklich auch vorher schon hätten essen und trinken können. Der Pfennigfuchser wird für das Horten seiner Cents eher belächelt, denn es sind immer noch Kleinbeträge, die er hortet. Sein Kleiderschrank besteht aus alter Discounterkleidung, die seit der ersten Wäsche zerschlissen ist. Seit 2 Wochen hat er seine erste Freundin, die ihren Kinoeintritt aus eigener Tasche bezahlt, versteht sich. Einladungen, sich mit Bekannten zu treffen, die sein Interesse für Immobilien teilen, lehnt er meist ab. Er befürchtet, eine Runde Bier zahlen zu müssen was er gar nicht einsieht. So manövriert er sich weiter in sein Schneckenhaus aus Cents und hortet sie mit vollster Hingabe. Wird Sparen zum Zwang (Geiz) und wird als das wichtigste Lebensziel gesehen sind die Folgen daher alles andere als geil. Mit einer „Geiz-ist-geil“-Mentalität kaufe ich die billigste Technik/Kleidung/Lebensmittel nur des Sparens willen, ungeachtet, dass ich dadurch in 2 Monaten das Teil ersetzen muss, die Kleidung unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wurde oder Lebensmittel schlecht für den Körper sind. Sozial zeigt Geiz zudem ein beschämendes Bild vom Wert, den wir unseren Mitmenschen beimessen. Wie unterscheidet sich nun Sparsamkeit vom Geiz?

Was ist Sparsamkeit?
Legen wir abermals die Definition des Duden zu Grunde, findet man für Sparsamkeit die Erklärung: „Ist auf möglichst geringe Ausgaben, möglichst geringen Verbrauch bedacht“. Dies bedeutet generell, dass man Dinge effizient macht. Wenn ich das gleiche Ergebnis mit weniger Einsatz erreiche, ist letztere Lösung effizienter. Der Hauptunterschied zwischen Sparsamkeit und zwanghafter Sparsamkeit (Geiz) ist jedoch, dass man bei Sparsamkeit das Glück, die Zufriedenheit als oberstes Lebensziel behält. Ich spare nicht des Sparens willen, sondern ich maximiere Glück, Freude, Zufriedenheit als oberstes Ziel. Die landläufige Meinung und Reaktion auf Menschen, die nur einen geringen Teil ihres Monatseinkommens zum Leben benötigen ist: „Oh, das ist aber heftig – das kriegt man schon hin, aber ich will mir lieber etwas gönnen“. Dies impliziert die Annahme, dass sich ein sparsamer Mensch auf Kosten von Lebensfreude und Glück einschränkt und etwas im Leben verpasst. Im eigentlichen Sinne meint Sparsamkeit jedoch nur, dass mein Ziel wie z.B. Lebensfreude mit möglichst geringen Ausgaben und Einsatz von Ressourcen erreiche. Bei der Entscheidung für die Möglichkeiten wie ich zum Ziel komme, wähle ich die Möglichkeit aus, die mit minimalem Einsatz von fleißigen, für mich arbeitenden Euromünzen auskommt.

5 Vorteile von Sparsamkeit
Wenn du den Unterschied zwischen Sparsamkeit und Geiz verstanden hast und weißt, dass bei letztem als oberste Priorität maximale Lebensfreude und Glück steht, wirst du schnell sehen, dass du durch Sparsamkeit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst. Zum einen erhöhst du dein Glück, zum anderen sparst du nebenbei Geld, was wiederum deine Zeit bis zur finanziellen Unabhängigkeit (Zeitpunkt, zu dem deine monatlichen Ausgaben von Kapitalerträgen gedeckt werden) reduzierst.
Konkret sehe ich 5 Vorteile, von denen du durch sparsames Verhalten profitierst:

  1. Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
  2. Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
  3. Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
  4. Sparsamkeit bringt Entspannung
  5. Sparsamkeit führt zu mehr Freude

Vorteil 1: Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
Wenn man sparsam ist und das im Gespräch mit anderen kommuniziert, setzt man sich schnell Kommentaren aus wie „Ohje, du sparst aber viel – gönn dir doch mal was. Wofür das alles, wenn dir morgen etwas passiert und alles Sparen und Einschränken umsonst war?!“. Damit ist man automatisch aufgefordert, sein Verhalten zu hinterfragen und für sich die Frage zu beantworten: Was möchte ich im Leben, was ist mein oberstes Ziel. Ein glückliches, erfülltes Leben könnte eine Antwort sein. Ist dieses Ziel definiert, werden weitere Ziele untergeordnet. Ein Unterziel kann sein, ein Vermögen aufzubauen, sodass man durch die Erträge des Vermögens finanziell unabhängig von einem Angestelltenjob ist, in dem man eventuell unzufrieden ist. Wichtig ist, dass man sein „Warum?“ kennt. Dann geht es nur noch darum, dieses Ziel effizient, d.h. unter geringem Einsatz von Ressourcen wie Geld, Zeit, Umweltressourcen zu erreichen. Es ist niemandem zu wünschen, jedoch kann ein jeder durch einen Unfall plötzlich aus dem Leben gerissen werden und dann möchte man sich nicht gesagt haben „Mist, die Einschränkungen waren alle für nichts. Die Früchte der Sparsamkeit kann ich nicht ernten.“ Wenn mich morgen ein Laster überrollt, hätte ich dann heute etwas anders gemacht, anders gelebt? Hätte ich mir dann das teurere Steak gekauft? Auch wenn es hart formuliert sein mag kann diese Frage helfen, dein oberstes Ziel von Glück nicht aus den Augen zu verlieren und bei positiver Sparsamkeit zu bleiben ohne zwanghaft zu werden.

Vorteil 2: Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
Wer sparsam ist, hat verstanden, dass Geld einem viel Freiheit ermöglichen kann und daher nicht unwichtig für ein zufriedenes Leben ist. Wenn du sparsam bist, heißt das, dass du einen Überblick über deine Finanzen hast und Ausgaben hinterfragst. Mit der einfachen Frage, wie viel mehr Glück/Zufriedenheit dir die nächste Ausgabe bringt wirst du vom blinden, durch Werbung gesteuerten Konsumkäufer zum achtsamen, bewussten Investor in dein Glück. Anstatt dir im Vorbeigehen ein Buch zu kaufen, weil es dich gerade „anlacht“ wäre ein günstigeres Gedankenmuster: „Wow, dieser Buchtitel springt mir ins Auge, das scheint interessant. Ich werde es notieren und in 30 Tagen noch einmal schauen, ob ich es immer noch haben möchte.“ Wenn du nach 30 Tagen weiterhin großes Interesse daran verspürst und weißt, dass es dich langfristig zufriedener macht, freust du dich, bewusst in deine Bildung zu investieren und kaufst/leihst es gezielt. Du weißt, dass du das Buch mit Sicherheit in den nächsten Tagen lesen wirst. Du bekommst ein Gespür dafür, was dich langfristig glücklich macht und welche Käufe automatisch gemacht werden und nur ein kurzfristiges Glücksgefühl bewirken.

Vorteil 3: Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
Wenn du sparsam bist und bereits bewusster deine Ausgaben hinterfragst, kommt schnell der Punkt an dem du feststellst: Döner am Feierabend & ein McDonalds Menü am Bahnhof sind sehr teuer im Vergleich zum Nutzen/Schaden, den sie bringen. Das Glücksgefühl ist nur kurzweilig: „Du bist müde von der Arbeit und brauchst daher nicht mehr zu kochen und lecker ist fettiges Fleisch mit Sauce (+ Geschmacksverstärker) vielleicht auch“. Nach der 20-minütigen Freude jedoch kommt der schwere Magen, der das Einschlafen erschwert, der Geldbeutel, der um 5€ bzw. 8€ erleichtert wurde und langfristig Fettpolster, die deine Gesundheit beeinträchtigen. Sparsam zu sein bedeutet hier, die Selbstdisziplin zu lernen in der Woche ein ungesundes Fertiggericht weniger zu essen. Stattdessen kaufst du gesündere Zutaten ein, verbesserst deine Kochfähigkeiten, schläfst leichter ein, fühlst dich besser und sorgst für eine bessere Gesundheit für den Rest deines Lebens. Nur als Nebeneffekt hast du ebenfalls mehr Geld am Monatsende übrig, das direkt investiert und für dich arbeiten kann. Anstatt dich mit Freunden wie immer in der Bar zu treffen, warum nicht einmal zu dir einladen, dir aneignen wie man gute Cocktails/Snacks zubereitet und gemeinsam aktiv sein, Spaß haben und ganz nebenbei 15€ einsparen, die für dich arbeiten können. Das neue Designerregal kannst du dir kaufen oder du erweiterst deine handwerklichen Fähigkeiten und bringst dir bei wie du es selbst baust. Das bringt Spaß, neue Fähigkeiten, Unabhängigkeit und ganz nebenbei spart es dir meistens wertvolle, arbeitende Euros. Wenn man sich als Ziel setzt von 50% seines Einkommens zu leben und die anderen 50% zu sparen, macht ein sparsamer Mensch das nicht des Sparens willen, sondern eher aus dem Spieltrieb heraus, sich der Herausforderung zu stellen, wie er von 50% des Einkommens leben kann – ohne an Lebensfreude einzubüßen, versteht sich. Das regt an, kreativ zu sein, neue Dinge auszuprobieren und seine Komfortzone zu verlassen, was wiederum langfristig in einem zufriedeneren Leben resultiert. Wohingegen bei geizigen Menschen eine Angst dominiert, Geld zu verlieren oder irgendwann nicht mehr genug Geld zu haben ist dies bei sparsamen Menschen anders: Sparsame Menschen haben Lust neue Dinge zu probieren, Risiken einzugehen und werden mit größeren Erträgen belohnt.

Vorteil 4: Sparsamkeit bringt Entspannung
Wer sparsam ist und sich vor einem Kauf die Frage stellt, ob ihn das Produkt der Wahl langfristig glücklicher macht, merkt schnell, dass dies nur bei wenigen Dingen der Fall ist. Die Freude der meisten Konsumkäufe ist nur von kurzer Dauer. Hält ein Produkt der Abwägung von Kosten & Nutzen (langfristige Erhöhung der Lebensfreude) statt, wird es gekauft. Das führt insgesamt zu deutlich weniger Neuanschaffungen. Je weniger Dinge du um dich herum hast, desto weniger Chaos, Belastung spürst du und desto mehr Unabhängigkeit, Freiheit bekommst du. Liegt auf einem aufgeräumten Schreibtisch in der Mitte ein Brief, den es zu bearbeiten gilt, kannst du dich voll darauf
konzentrieren, gleich erledigen und dir steht keine Ablenkung im Weg. Liegt dieser Brief jedoch auf dem obersten Stapel eines chaotischen Schreibtisches mit einem Überfluss an zu erledigenden Post-It‘s, Krimskrams, zu bezahlenden Rechnungen und 20 verschiedenen Textmarkern, Kulis und teuren Füllfederhaltern, geht dies deutlich schwieriger. Wird neben den zwei Familienautos noch der kleine Stadtflitzer für die Frau angeschafft, heißt das abgesehen von den zusätzlichen Kosten auch zusätzliche Termine für Reparatur, Tanken, Versicherungspapierkram usw. Sparsam bei der Neuanschaffung oder durch Aussortieren alter Gegenstände zu sein führt immer auch zu mehr Entspannung und Freiheit.

Vorteil 5: Sparsamkeit führt zu mehr Freude
Sparsam zu sein führt auch dazu, mehr Dinge Wert zu schätzen. Eine der beeindruckendsten Fähigkeiten des Menschen ist es sich in kurzer Zeit an die Umgebung anzupassen. Wird ein Sportwagen gekauft, schnellt die Freude kurzfristig in die Höhe. Alles ist neu am Auto, jede Fahrt wird zum Abenteuer. Nach den ersten Monaten nimmt das Glücksgefühl beim Einsteigen schon ab und nach einem Jahr ist der Wagen zur Normalität geworden. Frei nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ muss der nächste Wagen her. Um die gleiche Freude zu erzeugen, sind nun immer mehr Euros notwendig und die Konsumspirale darf nie aufhören um das Niveau der Freude aufrechtzuerhalten. In einem Experiment befragten Forscher über mehrere Monate hinweg Menschen, deren Schicksal unterschiedlicher nicht hätte sein können. Gruppe 1 bestand aus Personen, die durch einen Unfall plötzlich querschnittsgelähmt wurden wohingegen Testpersonen der Gruppe 2 kürzlich im Lotto gewonnen hatten. Die ersten 3 Monate entwickelte sich die Stimmung beider Gruppen den Erwartungen entsprechend: Die Lottogewinner waren überglücklich, die verunglückten haderten mit ihrem Schicksal auf einmal nicht mehr laufen zu können. Das Unglaubliche jedoch war, das nach nicht einmal 6 Monaten das Glücksniveau beider Gruppen gleich hoch war. Beide hatten sich an die neue Situation gewöhnt. Als Beispiel das Leben des oft zitierten, fiktiven BWL-Justus: Zum Abitur hat er einen Sportwagen bekommen, lebt zum Studium in einer 90m² großen Eigentumswohnung in der Münchner Innenstadt und isst jeden 2. Tag im Restaurant, weil die monatlichen 3.000€ „Lebensunterhalt“ von den Eltern irgendwie an den Mann gebracht werden müssen. Dieses sorgenfrei scheinende Leben beneide ich jedoch keineswegs. Warum? BWL-Justus wird sich nach 3-6 Monaten an den Sportwagen, die Wohnung und das Restaurantessen gewöhnt haben. Ab dann wird das Glücksgefühl abnehmen, da er die Rahmenbedingungen als normal wahrnimmt. Stattdessen muss er sich ständig nach weiteren Steigerungen umschauen. Sein Kommilitone hingegen, der nicht mit so viel finanzieller Unterstützung von den Eltern „gesegnet“ ist, zieht zum Studienbeginn in ein 12m² großes Zimmer im Studentenheim (Beispiel Geldschnurrbart). Als erste eigene „Wohnung“ ist das bereits spannend, man lernt sich selbst zu versorgen und mehr als zum Lernen, schlafen und ausnüchtern wurde das Zimmer in den ersten Semestern sowieso nicht genutzt. Nach einigen Jahren folgt der Umzug in eine 2er WG, das Zimmer wächst auf 20m² und sogar ein Wohnzimmer ist nun nutzbar, was die nächste Ausschüttung von Glückshormonen bewirkt. Zum ersten Job wird in einer neuen Stadt eine eigene Wohnung gemietet – erneute Freude. All diese Freuden über kleine Verbesserungen bleiben BWL-Justus in seinem Lebensstil verwehrt.

Nach den Erläuterungen ein kurzer Blick auf die Anfangssituation – geschildert diesmal aus der Sicht von Spartacus Sparsam.

Das Leben von Spartacus Sparsam
Wo Gerd Geizig die Einladung ausschlug denkt sich Spartacus Sparsam, dass dieses Treffen sicher ein interessanter Austausch mit Gleichgesinnten wird. Zu Beginn gibt er direkt eine Runde Bier aus, weil er es toll findet, dass sie sich zusammengefunden haben. Im Gespräch ergibt sich, dass sein Tischnachbar ihn auch aufgrund der netten Geste sympathisch findet und bietet ihm an ihn einmal mit zu nehmen und ihm seine aktuellen Projekte zeigt. Durch dieses soziale Verhalten hatte Samuel nicht nur einen netten Abend, ein gutes Gefühl indem er Andere eingeladen hat, neue Freunde gewonnen sondern auch einen Auftrag an Land gezogen mit dem er an einem Tag verdiente, wofür Gerd Geizig ein Jahr braucht. Zum Treffen ist Spartacus Sparsam übrigens spaziert, denn neben den 2€ Ersparnis für den Bus war seine Hauptmotivation, während des Abendspaziergangs nach Immobilien Ausschau zu halten.

Fazit und Praxistest
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein erheblicher Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht. Sinnvolles Sparen ist keine Einschränkung sondern die Entscheidung für eine ressourcensparende Lebensführung unter Beibehaltung der Glücksmaximierung als oberstes Lebensziel. Sparsamkeit fordert dich heraus kreativ zu werden, neue Fähigkeiten zu erlernen und bewusst zu leben. Warum also nicht direkt aktiv werden? Nimm dir für diese Woche eine Sache vor und setze sie direkt um!

Einige Praxisideen:

  • Anstatt bequem auf dem Weg zur Arbeit 10 min. in der U-Bahn zu sitzen kannst du dir auch sagen, einmal die Woche werde ich die 30 min. zur Arbeit spazieren. Hierdurch entspannst du unbewusst, atmest frische Luft, hast Bewegung und gleichzeitig sparst du dir auch noch das Ticket
  • Warum diesen Sommer nicht einmal die Herausforderung mit der Familie annehmen: Versuche doch einmal, deine Familie zu motivieren beim Picknick anstatt Plastikteller die eigenen mitzubringen und anschließend zu waschen. Einen leckeren Salat mit Kartoffelecken selbstgemacht als Ersatz für das Extrafleisch. Anstatt den 30 min. Jetski eine Kanutour über 3 Stunden mit Ruhe, Entspannung und körperlichem Training
  • Die Eltern für eine entspannte Fahrradtour zu überreden anstatt mit dem Auto zum Ziel zu fahren
  • Wählt ein näheres Ziel als Campingtrip, falls möglich
  • Nächstes Treffen mit Freunden statt in der Bar zu Hause bei dir und du begeisterst mit dem neu erlernten Cocktailrezept

Welche Idee hast du und konntest du Sie umsetzen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Passives Einkommen

Wer nicht investiert, hat schon verloren!

Geld vermehren
Foto by pomponetti

„Aktien sind mir viel zu riskant. Ich möchte mein Geld nicht verlieren. So viel habe ich noch lange nicht, dass ich etwas zum Verzocken übrig habe.“

Wem diese Aussagen bekannt vorkommen, ist hier genau richtig. Für viele Deutsche ist investieren in Aktien oder Ähnliches gleichbedeutend mit hochriskanter Spekulation. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, warum die Deutschen im internationalen Vergleich als Aktienmuffel (7% der Deutschen sind aktuell in Aktien investiert, Japan 28%, USA: 56%) gelten. Lieber liegt das Geld auf dem Sparbuch – auch wenn man sich beklagt, dass es hier ja keine Zinsen gibt und die Bank daher böse sei. Aber wenigstens ist es hier sicher und kann nicht verzockt werden. Doch dass diese Nichtentscheidung für Investitionen auch eine Entscheidung ist, nämlich für den jetzigen Zustand, wird dabei oft verdrängt. Auf lange Sicht ist diese Sparbuchtaktik keine Sicherheitstaktik sondern ein sicherer Verlust – die Deutschen sparen sich also arm. Das Problem ist die Inflationsrate, die je nach Berechnung das vermeintlich sichere Sparbuchguthaben jährlich um mindestens 2% entwertet. Von meinem vor zehn Jahren angesparten Geld kann ich mir heute leider nicht mehr so viel kaufen wie damals. Dieser reale Kaufkraftverlust lässt sich jedoch nicht so genau greifen und wird daher nicht bewusst wahrgenommen. Ein Beispiel: Mit der Geburt des ersten Kindes beschließen Karl Konservativ und Amelie Ängstlich monatlich 100€ für die Ausbildung ihres Kindes zurück zu legen und zahlen es auf das dafür eingerichtete Sparbuch ein. Zum 18. Geburtstag stehen für den Nachwuchs 21.600 € zur Verfügung. Diese 21.600 € haben jedoch nach 18 Jahren nur noch eine Kaufkraft von höchstens 13.824 € (Annahme: min. 2% Inflation p.a.). Durch das Nicht-Entscheiden für ein Investment und das Parken auf dem Sparbuch haben sich Amelie und Karl unbewusst dafür entschieden, dass aus 21.600 € gespartem Geld ein Vermögen von nur noch 13.824 € zur Volljährigkeit des Nachwuchses wurde. Was jedoch, wenn sich Karl Konservativ und seine Frau vor der Geburt des Kindes 2 Monate mit Geldanlagen beschäftigt hätten und etwas Recherche auf diversen Finanzblogs betrieben hätten? Sie hätten 3 Erkenntnisse gewonnen:

  • 1. Inflation ist real, unser Geld verliert jeden Tag an Kaufkraft

Sie werden erkennen, dass unser Geldsystem auf dem Aufblähen der Geldmenge basiert. Papiergeld ist nicht wie Gold in der Menge begrenzt. Der Wert des Papiergeldes existiert nur solange wir Menschen darauf vertrauen und es als wertvoll erachten. Solange Staaten vor der Pleite geschützt werden müssen, indem durch Inflation, d.h. durch Gelddrucken der Zentralbanken und die einhergehende Inflation, Staaten entschuldet werden, wird sich diese Geldentwertung auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Daher gilt: Wer nicht investiert, hat schon verloren – nämliche jährlich mindestens -2% Inflation!

  • 2. Nur wenn Geld produktiv eingesetzt wird, vermehrt es sich

Geld, das auf dem Sparbuch liegt, erwirtschaftet derzeit fast keine Zinsen, im Gegenteil – es wird durch Inflation jeden Tag weniger wert. Investiert man sein Geld in Aktien, kann das Unternehmen, deren Anteile man kauft, das Geld nehmen und es in neue Maschinen oder die Entwicklung neuer Technologien investieren. Diese neuen Technologien erwirtschaften Gewinne, weshalb der Aktienwert steigt und der Aktionär mit Dividendenzahlungen entlohnt wird. Investiere ich auf einer Privatkreditplattform wie Mintos* oder Viainvest*, kann mit meinem Geld der private Kreditnehmer in Polen oder Georgien einen kurzfristigen Zahlungsengpass überwinden und wieder auf die Beine kommen, bevor er seine Mietwohnung verliert. Diese Hilfestellung ist er bereit mit einem Aufschlag zu bezahlen, der dem Privatinvestor als Gewinn zufließt. Investiere ich Geld auf EstateGuru*, damit dieses in Immobilienprojekten produktiv sein, erhalte ich dafür eine Erfolgsbeteiligung (Rendite). Beteilige ich mich mit 500€ an einem Crowdfundingprojekt, kann das StartUp-Team die eingesetzten Gelder verwenden und eine einfachere Software für Schichtplansysteme programmieren (Beispiel: easyPEP, in das ich vor ca. 3 Jahren investiert habe). Hierdurch wurde eine Software geschaffen, die vielen Restaurantbesitzern, Sportvereinen und Messeveranstaltern hilft, per App ihre Mitarbeitereinsatzplanung zu organisieren. Daher schreibt das Unternehmen mittlerweile schwarze Zahlen und entlohnt seine Investoren mit einer Gewinnbeteiligung. Die 500€ von 2014 wurden seither genutzt um Wert zu schaffen, produktiv zu sein – weshalb sie nun nicht mit einem Abschlag an Inflation entwertet, sondern mit einem realen Zuwachs vermehrt worden sind.

    • 3. Langfristiges Investieren ist kein Spekulieren und erfordert nur wenige Zeit

Die dritte Erkenntnis wird sein, dass ohne sich detailliert mit Investitionen in Privatkredite oder StartUps zu beschäftigen ein sehr einfacher Weg die Investition in Aktien-ETF’s sind. Diese ermöglichen sich mit wenig Kapital an einer Vielzahl an Unternehmen, internationalen Märkten und Branchen zu beteiligen. Glaubt man an ein Wachstum der Weltwirtschaft und investiert regelmäßig, konnte man mit breitgestreuten ETF’s eine jährliche Durschschnittsrendite von 7% erwirtschaften (Buchempfehlung: Souverän investieren mit Indexfonds und ETF’s).

Wie sähe die Lage von Karl und Amelie aus, nachdem sie 2 Monate Recherche auf diversen Finanzblogs getätigt hätten. Vielleicht hätten Sie beschlossen von ihrem monatlichen Sparbetrag mit 90€ einen MSCI World ETF zu besparen mit durchschnittlicher Rendite von 7% p.a. und 10€ in Privatkredite bei Mintos*, Viainvest* oder Immobilieninvestments auf EstateGuru* mit 12% p.a. Mit gleicher Sparleistung von 100€ im Monat könnte sich der Nachwuchs am 18. Geburtstag nicht über 13.824€, sondern über 46.024 € freuen. Grund hierfür ist der Zinseszinseffekt, den bereits Albert Einstein als stärkste Kraft im Universum bezeichnet hat. Besonders auf lange Sicht macht es einen erheblichen Unterschied, wie ertragreich das Geld investiert ist und arbeitet.
Amelie Ängstlich meldet sich noch einmal zu Wort:

„Doch was, wenn ein Notfall passiert, das Auto geht kaputt oder die Waschmaschine und dann kommen wir nicht an unser investiertes Geld?!“

Das ist erst einmal ein berechtigter Einwand. Auch wenn man seine Investition in Aktien per Klick liquidieren kann und an sein Geld kommt, möchte man diese Langfristinvestments nicht kurzfristig verkaufen müssen – es könnte ja passieren dass die Kurse in dem Moment im Keller sind. Daher sollte stets ein Sicherheitspuffer an Bargeld bzw. Geld auf dem Girokonto vorhanden sein. Am besten ein Wert zwischen 3 – 6 Monatsausgaben. So viel, dass man ein gutes Gefühl hat, d.h. am Monatsersten besteht keine Gefahr in den Dispo zu rutschen und „Notfälle“ wie das schnelle Wiederbeschaffen einer neuen Waschmaschine oder Autoreparatur können einfach abgefangen werden. Geld das jedoch über diesen Sicherheitspuffer hinaus auf dem Sparbuch liegt, sollte stets produktiv sein und investiert werden.
Zuletzt meldet sich Karl Konservativ noch einmal:

„Investition endet ja nicht immer positiv, man hört ja öfters von Fehlinvestitionen! Und dafür ist mir mein Geld zu schade! Aktien können ja steigen und fallen, da kenne ich mich nicht sonderlich aus! Aber man kann ja auch einfach Pech haben und mal falsch investieren! Und so viel Geld haben wir nicht auf der hohen Kante, dass wir hier ein Risiko eingehen sollten!“

Diese Nicht-Entscheidung für Investition heißt jedoch wieder eine Entscheidung für sichere Vermögensreduzierung um mindestens 2% pro Jahr. Solange man noch nicht finanziell ausgesorgt hat, kann man es sich nicht leisten, sein Geld nicht arbeiten zu lassen. Wichtig ist, dass man nur in Anlagen investiert, die man versteht und es plausibel ist, dass sie eine Rendite erwirtschaften. Mit den heutigen Möglichkeiten und Informationsangeboten im Internet ist es jedoch innerhalb weniger Wochen möglich sich ausreichend zu informieren um sich von den beharrlich haltenden Vorurteilen vor Unwissenheit zu lösen und anzuerkennen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!

Passives Einkommen – Aktives, selbstbestimmtes Leben!

Willkommen auf der Seite, auf der du lernst, dir einen Geldschnurrbart wachsen zu lassen. In Anlehnung an den englischsprachigen Blog Mister Money Moustache übertragen wir die Ideen auf den deutschsprachigen Raum und zeigen, wie man Verantwortung für seine Finanzen übernimmt um letztendlich frei und selbstbestimmt zu leben, ohne Zeit gegen Geld tauschen zu müssen.