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ETF Sparplan Vorteile

ETF Sparplan: Vorteile für den Vermögensaufbau

Die meisten Menschen haben ein oder mehrere Sparziele. Doch wie bzw. mit welcher Anlageform lassen sich diese am besten erreichen? Geht das in Zeiten des Niedrigzinses überhaupt noch? Wie kann ich beim aktuellen Niedrigzins mein Geld so anlegen, dass es eine befriedigende Rendite erwirtschaftet? Wie kann ein ETF Sparplan hierbei unterstützen? Welche Risiken gehe ich dabei ein? Gibt es überhaupt eine solche Möglichkeit? Ein Gastbeitrag von Dr. Jürgen Nawatzki, der den etf-blog.com betreibt.

ETFs als Anlagetrend unserer Zeit

In Zeiten des aktuellen Niedrigzinses bieten u. a. Exchange Traded Funds (ETFs) die Möglichkeit auf ordentliche Renditen. Ein börsengehandelter Indexfonds, also ein ETF, bildet jeweils einen bestimmten Börsenindex 1:1 nach.

Und da es tausende Indizes gibt, gibt es auch entsprechend viele ETFs. Derzeit über 7.000 ETFs weltweit. Allein an der Frankfurter Börse sind über 1.400 Indexfonds gelistet.

Ein solcher Börsenindex kann hunderte oder tausende verschiedene Wertpapiere – zum Beispiel Aktien –  enthalten. Oder auch nur 30 wie der Deutsche Aktienindex DAX. Beispielsweise umfasst der MSCI World Index über 1.600 verschiedene Aktien aus 23 Industrieländern. Dabei wird direkt ein gravierender Vorteil von ETFs deutlich: Sie haben eine eingebaute Risikostreuung.

Börsengehandelte Indexfonds feierten 1993 ihr Debüt. Experten sprechen dabei von der größten Finanzinnovation der letzten Jahrzehnte. Keine andere Anlageklasse konnte zuletzt – d. h. seit der letzten Finanzkrise – so stark zulegen.

Trotzdem haben erst ca. 5 Prozent der Deutschen ETFs im Depot. Und das liegt vor allem an fehlendem Wissen diesbezüglich. Denn dieses wird weder an Schulen noch an Universitäten gelehrt.

Doch eines muss auch klar gesagt werden: Wer in Aktien-ETFs investiert, dessen Guthaben schwankt mit der Börse. Mal geht es rauf, aber dann auch wieder runter. Oft geht es drei Schritte vorwärts und dann wieder zwei Schritte zurück. Oder auch vier . . .

Deshalb sind ETFs keine so sichere Anlage wie das Sparbuch oder Tagesgeld. Doch langfristig betrachtet sind die Börsen in den letzten 150 Jahren nach Abzug der Inflation um im Schnitt 7 Prozent p. a. gestiegen. Damit waren Aktien von allen Anlageklassen die rentabelste.

Mit einem ETF-Sparplan regelmäßig sparen

Abgesehen davon, dass ETFs einfach zu verstehen, transparent und flexibel sind, kann man mit ihnen hervorragend langfristig Vermögen bilden. Und das geht vor allem mit ETF-Sparplänen.

Diese wurden bereits als größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts bezeichnet oder auch als Königsweg des Fondssparens. Einmal bei deinem Online-Broker eingerichtet, wird jeden Monat oder in einem anderen Intervall dein Sparbeitrag von deinem Girokonto auf das Verrechnungskonto bei deinem Broker abgebucht.

Zum Stichtag – meist am 1. oder 15. des Monats werden dann Anteile an dem bzw. an den ausgewählten ETFs gekauft. Was sehr bequem ist, ist die Tatsache, dass man einen ETF-Sparplan nur einmal einzurichten braucht und dann fortlaufend regelmäßig Fondsanteile gekauft werden.

An so ein regelmäßiges Sparen gewöhnt man sich schnell. Und das Geld wird jeden Monat direkt vom Konto abgebucht, so dass man nicht in Versuchung gerät, es für Konsumausgaben zu verballern.

Voraussetzung für einen Fondssparplan ist ein Depot

Wer einen ETF-Sparplan starten möchte, braucht ein Aktiendepot. Darin werden deine Wertpapiere verwahrt. Einrichten kann man das Depot bei jeder Bank. Doch am besten bei einem Online-Broker. Alleine schon aus Kostengründen.

So ein Depot ist ruckzuck online eröffnet und dann müssen die persönlichen Angaben nur noch unter Vorlage des Personalausweises verifiziert werden. Entweder online oder bei einer Filiale der Postbank (sogenanntes Postidentverfahren).

ETF-Sparplan: Welche Vorteile er bietet

Dabei hat ein ETF-Sparplan eine ganze Reihe an Vorteilen. Zunächst einmal ist wichtig, dass man als Sparer jederzeit über sein angespartes Kapital verfügen kann, in dem man ETF-Anteile zum aktuellen Börsenkurs verkauft.

Darüber hinaus ist ein ETF-Sparplan sehr flexibel. Das bedeutet, dass man die regelmäßige Sparrate jederzeit verändern kann, wobei allerdings die jeweilige Mindestsparrate in Höhe von 25 EUR bzw. 50 EUR je nach Broker zu beachten ist.

Teilweise gibt es auch nach oben Grenzen, beispielsweise 1.000 EUR pro Monat und ETF, je nach Online-Broker. Das wird allerdings von Broker zu Broker unterschiedlich gehandhabt.

Darüber hinaus haben ETFs sehr niedrige Kosten. Während ein aktiver Fonds im Schnitt zwischen 1,5 Prozent und 2 Prozent p. a. an Verwaltungskosten verursacht – vor allem durch das teure Fondsmanagement – kosten ETFs durchschnittlich lediglich 0,34 Prozent p. a. Tendenz fallend. Wegen des intensiven Kostenwettbewerbs der ETF-Anbieter um Marktanteile.

Darüber hinaus kennen ETFs weder Ausgabeaufschläge noch Erfolgsbeteiligungen (Performance Fee). Dies sind weitere Kostenvorteile, die für Indexfonds sprechen. Weswegen aber Banken und Finanzberater lieber klassische Fonds verkaufen, weil sie an diesen deutlich mehr verdienen.

Doch auch bei ETFs fallen Ordergebühren an. Doch gibt es Online-Broker, die – zum Teil vorübergehend – bei einem Sparplan darauf verzichten.

Zusammenfassend sei hier festgehalten, dass ETFs einfach zu verstehen – weil sehr transparent – und darüber hinaus sehr flexibel und kostengünstig sind.

Was tun bei Arbeitslosigkeit?

Heutzutage ist niemand davor gefeit, einmal vorübergehend arbeitslos zu werden. Dann kann die regelmäßige Sparrate für einen ETF-Sparplan schnell zur Last werden. Was mache ich dann also mit meiner regelmäßigen Sparrate?

Keine Sorge: Bei einem ETF-Sparplan kann die Sparrate auch eine Zeit lang ausgesetzt werden, so dass niemand sich sorgen muss, einmal vorrübergehend arbeitslos zu werden.

Insgesamt ist die Flexibilität eines ETF-Sparplans damit schon ziemlich genial.

Wenn du über dein Kapital verfügen möchtest

Wenn du über dein angespartes Kapital verfügen möchtest, ist das überhaupt kein Problem: Denn es gibt es weder Mindestvertragslaufzeiten noch Kündigungsfristen, die einzuhalten sind.

Wer über sein Kapital verfügen möchte, kann seine ETF-Anteile jederzeit an der Börse verkaufen und bleibt so stets liquide. Damit ist die Liquidität dieser Sparform jederzeit gewährleistet.

Nicht den Zinseszinseffekt unterschätzen

Zudem kommt bei einem langlaufenden ETF-Sparplan der Zinseszinseffekt zum Tragen, der aus kleinen regelmäßigen Sparbeiträgen im Laufe der Zeit große Summen machen kann.

Zinseszinseffekt
Vor allem bei langen Anlagezeiträumen macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar

Wegen seiner exponentiellen Wirkung, die sich manch einer nur schwer vorstellen kann, weil unserem Hirn diese Art zu denken sehr schwer fällt. Diese Wirkung sei anhand der folgenden Tabelle einmal eindrucksvoll dargestellt.

Gespart werden monatlich 150 EUR.

Das ergibt bei unterschiedlichen Zinssätzen und Laufzeiten folgende Endvermögen, wobei der gesamte Sparbeitrag nach 50 Jahren und der jeweilige Zins und Zinseszins nach 50 Jahren ebenfalls angegeben sind:

Zinssatz10 Jahre20 Jahre30 Jahre40 Jahre50 JahreSparbeitragZinseszins
2 %19.92344.20973.814109.901153.89290.00063.892
4 %22.07954.762103.140174.752280.75590.000190.755
6 %24.49768.366146.930287.625539.58990.000449.589

Es ist schon sehr beachtlich, welchen Anteil Zins und Zinseszins bei sehr langen Laufzeiten erreichen können. Aus dieser Tabelle kann man übrigens den Schluss ziehen, so früh wie möglich, auch mit nur kleinen Sparbeiträgen zu beginnen und diese zu erhöhen, wenn das Einkommen steigt.

Beispielsweise können Eltern das Kindergeld (unter Angabe der Steueridentifikationsnummer) für ihre Kinder in einen Fondssparplan einzahlen und wenn diese den Sparplan nach ihrem 18. Geburtstag weiterführen, sind 50 Jahre keine völlig utopische Laufzeit.

Albert Einstein soll übrigens einmal gesagt haben, dass der Zinseszinseffekt die größte Entdeckung der Mathematik war.

Den ETF-Sparplan bei deinem Broker einrichten und vergleichen

Ein ETF-Sparplan ist in den meisten Fällen in spätestens 20 Minuten am PC eingerichtet. Man braucht u. a. seine IBAN und die Wertpapierkennnummern der ETFs, die man regelmäßig besparen möchte.

Dann muss man noch das Sparintervall angeben, also ob man

  • monatlich,
  • zweimonatlich,
  • vierteljährlich oder
  • halbjährlich

sparen möchte.

Weiterhin ist noch der Stichtag anzugeben, wobei man den Ersten des Monats meiden sollte, weil dann alle ETF-Anteile kaufen und die Kurse dementsprechend hoch sind.

Die ETF-Sparpläne der verschiedenen Broker werden mindestens einmal pro Jahr verglichen und folgende Anbieter liegen dabei meist vorn:

ohne eine Gewähr für Vollständigkeit an dieser Stelle zu übernehmen.

Fazit: ETF-Sparpläne haben viele Vorteile

Die meisten Menschen haben verschiedene Sparziele. Kurzfristige wie den nächsten Urlaub, mittelfristige wie das nächste Auto oder langfristige wie die private Altersvorsorge.

Doch wie will man diese in Zeiten des Niedrigzinses erreichen, wo Sparbuch und Tagesgeld nach Abzug der Inflation ein Verlustgeschäft sind? Mit einem oder mehreren ETF-Sparplänen, die gemeinsam dein ETF-Portfolio bilden.

ETFs sind der Anlagetrend unserer Zeit und die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger. Keine andere Anlageform konnte zuletzt so stark zulegen wie Indexfonds. Und Sparpläne sind sowohl transparent und flexibel als auch kostengünstig.

Und außerdem ruckzuck am PC eingerichtet. Sofern man bereits ein Wertpapierdepot beim jeweiligen Broker eröffnet hat. Dabei empfiehlt es sich so früh wie möglich mit einem ETF-Sparplan zu beginnen, damit der Zinseszinseffekt seine überaus mächtige Wirkung im Zeitablauf entfalten kann.

Also, wann beginnst du mit deinem ersten ETF-Sparplan? Wie du Schritt für Schritt dein Depot eröffnen kannst, habe ich anhand von Screenshots im verlinkten Artikel dargestellt. Es ist schnell erledigt. Wie du für dich herausfinden kannst, welcher ETF zu deiner Anlagestrategie am besten passt, ist im eBook erklärt.


Dr. Jürgen Nawatzki

Über den Gastautor
Dr. Jürgen Nawatzki ist Diplom-Kaufmann und war früher Finanzberater, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Inzwischen ist er zusätzlich ausgebildeter Journalist und betreibt den Blog ETF-Blog.com , wo es um Geldanlage und Altersvorsorge mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) geht. Seine Mission: Zukünftige Rentner vor Altersarmut bewahren und Anleger ab 60 bei der privaten Finanzplanung unterstützen.

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