Empfohlen

Geldschnurrbart exposed 2017

Überblick Finanzen
Aktueller Status Vermögen, Einnahmen, Ausgaben (Foto by pomponetti)

Heute möchte ich Einblick in die finanzielle Situation des Geldschnurrbarts geben und die finanzielle Hose runter lassen.

Motivation

Der Grund, warum ich das mache, ist nicht um gut dazustehen oder zu prahlen (Im Vergleich zu anderen Personen mit dem Ziel der finanziellen Freiheit ist der Geldschnurrbart noch lächerlich weit am Anfang).  Vielmehr glaube ich, dass man sich durch Transparenz und Austausch verbessern kann. Als mein Interesse für das Thema finanzielle Freiheit entstand, fand ich es immer faszinierend, wenn ich Blogs wie www.projekt-millionaer.de gefunden habe, die konkret ihren Vermögensstand, Alter und Hintergründe dargelegt haben. Damit konnte ich mich direkt vergleichen und analysieren welche Vor- Nachteile meine Situation bietet. Das habe ich als großen Ansporn empfunden dem nachzueifern. Wenn die Person bereits weiter auf dem Weg der finanziellen Freiheit ist (wie es zumeist der Fall war und ist) kann ich davon lernen und es auf meine Situation übertragen.

Vermögen

Zum jetzigen Stand ist das Vermögen von 126.767€ aufgeteilt in folgende Anteile:

Vermögensaufteilung
Vermögensaufteilung Stand Oktober 2017

Größter Posten mit 29% sind derzeit Aktien ETF’s. Zu je 30% MSCI World, Emerging Markets sowie Europa.

Dividendenaktien sind aktuell 10 Einzelaktien von Unternehmen mit nachweislich steigenden Dividenden trotz Finanzkrisen und anderen Marktereignissen der letzten Jahrzehnte.

Spekulationsaktien sind Einzelaktien von Unternehmen, in denen ich Potential für die Zukunft sehe. Mit diesem Anteil wird mein Spieltrieb befriedigt. Wenn ich Zeit und Lust habe mir Unternehmen genauer anzusehen oder mich in Themen/Branchen einzulesen, investiere ich als Resultat in die Unternehmen. Die Bedingung ist jedoch eine ausreichend hohe Summe, so dass die Ordergebühren keinen unverhältnismßig großen Anteil ausmachen (Meist ca. 2.500€ / Order). Zweite Bedingung ist, dass der Anteil an Spekulationsaktien meine Obergrenze von 30% am Gesamtdepot nicht überschreitet.

Danach folgt die betriebliche Altersvorsorge, in die monatlich eingezahlt wird und jährlich mit 5% verzinst ist. Auszahlung ist bei Renteneintritt als Einmalbetrag.

Bargeld macht derzeit 4% aus und richtet sich nach dem Vielfachen meiner Monatsausgaben, die ich als Puffer sofort verfügbar auf dem Girokonto halte.

Dieses Jahr hinzugekommen sind P2P Kredite, vornehmlich in Mintos* mit derzeit 12,4% Rendite p.a.

Es folgt Gold in Form von Goldmünzen zu 2% und ein Engagement in der Kryptowährung Bitcoin zu ebenfalls 1%.

Als kleinster Posten derzeit noch eine Unternehmensbeteiligung über Crowdinvesting in das Startup EasyPEP für 500€.

Ergänzen möchte ich mein Portfolio in nächster Zeit um Immobilien. Wissen habe ich mir durch Bücher und Workshops angeeignet (Buchempfehlung: ErfolgReich mit Immobilien-Investments*). Was noch fehlt, ist das passende Angebot einer Wohnung. Hier bleibe ich geduldig und schlage zu, wenn sich etwas Gutes ergibt. Im Idealfall renovierungsbedürftig um handwerkliches Geschick auszubauen, Spaß zu haben und eine höhere Rendite erzielen zu können.

Einnahmen

Die Einnahmen bestehen derzeit ausschließlich aus dem Angestellteneinkommen i.H.v. 4.320€ vor Versicherung (IG Metall, 4 Jahre im Beruf) sowie den ersten Erfolge der Aktieninvestments i.H.v. 150€ / Monat an Dividenden. Alle Angaben berechne ich als Durchschnitt auf Monatsbasis, d.h. Urlaubs-/Weihnachtsgeld wird als Jahressumme auf jeden Monat aufgeteilt.

Ausgaben

Die Ausgaben sind ebenfalls auf monatliche Durchschnittswerte heruntergebrochen. Ausgabenswerte sind keine Zielwerte damit ein Budget um jeden Preis eingehalten wird. Wie in Geiz vs. Sparsamkeit geschrieben, steht nicht die Geldanhäufung sondern die Lebensfreudenmaximierung im Vordergrund. Daher versuche ich durch die angegebenen Werte meine aktuellen Kosten abzubilden. Wird über den Jahresdurchschnitt ein Posten höher wie z.B. Urlaub in diesem Jahr, wird der monatliche Durschnittswert für das kommende Jahr angepasst. Interessant ist jedoch, dass die durchschnittlichen Ausgaben rückläufig sind seit ich mir Gedanken darüber mache, welche Ausgaben tatsächlich glücklicher machen und welche nicht.

Einkommensaufteilung
Einkommensaufteilung Stand Oktober 2017

Sparrate

Die Sparrate beträgt derzeit 61%. Würde ich ab morgen kein Geld mehr verdienen, könnte ich meinen derzeitigen Lebensstandard für 6,3 Jahre aufrechterhalten ohne neues Geld hinzuverdienen zu müssen.

Jahresziel und Zielerreichung 2017

Zum Zweck der Selbstmotivation und mittelfristigen Planung gibt es am Jahresanfang ein Vermögensziel für das Jahresende, das leicht höher als die errechnet Prognose liegt. Dadurch ist man aufgefordert, kreativ zu werden, aus der Komfortzone zu gehen, zu wachsen und sich etwas strecken zu müssen (dargestellt als rote Linie).

Jahresentwicklung
Mittelfristplan und Jahresentwicklung

Für dieses Jahr sollte das Jahresziel erreicht werden. Durch einige ebay-Verkäufe in der Hinterhand von Sachen, den ich nicht mehr nutze, sollte dies gut machbar sein.

Langfristige Planung

Um langfristig auf Kurs zu bleiben gibt es ebenfalls die Prognose über die nächsten Jahre mit Ziel der finanziellen Unabhängigkeit 2025 (25-fache derzeitige Jahresausgaben = 504.817€ Vermögen mit 4% Rendite) sowie die symbolische Million 2032. Der Plan ist jedoch eher ein Ausblick und da man weiß, dass es immer anders kommen wird und das auch ok ist, erwarte ich nicht, dass der Plan genauso eintritt. Zu sehen, wo die Reise hingehen könnte, motiviert jedoch sehr.

Langfristige Prognose
Prognose langfristige Vermögensentwicklung

Fazit und Ausblick

Damit habe ich meine derzeitige Situation dargestellt. Sobald es die Zeit zulässt, möchte ich genauer auf die einzelnen Abschnitte eingehen. Meiner Erfahrung nach ist der erste und wichtigste Schritt für langfristigen Vermögensaufbau das Bewusstsein über Einnahmen und Ausgaben. Wie sieht es bei dir aus, hast du einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben? Hast du Ideen für zusätzliche Einkommen oder die Reduzierung von Ausgaben? Lass es mich in den Kommentaren wissen – ich freue mich auf den Austausch mit dir!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Passives Einkommen

Warum Geiz nicht geil ist – Sparsamkeit hingegen schon!

Sparsamkeit versus Geiz
Foto by pomponetti

„Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben!“

Spricht man offen darüber, wie man durch kluge Entscheidungen Geld gespart hat oder sparsam lebt, ist die erste Reaktion meist: „Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben“. Dass jedoch ein großer Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht und warum du durch Sparsamkeit profitieren und glücklicher sein kannst, möchte ich anhand der Protagonisten Gerd Geizig und Spartacus Sparsam zeigen. Meine Behauptung ist, dass du durch Sparsamkeit glücklicher wirst und Geiz hingegen nur Nachteile für dich bringt.

Was ist Geiz?
Geiz ist im Duden als „übertriebene Sparsamkeit“ definiert. Dies bedeutet, dass der Drang zum Sparen bei einem geizigen Menschen zwanghaft ist und sein oberstes Lebensziel darstellt. Naheliegend ist, dass wir andere Personen gerne als geizig beschreiben, selten aber uns selbst. Typische Ansichten und Glaubenssätze geiziger Menschen sind „Ich darf mir nichts gönnen!“, „Ich habe zu wenig von …“ oder „Geld anzuhäufen ist wichtiger als Spaß zu haben“. Ursachen sind meist Verlustängste wie die Angst vor Kündigung, Angst vor sozialem Abstieg etc. Geizige Menschen verhalten sich daher auch meist unsozial und egoistisch. Sie möchten ihr Geld für sich behalten und Anderen möglichst nichts davon abgeben.

Aus dem Leben von Gerd Geizig
Gerd Geizig ist 27 Jahre alt, hat eine sichere Beamtenstelle und liest gerne Immobilienangebote für die Verwirklichung seines Traumes vom Eigenheim. Er selbst bezeichnet sich nicht als geizig, da man für die Fahrt eines Kollegen ins Krankenhaus doch wenigstens das Spritgeld verlangen kann und Besucher bei ihm zu Hause wirklich auch vorher schon hätten essen und trinken können. Der Pfennigfuchser wird für das Horten seiner Cents eher belächelt, denn es sind immer noch Kleinbeträge, die er hortet. Sein Kleiderschrank besteht aus alter Discounterkleidung, die seit der ersten Wäsche zerschlissen ist. Seit 2 Wochen hat er seine erste Freundin, die ihren Kinoeintritt aus eigener Tasche bezahlt, versteht sich. Einladungen, sich mit Bekannten zu treffen, die sein Interesse für Immobilien teilen, lehnt er meist ab. Er befürchtet, eine Runde Bier zahlen zu müssen was er gar nicht einsieht. So manövriert er sich weiter in sein Schneckenhaus aus Cents und hortet sie mit vollster Hingabe. Wird Sparen zum Zwang (Geiz) und wird als das wichtigste Lebensziel gesehen sind die Folgen daher alles andere als geil. Mit einer „Geiz-ist-geil“-Mentalität kaufe ich die billigste Technik/Kleidung/Lebensmittel nur des Sparens willen, ungeachtet, dass ich dadurch in 2 Monaten das Teil ersetzen muss, die Kleidung unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wurde oder Lebensmittel schlecht für den Körper sind. Sozial zeigt Geiz zudem ein beschämendes Bild vom Wert, den wir unseren Mitmenschen beimessen. Wie unterscheidet sich nun Sparsamkeit vom Geiz?

Was ist Sparsamkeit?
Legen wir abermals die Definition des Duden zu Grunde, findet man für Sparsamkeit die Erklärung: „Ist auf möglichst geringe Ausgaben, möglichst geringen Verbrauch bedacht“. Dies bedeutet generell, dass man Dinge effizient macht. Wenn ich das gleiche Ergebnis mit weniger Einsatz erreiche, ist letztere Lösung effizienter. Der Hauptunterschied zwischen Sparsamkeit und zwanghafter Sparsamkeit (Geiz) ist jedoch, dass man bei Sparsamkeit das Glück, die Zufriedenheit als oberstes Lebensziel behält. Ich spare nicht des Sparens willen, sondern ich maximiere Glück, Freude, Zufriedenheit als oberstes Ziel. Die landläufige Meinung und Reaktion auf Menschen, die nur einen geringen Teil ihres Monatseinkommens zum Leben benötigen ist: „Oh, das ist aber heftig – das kriegt man schon hin, aber ich will mir lieber etwas gönnen“. Dies impliziert die Annahme, dass sich ein sparsamer Mensch auf Kosten von Lebensfreude und Glück einschränkt und etwas im Leben verpasst. Im eigentlichen Sinne meint Sparsamkeit jedoch nur, dass mein Ziel wie z.B. Lebensfreude mit möglichst geringen Ausgaben und Einsatz von Ressourcen erreiche. Bei der Entscheidung für die Möglichkeiten wie ich zum Ziel komme, wähle ich die Möglichkeit aus, die mit minimalem Einsatz von fleißigen, für mich arbeitenden Euromünzen auskommt.

5 Vorteile von Sparsamkeit
Wenn du den Unterschied zwischen Sparsamkeit und Geiz verstanden hast und weißt, dass bei letztem als oberste Priorität maximale Lebensfreude und Glück steht, wirst du schnell sehen, dass du durch Sparsamkeit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst. Zum einen erhöhst du dein Glück, zum anderen sparst du nebenbei Geld, was wiederum deine Zeit bis zur finanziellen Unabhängigkeit (Zeitpunkt, zu dem deine monatlichen Ausgaben von Kapitalerträgen gedeckt werden) reduzierst.
Konkret sehe ich 5 Vorteile, von denen du durch sparsames Verhalten profitierst:

  1. Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
  2. Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
  3. Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
  4. Sparsamkeit bringt Entspannung
  5. Sparsamkeit führt zu mehr Freude

Vorteil 1: Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
Wenn man sparsam ist und das im Gespräch mit anderen kommuniziert, setzt man sich schnell Kommentaren aus wie „Ohje, du sparst aber viel – gönn dir doch mal was. Wofür das alles, wenn dir morgen etwas passiert und alles Sparen und Einschränken umsonst war?!“. Damit ist man automatisch aufgefordert, sein Verhalten zu hinterfragen und für sich die Frage zu beantworten: Was möchte ich im Leben, was ist mein oberstes Ziel. Ein glückliches, erfülltes Leben könnte eine Antwort sein. Ist dieses Ziel definiert, werden weitere Ziele untergeordnet. Ein Unterziel kann sein, ein Vermögen aufzubauen, sodass man durch die Erträge des Vermögens finanziell unabhängig von einem Angestelltenjob ist, in dem man eventuell unzufrieden ist. Wichtig ist, dass man sein „Warum?“ kennt. Dann geht es nur noch darum, dieses Ziel effizient, d.h. unter geringem Einsatz von Ressourcen wie Geld, Zeit, Umweltressourcen zu erreichen. Es ist niemandem zu wünschen, jedoch kann ein jeder durch einen Unfall plötzlich aus dem Leben gerissen werden und dann möchte man sich nicht gesagt haben „Mist, die Einschränkungen waren alle für nichts. Die Früchte der Sparsamkeit kann ich nicht ernten.“ Wenn mich morgen ein Laster überrollt, hätte ich dann heute etwas anders gemacht, anders gelebt? Hätte ich mir dann das teurere Steak gekauft? Auch wenn es hart formuliert sein mag kann diese Frage helfen, dein oberstes Ziel von Glück nicht aus den Augen zu verlieren und bei positiver Sparsamkeit zu bleiben ohne zwanghaft zu werden.

Vorteil 2: Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
Wer sparsam ist, hat verstanden, dass Geld einem viel Freiheit ermöglichen kann und daher nicht unwichtig für ein zufriedenes Leben ist. Wenn du sparsam bist, heißt das, dass du einen Überblick über deine Finanzen hast und Ausgaben hinterfragst. Mit der einfachen Frage, wie viel mehr Glück/Zufriedenheit dir die nächste Ausgabe bringt wirst du vom blinden, durch Werbung gesteuerten Konsumkäufer zum achtsamen, bewussten Investor in dein Glück. Anstatt dir im Vorbeigehen ein Buch zu kaufen, weil es dich gerade „anlacht“ wäre ein günstigeres Gedankenmuster: „Wow, dieser Buchtitel springt mir ins Auge, das scheint interessant. Ich werde es notieren und in 30 Tagen noch einmal schauen, ob ich es immer noch haben möchte.“ Wenn du nach 30 Tagen weiterhin großes Interesse daran verspürst und weißt, dass es dich langfristig zufriedener macht, freust du dich, bewusst in deine Bildung zu investieren und kaufst/leihst es gezielt. Du weißt, dass du das Buch mit Sicherheit in den nächsten Tagen lesen wirst. Du bekommst ein Gespür dafür, was dich langfristig glücklich macht und welche Käufe automatisch gemacht werden und nur ein kurzfristiges Glücksgefühl bewirken.

Vorteil 3: Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
Wenn du sparsam bist und bereits bewusster deine Ausgaben hinterfragst, kommt schnell der Punkt an dem du feststellst: Döner am Feierabend & ein McDonalds Menü am Bahnhof sind sehr teuer im Vergleich zum Nutzen/Schaden, den sie bringen. Das Glücksgefühl ist nur kurzweilig: „Du bist müde von der Arbeit und brauchst daher nicht mehr zu kochen und lecker ist fettiges Fleisch mit Sauce (+ Geschmacksverstärker) vielleicht auch“. Nach der 20-minütigen Freude jedoch kommt der schwere Magen, der das Einschlafen erschwert, der Geldbeutel, der um 5€ bzw. 8€ erleichtert wurde und langfristig Fettpolster, die deine Gesundheit beeinträchtigen. Sparsam zu sein bedeutet hier, die Selbstdisziplin zu lernen in der Woche ein ungesundes Fertiggericht weniger zu essen. Stattdessen kaufst du gesündere Zutaten ein, verbesserst deine Kochfähigkeiten, schläfst leichter ein, fühlst dich besser und sorgst für eine bessere Gesundheit für den Rest deines Lebens. Nur als Nebeneffekt hast du ebenfalls mehr Geld am Monatsende übrig, das direkt investiert und für dich arbeiten kann. Anstatt dich mit Freunden wie immer in der Bar zu treffen, warum nicht einmal zu dir einladen, dir aneignen wie man gute Cocktails/Snacks zubereitet und gemeinsam aktiv sein, Spaß haben und ganz nebenbei 15€ einsparen, die für dich arbeiten können. Das neue Designerregal kannst du dir kaufen oder du erweiterst deine handwerklichen Fähigkeiten und bringst dir bei wie du es selbst baust. Das bringt Spaß, neue Fähigkeiten, Unabhängigkeit und ganz nebenbei spart es dir meistens wertvolle, arbeitende Euros. Wenn man sich als Ziel setzt von 50% seines Einkommens zu leben und die anderen 50% zu sparen, macht ein sparsamer Mensch das nicht des Sparens willen, sondern eher aus dem Spieltrieb heraus, sich der Herausforderung zu stellen, wie er von 50% des Einkommens leben kann – ohne an Lebensfreude einzubüßen, versteht sich. Das regt an, kreativ zu sein, neue Dinge auszuprobieren und seine Komfortzone zu verlassen, was wiederum langfristig in einem zufriedeneren Leben resultiert. Wohingegen bei geizigen Menschen eine Angst dominiert, Geld zu verlieren oder irgendwann nicht mehr genug Geld zu haben ist dies bei sparsamen Menschen anders: Sparsame Menschen haben Lust neue Dinge zu probieren, Risiken einzugehen und werden mit größeren Erträgen belohnt.

Vorteil 4: Sparsamkeit bringt Entspannung
Wer sparsam ist und sich vor einem Kauf die Frage stellt, ob ihn das Produkt der Wahl langfristig glücklicher macht, merkt schnell, dass dies nur bei wenigen Dingen der Fall ist. Die Freude der meisten Konsumkäufe ist nur von kurzer Dauer. Hält ein Produkt der Abwägung von Kosten & Nutzen (langfristige Erhöhung der Lebensfreude) statt, wird es gekauft. Das führt insgesamt zu deutlich weniger Neuanschaffungen. Je weniger Dinge du um dich herum hast, desto weniger Chaos, Belastung spürst du und desto mehr Unabhängigkeit, Freiheit bekommst du. Liegt auf einem aufgeräumten Schreibtisch in der Mitte ein Brief, den es zu bearbeiten gilt, kannst du dich voll darauf
konzentrieren, gleich erledigen und dir steht keine Ablenkung im Weg. Liegt dieser Brief jedoch auf dem obersten Stapel eines chaotischen Schreibtisches mit einem Überfluss an zu erledigenden Post-It‘s, Krimskrams, zu bezahlenden Rechnungen und 20 verschiedenen Textmarkern, Kulis und teuren Füllfederhaltern, geht dies deutlich schwieriger. Wird neben den zwei Familienautos noch der kleine Stadtflitzer für die Frau angeschafft, heißt das abgesehen von den zusätzlichen Kosten auch zusätzliche Termine für Reparatur, Tanken, Versicherungspapierkram usw. Sparsam bei der Neuanschaffung oder durch Aussortieren alter Gegenstände zu sein führt immer auch zu mehr Entspannung und Freiheit.

Vorteil 5: Sparsamkeit führt zu mehr Freude
Sparsam zu sein führt auch dazu, mehr Dinge Wert zu schätzen. Eine der beeindruckendsten Fähigkeiten des Menschen ist es sich in kurzer Zeit an die Umgebung anzupassen. Wird ein Sportwagen gekauft, schnellt die Freude kurzfristig in die Höhe. Alles ist neu am Auto, jede Fahrt wird zum Abenteuer. Nach den ersten Monaten nimmt das Glücksgefühl beim Einsteigen schon ab und nach einem Jahr ist der Wagen zur Normalität geworden. Frei nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ muss der nächste Wagen her. Um die gleiche Freude zu erzeugen, sind nun immer mehr Euros notwendig und die Konsumspirale darf nie aufhören um das Niveau der Freude aufrechtzuerhalten. In einem Experiment befragten Forscher über mehrere Monate hinweg Menschen, deren Schicksal unterschiedlicher nicht hätte sein können. Gruppe 1 bestand aus Personen, die durch einen Unfall plötzlich querschnittsgelähmt wurden wohingegen Testpersonen der Gruppe 2 kürzlich im Lotto gewonnen hatten. Die ersten 3 Monate entwickelte sich die Stimmung beider Gruppen den Erwartungen entsprechend: Die Lottogewinner waren überglücklich, die verunglückten haderten mit ihrem Schicksal auf einmal nicht mehr laufen zu können. Das Unglaubliche jedoch war, das nach nicht einmal 6 Monaten das Glücksniveau beider Gruppen gleich hoch war. Beide hatten sich an die neue Situation gewöhnt. Als Beispiel das Leben des oft zitierten, fiktiven BWL-Justus: Zum Abitur hat er einen Sportwagen bekommen, lebt zum Studium in einer 90m² großen Eigentumswohnung in der Münchner Innenstadt und isst jeden 2. Tag im Restaurant, weil die monatlichen 3.000€ „Lebensunterhalt“ von den Eltern irgendwie an den Mann gebracht werden müssen. Dieses sorgenfrei scheinende Leben beneide ich jedoch keineswegs. Warum? BWL-Justus wird sich nach 3-6 Monaten an den Sportwagen, die Wohnung und das Restaurantessen gewöhnt haben. Ab dann wird das Glücksgefühl abnehmen, da er die Rahmenbedingungen als normal wahrnimmt. Stattdessen muss er sich ständig nach weiteren Steigerungen umschauen. Sein Kommilitone hingegen, der nicht mit so viel finanzieller Unterstützung von den Eltern „gesegnet“ ist, zieht zum Studienbeginn in ein 12m² großes Zimmer im Studentenheim (Beispiel Geldschnurrbart). Als erste eigene „Wohnung“ ist das bereits spannend, man lernt sich selbst zu versorgen und mehr als zum Lernen, schlafen und ausnüchtern wurde das Zimmer in den ersten Semestern sowieso nicht genutzt. Nach einigen Jahren folgt der Umzug in eine 2er WG, das Zimmer wächst auf 20m² und sogar ein Wohnzimmer ist nun nutzbar, was die nächste Ausschüttung von Glückshormonen bewirkt. Zum ersten Job wird in einer neuen Stadt eine eigene Wohnung gemietet – erneute Freude. All diese Freuden über kleine Verbesserungen bleiben BWL-Justus in seinem Lebensstil verwehrt.

Nach den Erläuterungen ein kurzer Blick auf die Anfangssituation – geschildert diesmal aus der Sicht von Spartacus Sparsam.

Das Leben von Spartacus Sparsam
Wo Gerd Geizig die Einladung ausschlug denkt sich Spartacus Sparsam, dass dieses Treffen sicher ein interessanter Austausch mit Gleichgesinnten wird. Zu Beginn gibt er direkt eine Runde Bier aus, weil er es toll findet, dass sie sich zusammengefunden haben. Im Gespräch ergibt sich, dass sein Tischnachbar ihn auch aufgrund der netten Geste sympathisch findet und bietet ihm an ihn einmal mit zu nehmen und ihm seine aktuellen Projekte zeigt. Durch dieses soziale Verhalten hatte Samuel nicht nur einen netten Abend, ein gutes Gefühl indem er Andere eingeladen hat, neue Freunde gewonnen sondern auch einen Auftrag an Land gezogen mit dem er an einem Tag verdiente, wofür Gerd Geizig ein Jahr braucht. Zum Treffen ist Spartacus Sparsam übrigens spaziert, denn neben den 2€ Ersparnis für den Bus war seine Hauptmotivation, während des Abendspaziergangs nach Immobilien Ausschau zu halten.

Fazit und Praxistest
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein erheblicher Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht. Sinnvolles Sparen ist keine Einschränkung sondern die Entscheidung für eine ressourcensparende Lebensführung unter Beibehaltung der Glücksmaximierung als oberstes Lebensziel. Sparsamkeit fordert dich heraus kreativ zu werden, neue Fähigkeiten zu erlernen und bewusst zu leben. Warum also nicht direkt aktiv werden? Nimm dir für diese Woche eine Sache vor und setze sie direkt um!

Einige Praxisideen:

  • Anstatt bequem auf dem Weg zur Arbeit 10 min. in der U-Bahn zu sitzen kannst du dir auch sagen, einmal die Woche werde ich die 30 min. zur Arbeit spazieren. Hierdurch entspannst du unbewusst, atmest frische Luft, hast Bewegung und gleichzeitig sparst du dir auch noch das Ticket
  • Warum diesen Sommer nicht einmal die Herausforderung mit der Familie annehmen: Versuche doch einmal, deine Familie zu motivieren beim Picknick anstatt Plastikteller die eigenen mitzubringen und anschließend zu waschen. Einen leckeren Salat mit Kartoffelecken selbstgemacht als Ersatz für das Extrafleisch. Anstatt den 30 min. Jetski eine Kanutour über 3 Stunden mit Ruhe, Entspannung und körperlichem Training
  • Die Eltern für eine entspannte Fahrradtour zu überreden anstatt mit dem Auto zum Ziel zu fahren
  • Wählt ein näheres Ziel als Campingtrip, falls möglich
  • Nächstes Treffen mit Freunden statt in der Bar zu Hause bei dir und du begeisterst mit dem neu erlernten Cocktailrezept

Welche Idee hast du und konntest du Sie umsetzen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Zum Weiterlesen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!, Passives Einkommen

Wer nicht investiert, hat schon verloren!

Geld vermehren
Foto by pomponetti

„Aktien sind mir viel zu riskant. Ich möchte mein Geld nicht verlieren. So viel habe ich noch lange nicht, dass ich etwas zum Verzocken übrig habe.“

Wem diese Aussagen bekannt vorkommen, ist hier genau richtig. Für viele Deutsche ist investieren in Aktien oder Ähnliches gleichbedeutend mit hochriskanter Spekulation. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, warum die Deutschen im internationalen Vergleich als Aktienmuffel (7% der Deutschen sind aktuell in Aktien investiert, Japan 28%, USA: 56%) gelten. Lieber liegt das Geld auf dem Sparbuch – auch wenn man sich beklagt, dass es hier ja keine Zinsen gibt und die Bank daher böse sei. Aber wenigstens ist es hier sicher und kann nicht verzockt werden. Doch dass diese Nichtentscheidung für Investitionen auch eine Entscheidung ist, nämlich für den jetzigen Zustand, wird dabei oft verdrängt. Auf lange Sicht ist diese Sparbuchtaktik keine Sicherheitstaktik sondern ein sicherer Verlust – die Deutschen sparen sich also arm. Das Problem ist die Inflationsrate, die je nach Berechnung das vermeintlich sichere Sparbuchguthaben jährlich um mindestens 2% entwertet. Von meinem vor zehn Jahren angesparten Geld kann ich mir heute leider nicht mehr so viel kaufen wie damals. Dieser reale Kaufkraftverlust lässt sich jedoch nicht so genau greifen und wird daher nicht bewusst wahrgenommen. Ein Beispiel: Mit der Geburt des ersten Kindes beschließen Karl Konservativ und Amelie Ängstlich monatlich 100€ für die Ausbildung ihres Kindes zurück zu legen und zahlen es auf das dafür eingerichtete Sparbuch ein. Zum 18. Geburtstag stehen für den Nachwuchs 21.600 € zur Verfügung. Diese 21.600 € haben jedoch nach 18 Jahren nur noch eine Kaufkraft von höchstens 13.824 € (Annahme: min. 2% Inflation p.a.). Durch das Nicht-Entscheiden für ein Investment und das Parken auf dem Sparbuch haben sich Amelie und Karl unbewusst dafür entschieden, dass aus 21.600 € gespartem Geld ein Vermögen von nur noch 13.824 € zur Volljährigkeit des Nachwuchses wurde. Was jedoch, wenn sich Karl Konservativ und seine Frau vor der Geburt des Kindes 2 Monate mit Geldanlagen beschäftigt hätten und etwas Recherche auf diversen Finanzblogs betrieben hätten? Sie hätten 3 Erkenntnisse gewonnen:

  • 1. Inflation ist real, unser Geld verliert jeden Tag an Kaufkraft

Sie werden erkennen, dass unser Geldsystem auf dem Aufblähen der Geldmenge basiert. Papiergeld ist nicht wie Gold in der Menge begrenzt. Der Wert des Papiergeldes existiert nur solange wir Menschen darauf vertrauen und es als wertvoll erachten. Solange Staaten vor der Pleite geschützt werden müssen, indem durch Inflation, d.h. durch Gelddrucken der Zentralbanken und die einhergehende Inflation, Staaten entschuldet werden, wird sich diese Geldentwertung auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Daher gilt: Wer nicht investiert, hat schon verloren – nämliche jährlich mindestens -2% Inflation!

  • 2. Nur wenn Geld produktiv eingesetzt wird, vermehrt es sich

Geld, das auf dem Sparbuch liegt, erwirtschaftet derzeit fast keine Zinsen, im Gegenteil – es wird durch Inflation jeden Tag weniger wert. Investiert man sein Geld in Aktien, kann das Unternehmen, deren Anteile man kauft, das Geld nehmen und es in neue Maschinen oder die Entwicklung neuer Technologien investieren. Diese neuen Technologien erwirtschaften Gewinne, weshalb der Aktienwert steigt und der Aktionär mit Dividendenzahlungen entlohnt wird. Investiere ich auf einer Privatkreditplattform wie Mintos* oder Viainvest*, kann mit meinem Geld der private Kreditnehmer in Polen oder Georgien einen kurzfristigen Zahlungsengpass überwinden und wieder auf die Beine kommen, bevor er seine Mietwohnung verliert. Diese Hilfestellung ist er bereit mit einem Aufschlag zu bezahlen, der dem Privatinvestor als Gewinn zufließt. Investiere ich Geld auf EstateGuru*, damit dieses in Immobilienprojekten produktiv sein, erhalte ich dafür eine Erfolgsbeteiligung (Rendite). Beteilige ich mich mit 500€ an einem Crowdfundingprojekt, kann das StartUp-Team die eingesetzten Gelder verwenden und eine einfachere Software für Schichtplansysteme programmieren (Beispiel: easyPEP, in das ich vor ca. 3 Jahren investiert habe). Hierdurch wurde eine Software geschaffen, die vielen Restaurantbesitzern, Sportvereinen und Messeveranstaltern hilft, per App ihre Mitarbeitereinsatzplanung zu organisieren. Daher schreibt das Unternehmen mittlerweile schwarze Zahlen und entlohnt seine Investoren mit einer Gewinnbeteiligung. Die 500€ von 2014 wurden seither genutzt um Wert zu schaffen, produktiv zu sein – weshalb sie nun nicht mit einem Abschlag an Inflation entwertet, sondern mit einem realen Zuwachs vermehrt worden sind.

    • 3. Langfristiges Investieren ist kein Spekulieren und erfordert nur wenige Zeit

Die dritte Erkenntnis wird sein, dass ohne sich detailliert mit Investitionen in Privatkredite oder StartUps zu beschäftigen ein sehr einfacher Weg die Investition in Aktien-ETF’s sind. Diese ermöglichen sich mit wenig Kapital an einer Vielzahl an Unternehmen, internationalen Märkten und Branchen zu beteiligen. Glaubt man an ein Wachstum der Weltwirtschaft und investiert regelmäßig, konnte man mit breitgestreuten ETF’s eine jährliche Durschschnittsrendite von 7% erwirtschaften (Buchempfehlung: Souverän investieren mit Indexfonds und ETF’s).

Wie sähe die Lage von Karl und Amelie aus, nachdem sie 2 Monate Recherche auf diversen Finanzblogs getätigt hätten. Vielleicht hätten Sie beschlossen von ihrem monatlichen Sparbetrag mit 90€ einen MSCI World ETF zu besparen mit durchschnittlicher Rendite von 7% p.a. und 10€ in Privatkredite bei Mintos*, Viainvest* oder Immobilieninvestments auf EstateGuru* mit 12% p.a. Mit gleicher Sparleistung von 100€ im Monat könnte sich der Nachwuchs am 18. Geburtstag nicht über 13.824€, sondern über 46.024 € freuen. Grund hierfür ist der Zinseszinseffekt, den bereits Albert Einstein als stärkste Kraft im Universum bezeichnet hat. Besonders auf lange Sicht macht es einen erheblichen Unterschied, wie ertragreich das Geld investiert ist und arbeitet.
Amelie Ängstlich meldet sich noch einmal zu Wort:

„Doch was, wenn ein Notfall passiert, das Auto geht kaputt oder die Waschmaschine und dann kommen wir nicht an unser investiertes Geld?!“

Das ist erst einmal ein berechtigter Einwand. Auch wenn man seine Investition in Aktien per Klick liquidieren kann und an sein Geld kommt, möchte man diese Langfristinvestments nicht kurzfristig verkaufen müssen – es könnte ja passieren dass die Kurse in dem Moment im Keller sind. Daher sollte stets ein Sicherheitspuffer an Bargeld bzw. Geld auf dem Girokonto vorhanden sein. Am besten ein Wert zwischen 3 – 6 Monatsausgaben. So viel, dass man ein gutes Gefühl hat, d.h. am Monatsersten besteht keine Gefahr in den Dispo zu rutschen und „Notfälle“ wie das schnelle Wiederbeschaffen einer neuen Waschmaschine oder Autoreparatur können einfach abgefangen werden. Geld das jedoch über diesen Sicherheitspuffer hinaus auf dem Sparbuch liegt, sollte stets produktiv sein und investiert werden.
Zuletzt meldet sich Karl Konservativ noch einmal:

„Investition endet ja nicht immer positiv, man hört ja öfters von Fehlinvestitionen! Und dafür ist mir mein Geld zu schade! Aktien können ja steigen und fallen, da kenne ich mich nicht sonderlich aus! Aber man kann ja auch einfach Pech haben und mal falsch investieren! Und so viel Geld haben wir nicht auf der hohen Kante, dass wir hier ein Risiko eingehen sollten!“

Diese Nicht-Entscheidung für Investition heißt jedoch wieder eine Entscheidung für sichere Vermögensreduzierung um mindestens 2% pro Jahr. Solange man noch nicht finanziell ausgesorgt hat, kann man es sich nicht leisten, sein Geld nicht arbeiten zu lassen. Wichtig ist, dass man nur in Anlagen investiert, die man versteht und es plausibel ist, dass sie eine Rendite erwirtschaften. Mit den heutigen Möglichkeiten und Informationsangeboten im Internet ist es jedoch innerhalb weniger Wochen möglich sich ausreichend zu informieren um sich von den beharrlich haltenden Vorurteilen vor Unwissenheit zu lösen und anzuerkennen: Wer nicht investiert, hat schon verloren!

Passives Einkommen – Wie Angestellte motivierter und Unternehmen effizienter werden

Foto von passivem Einkommen
Passives Einkommen – Motiviertere Menschen und effizientere Unternehmen (Bildnachweis: pathdoc – Fotolia)

Passives Einkommen ist mittlerweile ein Modewort geworden, das Einnahmen beschreibt, die nach anfänglichem Zeitaufwand langfristig ohne oder nur mit geringem Arbeitseinsatz (Zeit) generiert werden. Schlagworte wie Dividendenaktien, P2P Kredite, Nischenwebsites werden meist als passende Umsetzungsmöglichkeiten genannt. Wie sich passives Einkommen von aktivem unterscheidet, erläutert Manuela in ihrem Beitrag sehr gut (Finanzlady.at).

Doch welches Streben und welche Idee verbirgt sich hinter dem Begriff des passiven Einkommens wirklich? Die Grundidee dahinter ist weitaus mehr als eine „Technik“, die im digitalen Zeitalter etwas Geld bringt. Vielmehr ist es ein kontinuierliches Streben nach einem selbstbestimmten Leben in dem man voller Tatendrang die Dinge macht, die man für sinnvoll erachtet ohne getrieben zu sein vom Hamsterrad, das die Mehrzahl der Angestellten vor sich herschiebt.

In einer seit dem Jahr 2001 jährlich durchgeführten Arbeitnehmerbefragung (Gallup Studie) wurde festgestellt, dass 70 Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Beobachtungsjahr 2014 keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber verspürten und „unengagiert“ sind. Unglaubliche 15 Prozent seien sogar „aktiv unengagiert“, das heißt sie versuchen mutwillig dem Unternehmen zu schaden. Warum bleibt die Mehrheit dieser unengagierten Angestellten in diesem ihnen so zu wider scheinenden Arbeitsverhältnis? Ein Grund ist sicher die gute Bezahlung in deutschen Großkonzernen, in denen eine Leistungsbeurteilung besser Betriebszugehörigkeitsbeurteilung heißen sollte. Zum anderen will der Haus-/Wohnungskredit bedient werden, bei dem man aufgrund derzeitiger Immobilienpreise keinen Jobwechsel oder gar den Gang in die Selbstständigkeit riskieren möchte. Stattdessen macht man es sich in seiner unzufriedenen Komfortzone beim Kaffee mit Kollegen gemütlich und versucht dem notwendigen Übel im Büro noch etwas Spaß in Form von Sarkasmus und Galgenhumor abzugewinnen. Ein Unternehmen erreicht mit derart „motivierten“ Beschäftigten keine Effizienz und auf Dauer stelle ich auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen in Frage. Die Arbeitnehmer selbst haben in der Mehrheit der Zeit das Gefühl „vom Hamsterrad“ getrieben zu sein und finden ihre Erfüllung im Feierabend (sofern hier noch Energie vorhanden ist) und am Wochenende in eigenen Hausbauprojekten/Freizeitaktivitäten. Doch das in einer 40-Stunden Woche damit ca. 36 Prozent der Wachzeit (8h Schlaf angenommen) in einem unengagierten, sich beschwerenden Zustand verbracht wird, kann kein erstrebenswerter Zustand sein. Für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stellt dies jedoch das Lebenskonzept bis zum Renteneintritt mit 67 dar.

Was würde sich nun ändern, wenn du einer dieser Angestellten aus der Studie wärst und dir plötzlich jeden Monat 100% deines monatlichen Budgets, das du derzeit zum Leben verwendest, durch passive Einnahmen aus z.B. Dividendenerträgen zufließen würde? Ein derart investiertes Vermögen, das mitunter auch treffend als Fu*k-You-Money bezeichnet wird, würde sicherlich eine gewisse Leichtigkeit in deinen Alltag bringen. Es würde dir eine gewisse Macht zurückgeben in Bezug auf dein Einkommen aus dem Hamsterrad und weitere Optionen ermöglichen. Du bist rein finanziell nicht mehr auf deinen Angestelltenjob angewiesen. Das der Aufbau eines derartigen Vermögens leichter ist als du vielleicht denkst, werde ich in kommenden Artikeln auf www.geldschnurrbart.de beschreiben.

Zurück zur Frage: Wie würde sich dein Leben verändern, wenn von heute auf morgen 100% deiner monatlichen Ausgaben durch passive Einnahmen gedeckt würden? Entweder behältst du deine Angestelltenposition bei oder du kündigst und gehst einer für dich sinnvolleren Beschäftigung nach. Bleibst du in deinem jetzigen Angestelltenjob, so ist dieser jedoch ab diesem Zeitpunkt an unabhängig vom Geld. Du brauchst die Einnahmen aus dem Job für deinen Lebensunterhalt nicht mehr. Damit ist es eine freiwillige Entscheidung zur Arbeit zu gehen und welcher Beschäftigung auch immer du nachgehen wirst, du wirst es intrinsisch motiviert tun. Das Nörgeln beim Kaffee mit den Kollegen beschränkt sich auf eine kurze Zeit und versiegt bald ganz, denn du weißt, dass du freiwillig hier bist. Dich spornt nun an, dass du etwas bewegen und gestalten willst in deiner Abteilung, deinem Unternehmen. Wenn nein, hast du die Option, deine Energie von nun an mehr auf Dinge zu verwenden, die dir wichtiger sind – eigene Projekte, Familie, Kinder. Deine Entscheidung wo der Lebensmittelpunkt sein soll ist freier. Kein kürzester Weg zur Arbeit oder überteuerte Stadtwohnung aufgrund der Nähe zur Arbeit schränken ein. Man kann – aber man muss nicht, du entscheidest selbst. Zugleich hast du mehr Optionen, bist offen für Abenteuer, die nicht an die Länge von Ferien, Anzahl Urlaubstage oder den Zeitpunkt von Schulferien gebunden sind. Insgesamt wird Geld keine hohe Bedeutung mehr haben, da es ausreichend vorhanden ist und vielmehr ein Mittel zum Zweck darstellt. Es entsteht ein anderer Blick auf die Dinge. Du wirst mehr nach Anderen schauen und versuchen zu unterstützen. Selbstbestimmt kannst du deine wertvolle Energie in Projekten einsetzen, die in deinen Augen einen Wert stiften, die dich erfüllen. Das Ganze in deinem Tempo. Du hast die Macht, die Dinge selbst zu gestalten. Wer würde hier noch Zeit damit verbringen, 70 Prozent des Tages unengagiert mit Kollegen über den Chef oder die ineffizienten Konzernstrukturen zu lästern. Stattdessen kannst du die Energie voller Motivation in die für dich wichtigen Projekte stecken. Dies führt dazu, dass du selbst glücklicher bist und – wenn du entschieden hast in deinem Angestelltenjob zu bleiben – dazu, dass das Unternehmen effizienter wird. Win – Win.

Diese Idealvorstellung und Motivation für den Aufbau eines Vermögens von dessen passiven Erträgen du leben kannst wird im großartigen Blog von Mr. Money Moustache aus den USA beschrieben. Nach mehrjähriger Auseinandersetzung mit dem Thema bestehen meine passiven Einnahmen derzeit aus den Ausschüttungen von Dividendenaktien, ETFs und einer Unternehmensbeteiligung über Crowdfunding. Kürzlich hinzu kamen Privatkredite auf Mintos, die bisher eine Rendite von 12,4 Prozent brachten (Mintos*). Hinzukommen soll eine Immobilie sobald sich eine rentable Möglichkeit auftut. Hingegen landläufiger Meinungen, dass dies alles andere als passiv sei, kann ich Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis entgegensetzen, deren Immobilien durch eine gute Hausverwaltung seit Jahrzehnten gänzlich ohne Einbringung aktiver Arbeitszeit von statten gingen. Passives Einkommen stachelt zu Höchstleistungen an, man sucht nach Alternativen um Vermögen aufzubauen, wird kreativ, lernt interessante Menschen kennen, arbeitet sich in neue Gebiete ein. Mit der Vision, eines Tages von passiven Einnahmen leben zu können, erscheinen als kleine Motivatoren jegliche Dividendenausschüttungstermine auf dem Handykalender und es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man erinnert wird, dass das Geld im Hintergrund für einen arbeitet, während man sich passiv beim Feierabendbier mit Kollegen vom aktiven Tag erholt.

Empfehlen zum Thema kann ich ebenfalls den Beitrag von Luis (nurbaresistwahres.de), der verständlich das Prinzip der Hochdividendentitel als passive Einnahmensquelle beschreibt. Was passive Einnahmen mit Socken zu tun haben, erfährst du im Beitrag von Jonas (self-tenure).

Der Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade, zu der Vincent (freakyfinance.net) aufgerufen hat. Die Blogparade dient als Einstimmung zum Online-Kongress über passives Einkommen von Eva Abert.

* Affiliatelink

Passives Einkommen – Aktives, selbstbestimmtes Leben!

Willkommen auf der Seite, auf der du lernst, dir einen Geldschnurrbart wachsen zu lassen. In Anlehnung an den englischsprachigen Blog Mister Money Moustache übertragen wir die Ideen auf den deutschsprachigen Raum und zeigen, wie man Verantwortung für seine Finanzen übernimmt um letztendlich frei und selbstbestimmt zu leben, ohne Zeit gegen Geld tauschen zu müssen.