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ETF Empfehlung? Geld auf einmal anlegen? Kapital-Gipfel in München

Bei strahlendem Sonnenschein habe ich die letzten Tage in München verbracht. Neben der Abstimmung mit dem Lektor für das aktuelle Buchprojekt und einem spannenden Interview für das Buch stand der Kapital-Gipfel auf dem Programm.

Eines meiner Events dieses Jahr für die persönliche Weiterbildung und Investition in Humankapital. Was ist die ETF Empfehlung der Experten wie Albert Warnecke, dem Finanzwesir? Christian W. Röhl vom Dividendenadel referierte über die Anlage von größeren Geldbeträgen: auf einmal investieren oder  häppchenweise? Dr. Gerd Kommer  erklärte, warum der Inflationsschutz von Sachwerten nur ein Mythos ist. Ein Auszug meiner persönlichen Vortragshighlights an diesem Tag.

Geld anlegen, aber wie? Über 200 Teilnehmer kamen nach München

Der Veranstalter extraETF organisierte zum zweiten Mal den Kapital-Gipfel in München, ein Tag voller Vorträge zum Thema Geldanlage für Privatleute. Über 200 Besucher verbrachten den Tag im Haus der Bayrischen Wirtschaft. Von der ETF Empfehlung, Immobilien, Kryptowährungen, StartUps, nachhaltigem Investieren und RoboAdvisorn deckten die Vorträge ein breites Themenspektrum ab.

Für meinen Geschmack war der Anteil an Werbevorträgen der Sponsoren etwas hoch, wurde jedoch durch inhaltsreiche und unterhaltsame Vorträge mehr als kompensiert. Auch durch eine reibungslose Organisation möchte ich mich an dieser Stelle beim Veranstalter für diesen Tag bedanken!

ETF Empfehlung? Es ist egal! – Finanzwesir Albert Warnecke

Finanzwesir Albert Warnecke
Finanzwesir Albert Warnecke: ETF Auswahl? Es ist egal!

Den Vortragsanfang machte Finanzwesir Albert Warnecke in gewohnt unterhaltsamer Weise. Es ging um die Frage: Was ist die ETF Empfehlung der Experten? Welchen Depotanbieter soll ich wählen? Wie ETFs sind die besten? Seine klare Antwort: Es ist EGAL! Fehler vermeiden reicht.

Er zeigte anschaulich, dass nicht die ETF Empfehlung ausschlaggebend ist, oder welcher ETF Anbieter gewählt wird, sondern dass man ausreichend diversifiziert. In der Realität liegen die Depots von Privatanlegern bei einer negativen Rendite von -6%. Grund: Versuchtes Market-Timing, keine Streuung und zittrige Hände sowie Gier.

Für Albert war es beruhigend zu wissen, dass bei der Auswahl des Pflegeheims für seinen Vater nach einem Schlaganfall nicht die Frage: „Was ist leistbar“, sondern „Was ist das beste für den Vater“ im Vordergrund stehen konnte.

Man baut keinen schnellen Reichtum auf mit der Anlage in ETFs auf den MSCI World. Mit 40 Millionen Mitarbeitern weltweit in über 2.500 Firmen beteiligt man sich jedoch an realen Werten, die breit diversifiziert sind. Mit 1 oder 2 ETFs ist eine ausreichende Diversifikation und eine überschneidungsfreie Abdeckung von Industrie-/ und Schwellenländern möglich.

Der „Endgegner“ sei das Tagesgeldkonto, auf dem die Mehrheit der Deutschen immer noch ihr Vermögen hortet. Er berichtete von Leserzuschriften, die nach ETF Empfehlungen fragen, Exceltapeten mit Portfolios aus 10 verschiedenen ETFs senden und am Ende zu der Erkenntnis kommen, dass ein Sparplan von 175€ monatlich auf 6 ETFs doch keinen Sinn macht. Also bleibt das Geld weiter auf dem Tagesgeldkonto.

Aktiendepot eröffnen – aber wo? Die Auswahl des Anbieters ist laut Albert ebenfalls nicht kriegsentscheidend. Wichtig ist, dass du startest und überhaupt ein Aktiendepot eröffnest. Die Annahme, je mehr Blut Schweiß, Tränen und Nachkommastellen in der Excel sind, desto besser das Depot, ist falsch. Die typischen Anfängerfehler beim Investieren zu vermeiden reicht.

Christian W. Röhl – Einmalanlage oder in Tranchen?

Christian W. Röhl
Christian W. Röhl: Geld anlegen auf einmal?

Dividendenfan Christian W. Röhl berichtete von seinem größten Schreckmoment beim Investieren. 2008 investierte er nach dem Verkauf seiner Firma an Axel Springer den Großteil des Vermögens am Aktienmarkt – alles auf einmal. Weniger Monate später hatte sich sein Depotwert um 40% verringert. Ernst berichtet er von keinen angenehmen Gesprächen am Frühstückstisch mit seiner Frau: „Du weißt schon, was du da machst?“.

Was ihn gerettet hat und dafür sorgte, dass er nicht panisch mit Verlust verkaufte, war Peer Steinbrück. Angetrieben vom Steuerspartrieb, der laut Christian stärker als der Sexualtrieb sei, wollte er von der Abgeltungssteuerfreiheit bis 31.12.2018 profitieren. Hätte er nicht langfristig gedacht, wäre sein Geld verloren gewesen.

Wer Aktien für einen Zeitraum von einem Jahr kauft, investiert nicht sondern spekuliert. Wer nach ETF Empfehlung in den MSCI World investierte und mindestens 14 Jahre investiert blieb hat seit 1972 keine negative Rendite zu verbuchen gehabt.

Bei Anlegern, die monatlich einen Betrag übrig haben, ist seine Empfehlung das Besparen von ETFs oder Einzelaktien in einem Sparplan. Ist jedoch durch eine Abfindung oder Erbschaft ein großer Betrag auf einmal zu investieren, stellt sich die Frage: Alles auf einmal oder in Tranchen?

Hätte man im Juni 2007 in einen ETF auf den MSCI World Index investiert, läge man bis heute im Schnitt bei 6% Rendite pro Jahr. Wäre man nur 2 Jahre später im März 2009 eingestiegen, läge die Rendite bei ganzen 14,1% pro Jahr!

Da niemand den Markt vorhersagen kann und Market Timing langfristig empirisch nicht zu Outperformance führte, ist laut Christian nicht der Einstiegszeitpunkt entscheidend, sondern die mentale Stärke. Das größte Risiko bei Einmalinvestitionen ist, dass man es nicht aushält, wenn das Vermögen im Folgejahr um 25% einbricht und man dann panisch verkauft.

Eine Möglichkeit ist es, den Einmalbetrag z.B. auf vier Tranchen über 4 Jahre aufzuteilen. Hierdurch ist das maximale Verlustrisiko geringer, jedoch sind auch die Maximalspitzen reduziert. Daher gibt es keinen Beweis für eine bessere Rendite aus Investition in Tranchen, aber manchen hilft es psychologisch.

ETF Papst Dr. Gerd Kommer über Mythen bei Sachwerten

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Dr. Gerd Kommer Vortrag Sachwerte

Dr. Gerd Kommer berichtete über Mythen von Sachwerten (Immobilien, Aktien) gegenüber Nicht-Sachwerten (Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Bankguthaben) in Bezug auf Inflationsschutz oder Sicherheit gegenüber Staatseingriffen wie Steuern.

Als Beispiel nennt er die Hochinflationsphase von 1970 – 1979. Während dieser zehn Jahre war entgegen dem Mythos die reale Rendite (nach Inflation) von Aktien (Sachwerte) z.B. im MSCI World mit -5,5% p.a. deutlich geringer als die der Nicht-Sachwerte wie deutsche Staatsanleihen mit +2% p.a.

Auch ist es ein falscher Irrglaube, dass in Zeiten von hoher Inflation Investoren von Sachwerten wie Immobilien von Schulden profitieren, da auch diese durch die Inflation entwertet würden. Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte sich, dass in diesem Fall der Staat durch die Einführung einer auferlegten Steuer auf Bruttomieteinnahmen ebenfalls Sachwertinvestoren mit in die Verantwortung nahm und abstrafte.

Bloggerkollegen und P2P-Kredite

Bloggertreffen
Bloggertreffen Rente-Mit-Dividende, Fortunalista, Freaky Finance, Geldschnurrbart und der Hobbyinvestor

Auch hat es mich gefreut, einige Bloggerkollegen zu treffen. Unter anderem Vincent von freaky finance und den Hobbyinvestor Sebastian, die ihr neues Buch* über das Investieren in P2P-Kredite veröffentlicht haben.

Wer noch Ideen für Weiterbildung in diesem Jahr sucht, findet einige unter Events. Warst du auch beim Kapital-Gipfel? Welche Veranstaltungen hast du besucht, kannst du empfehlen oder stehen dieses Jahr bei dir an? Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren!

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