Zinseszinsrechner – Die Macht des Zinses-Zinseffekts

Je nach Art der Geldanlage werden Zinsen entweder an den Anleger ausgeschüttet oder in der nächsten Periode wieder angelegt. Im letzten Fall werden die Zinsen dem Anfangskapital zugeschrieben und mit verzinst. So entsteht der Zinseszinseffekt. Mit einem Zinseszinsrechner kannst du berechnen, wie hoch dein Endkapital unter Berücksichtigung des Zinseszinses ausfällt. In unserem Beitrag erläutern wir, wie der Zinseszinseffekt funktioniert und wie die Zinseszinsformel lautet. Darüber hinaus veranschaulichen wir an einem Beispiel, welche positiven Auswirkungen der Zinseszins hat. Nutze es als Motivation 🙂

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zinseszinseffekt kommt zum tragen, wenn die Gewinne nicht ausgeschüttet, sondern weiter investiert werden (thesaurieren)
  • Die Macht des Zinseszinses beschreibt die Tatsache, dass allein aufgrund des Zinseszinseffekts eine höhere Endsumme als ohne Zinseszinsen erreicht wird
  • Spiele mit dem Rechner herum als Motivation, noch heute mit dem Vermögensaufbau zu starten

Zinseszinsrechner

Endkapital:
Gesamten Einzahlungen:
Vereinnahmte Zinszahlungen:

Wie benutze ich den Zinseszins Rechner?

Der Zinseszinsrechner bietet die Möglichkeit, dein späteres Kapital auf Grundlage des Zinseszinseffektes zu ermitteln. Dabei spielen die folgenden Parameter eine Rolle:

  • Anfangskapital
  • Anlagezeitraum bzw. Spardauer in Jahren
  • Jährlicher Zinssatz
  • Ausschüttungsintervall

Das Anfangskapital ist die Summe, die du zu Beginn der Geldanlage investierst. Dabei kann es sich zum Beispiel um Guthaben auf einem Festgeldkonto handeln. Der Anlagezeitraum bei einer Einmalanlage oder die Spardauer beim regelmäßigen Vermögensaufbau müssen beim Zinseszinsrechner ebenfalls erfasst werden. Mittels des Anlagezeitraums wird anschließend hochgerechnet, über welches Eigenkapital du auf Grundlage des Zinseszinseffektes später verfügen wirst.

Ein weiterer Parameter, den du beim Zinseszinsrechner eingeben muss, ist der jährliche Zinssatz in Prozent. Diesen erfährst du bei der Bank, bei der du die entsprechende Geldanlage nutzt. Ein letzter Parameter ist das Ausschüttungsintervall. Oftmals werden die Zinsen – je nach Anlageform – entweder monatlich oder meistens jährlich ausgeschüttet. Dann erfolgt allerdings nur ein geringer oder gar kein Zinseszinseffekt.

Nachdem du das Anfangskapital, eine eventuelle monatliche Sparrate als Alternative, den Anlagezeitraum bzw. die Spardauer, den jährlichen Zinssatz und das Ausschüttungsintervall angegeben hast, berechnest du mit dem Zinseszinsrechner dein Endkapital.

Zinsen berechnen: Der Zinseszinseffekt

Der Zinseszinseffekt hilft dir beim langfristigen Vermögensaufbau und auch bei der einmaligen Geldanlage. Die Grundlage des Zinseszinseffektes ist, mit (angelegtem) Geld weiteres Geld zu verdienen, dieses dem Anfangskapital zuzuschreiben und davon zu profitieren, dass die Zinsen in der nächsten Periode mit verzinst werden.

Der Zinseszinseffekt kann demnach nur funktionieren, wenn die gutgeschriebenen Zinsen – zumindest teilweise – in einer weiteren und allen folgenden Perioden dem Anfangskapital zugeschrieben und somit mit verzinst werden. 

Zinsen berechnen bedeutet in dem Fall, für die gesamte Anlagedauer meistens für jedes Jahr die Zinssumme unter Berücksichtigung der Wiederanlage der Zinsen zu ermitteln. Es gibt einige Faktoren, die den Zinseszinseffekt beeinflussen und die somit auch im entsprechenden Sparrechner zu berücksichtigen sind. Dazu gehören:

  • Anlagezeitraum
  • Investiertes Kapital

Bei der Nutzung des Zinseszinsrechners wirst du feststellen, dass der Zinseszins umso mehr ins Gewicht fällt, desto länger du dein Geld anlegst und desto höher die Sparrate oder die Anlagesumme ist.

Häufig wird im Zusammenhang mit dem Zinseszinseffekt auch von der Macht des Zinseszinses gesprochen. Damit ist gemeint, dass der Zinseszins eine sehr positive Auswirkung auf die Gesamtrendite und somit auf die Höhe des Kapitals hat, das am Ende des Vermögensaufbaus steht.

Freibetrag für Zinsen 

Einen negativen Aspekt gibt es beim Zinseszins, nämlich dass die Zinsen angesammelt werden. Man spricht in dem Zusammenhang oft von einer aufgezinsten Geldanlage. Diese beinhaltet, dass die Zinsausschüttung erst bei Fälligkeit des Sparvertrages oder der Geldanlage stattfindet. Dies führt allerdings dazu, dass die Zinsen einen relativ hohen Gesamtbetrag ergeben. 

Überschreitet der Betrag deinen Freibetrag für Zinsen, den sogenannten Sparer-Pauschbetrag musst du auf den überschüssigen Anteil Abgeltungssteuern zahlen. Aktuell beträgt der Sparer-Pauschbetrag für Alleinstehende 801 Euro und bei Verheirateten 1.602 Euro. Bis zu diesem Betrag sind Zinsen pro Jahr steuerfrei.

Zinseszinsformel – So berechnet sich der Zinseszinsefffekt

Der Zinsrechner online und Zinsen-berechnen funktioniert beim Zinseszins auf Grundlage der Zinseszinsformel. Diese lautet:

Kn = K0 * ((p / 100) + 1) hoch n

Die einzelnen Abkürzungen bedeuten: 

  • Kn = Endkapital inkl. Zinsen nach n Jahren
  • K0 = Anfangskapital
  • p = Zinssatz (in Prozent)
  • n = Laufzeit in Jahren

Mit diesen Parametern lässt sich anhand der Zinseszinsformel berechnen, wie hoch das Endkapital ausfallen würde.

Zinseszins-Beispiel

Sehr gut veranschaulichen kannst du den Zinseszinseffekt anhand eines Zinseszins-Beispiels. Angenommen, du möchtest 5.000 Euro zu einem Zinssatz von 3 Prozent anlegen, wobei die Zinsen einmal im Jahr dem Anfangskapital zugeschrieben werden und in der nächsten Periode mit verzinst werden. Auf Grundlage des Zinseszinses ergibt sich für die ersten Jahre folgende Berechnung:

  • 1 Jahr: Zinsen 150,00 Euro  = 5.150,00 Euro Endkapital
  • 1 Jahr: Zinsen 154,50 Euro  = 5.304,50 Euro Endkapital
  • 1 Jahr: Zinsen 159,14 Euro  = 5.463,64 Euro Endkapital
  • 1 Jahr: Zinsen 163,91 Euro  = 5.627,55 Euro Endkapital
  • 1 Jahr: Zinsen 168,83 Euro  = 5.796,38 Euro Endkapital

Nach fünf Jahren beträgt das Eigenkapital somit 5.796,38 Euro und du hast Zinsen von insgesamt 796,38 Euro erhalten. Ohne Zinseszins wäre der Gesamtbetrag um 46,38 Euro geringer ausgefallen. Dann hätte die Zinssumme 750 Euro betragen.

Wo kann ich den Zinseszins nutzen?

Den Zinseszins kannst du bei allen Geldanlagen und Sparformen nutzen, bei denen Erträge nicht ausgeschüttet, sondern wieder angelegt werden. Dies gilt insbesondere für verzinsliche Anlageformen. Darauf aufbauend sind vor allem die folgenden Geldanlagen für den Zinseszinseffekt geeignet:

  • Festgeldanlage
  • Tagesgeld
  • Spareinlagen
  • Investmentfonds

Fazit zum Zinseszinsrechner

Mit dem Zinseszinsrechner ermittelst du, wie sich dein Anlagekapital auf Grundlage des Zinseszinses positiv verändert. Du gibst die Parameter Anfangskapital, Laufzeit sowie Zinssatz vor und erhältst unter Berücksichtigung des Zinseszinses das spätere Endkapital. Der Zinseszins wirkt sich positiv auf deine Gesamtrendite aus, sodass das Endkapital – je nach Anlagesumme und Laufzeit – zum Teil deutlich höher als ohne diesen Effekt ausfällt.

Kanntest du den Zinses-Zins-Effekt? Wann erreichst du deine erste Vermögensmillion? 🙂 Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren!

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Häufige Fragen zum Zinseszins

Lohnt sich der Zinseszinseffekt immer?

Ob sich der Zinseszinseffekt lohnt oder nicht, hängt vor allem von der Anlagedauer und der Anlagesumme ab. Wenn du beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto 500 Euro deponiert hast und die Zinsen über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht ausgeschüttet werden, schlägt der Zinseszinseffekt kaum zu Buche. Ganz anders ist es, falls du beispielsweise 50.000 Euro über einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren anlegst. Dann fällt der Zinseszinseffekt deutlich ins Gewicht.

Gibt es Nachteile beim Zinseszins?

Der einzige Nachteil des Zinseszinses ist, dass sich die Zinsen – je nach Geldanlage – über mehrere Jahre ansammeln und so zu einer Gesamtsumme führen, die eventuell oberhalb deines Sparer-Pauschbetrages liegt. Dann müsstest du einen Teil der Zinsen versteuern, was bei einer jährlichen Ausschüttung vermutlich nicht passiert wäre.

Quellen

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