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Buch schreiben Teil 1

Ein Buch schreiben? Wie es zu meinem ersten Verlagsbuch kam

Wie kann ich ein Buch schreiben? Wie kam es dazu? Da es auch mein erstes Buch mit einem Verlag war, teile ich euch in zwei Blogartikeln meine Erfahrungen mit. Viele von euch haben mein neues Buch Rente mit 40 – Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismusschon vorbestellt. Dank eurer Bestellungen sind aktuell schon die ersten Bestsellerrankings auf Amazon erreicht, was bedeutet, dass wir noch mehr Spendengelder zusammenbekommen bis 13.09 – super! Danke auch für das tolle Feedback der Testleser!

1.Wie kam es, dass ich ein zweites Buch geschrieben habe?

Ihr habt mich auf Instagram und Facebook gefragt, wie ich eigentlich dazu kam, ein Buch bei einem Verlag zu veröffentlichen und wie die Buchentstehung konkret ablief. Dies ist der erste Artikel von zwei Teilen, die sonst zu umfangreich geworden wären.

Viele Autoren müssen lange bei Verlagen hausieren gehen, um einen Vertrag für ihr Buch zu bekommen. Ich habe hier gar nichts unternommen und hatte Glück 🙂 Zuvor hatte ich mein Buch „Deine Finanzen in 7 Tagen“ als eBook verfasst, um Freunden und Bekannten die Grundlagen über das Investieren näher zu bringen. Ich biete es nur auf meinem Blog an – sehe aber die E-Mail-Adressen der Käufer.

Dann stach mir im Dezember 2018 plötzlich eine E-Mail Adresse …@ullstein-buchverlage.de ins Auge 🙂 Was wollen die denn mit meinem Buch? Im Januar erhielt ich dann eine freundliche E-Mail vom Verlag: Ihnen gefalle das eBook und sie wollten wissen, ob ich Lust hätte das nächste Buch mit Ihnen zu schreiben – Thema: Frugalismus und Rente mit 40. Verrückt!

Da ich nach meiner Kündigung letzten Jahres zeitlich noch flexibel war, sagte ich zu! Auf mein Anraten hin setzten wir als Zieltermin eine Erscheinung im September 2019, anstatt wie ursprünglich geplant im März 2020 an. Ich mag es mehr, wenn ich mich intensiv und Vollzeit auf ein Projekt fokussiere, als über ein Jahr „immer mal wieder“ daran zu arbeiten.

2. Der Vertrag wird aufgesetzt – so läuft das also

Bevor wir mit dem eigentlichen Buchprojekt starten konnten, gab es einige Dinge mit dem Verlag zu verhandeln. Zieltermine, Finanzielles und Rechte wurden abgestimmt. Beim Finanziellen wurde die Provision pro verkauftem Exemplar festgelegt sowie der Vorschuss, den man unabhängig von den späteren Verkäufen bekommt.

Der Buchvetrag mit dem Arbeitstitel, während ich im Hintergrund schon arbeitete

Da ich bisher noch keine Erfahrungen mit den Konditionen hatte, beriet ich mich mit meinen geschätzten Bloggerkollegen Madame Moneypenny und Luis Pazos, die beide schon ein Buch bei einem Verlag veröffentlicht hatten. Vielen Dank dafür!

Der Vorschuss sollte zumindest meine Lebenshaltungskosten während der Bearbeitungszeit decken und wurde in drei Tranchen ausbezahlt (zum Vertragsabschluss, zur Manuskriptabgabe und zur Bucherscheinung).

Im Februar 2019 unterschrieb ich dann den finalen Vertrag. Manuskriptabgabe Mai 2019 – sportlich aber machbar. Ich richtete mich wie schon zum eBook häuslich in der Stadtbibliothek in Stuttgart ein und legte los. Das Wissen und die Kontakte über Frugalismus war bereits vorhanden, sonst wäre der Zieltermin nicht möglich gewesen.

3. Wie fange ich beim Buch schreiben an? Buchkonzept und Idee

Die Zieltermine und Erwartungen seitens des Verlags waren also abgestimmt. Doch das Thema Frugalismus und Rente mit 40 ist ein weites Feld, das man ganz unterschiedlich ausarbeiten kann. Ich wusste jedoch, dass ich mit der bisherigen Berichterstattung über das Thema nicht ganz einverstanden war und wollte meine eigene Sicht und die meiner Kollegen, die sich ebenfalls schon länger damit beschäftigten, darstellen.

Das Whiteboard in meinem Wohnzimmer war eine super Hilfe beim Schreiben des Buches

Ich definierte zuerst die Zielgruppe und den Mehrwert, den ich mit dem Buch erreichen wollte – vor allem auch gegenüber dem eBook „Deine Finanzen in 7 Tagen“. Nach regem Austausch mit Oliver Noelting war das Ziel definiert:

  • Menschen zu inspirieren, sich auf ihr Glück im Leben zu fokussieren anstatt „Dingen hinterherzujagen“
  • aufzuzeigen, dass mehr finanzielle Unabhängigkeit einfacher ist, als viele sich das vorstellen
  • Praxisgeschichten mit unterschiedlichen Ausgangssituationen einzubauen von Menschen, die Unabhängigkeit bereits erreicht haben
  • sie dazu inspirieren, sich über das Buch hinaus weiter mit ihrem Geld und ihrer Lebenssituation zu beschäftigen
Florian Wagner - Ullstein-Verlag
Abstimmung in Berlin beim Ullstein-Verlag

Zusätzlich plante ich Interviews als Praxisgeschichten von Angestellten, Unternehmern, Familien mit Kindern, Singles, die mit Aktien, Immobilien, Unternehmen tatsächlich die finanzielle Unabhängigkeit Jahrzehnte vor der Rente erreicht haben.

Ich reiste nach Berlin, um meinen Entwurf des Inhaltsverzeichnisses sowie das gesamte Buchkonzept mit dem Ullstein-Verlag (Econ Verlag, als Teil der Gruppe) und meinem Lektor aus München abzustimmen. Sie waren begeistert und ich konnte loslegen!

4. Buchtitel und Covergestaltung

Im Gespräch mit Familie, Freunden und Kollegen ergaben sich weitere Ideen. Durch das Buch wollte ich, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen gleichermaßen inspiriert und abgeholt werden: Berufseinsteiger wie meine Schwester, finanzinteressierte Kollegen, die das Investieren noch auf die lange Bank geschoben haben, Freunde, die Geld als notwendiges Übel sehen und sich wenig damit beschäftigen wollen und Menschen über 40, die bereits gefestigt im Leben stehen und sich mehr Freiheit aufbauen wollen.

Da der Verlag lange Vorlaufzeiten benötigt, wurde direkt nach Konzepterstellung über Titelentwürfe und Covergestaltungen beraten. Mein Arbeitstitel war „Spar dich glücklich“, der auch so im Vertrag steht. Mir war es wichtig, keinen trockenen Finanzratgeber zu schreiben, sondern mich auch auf die Kernidee, die ich hinter dem Frugalismus sehe, zu fokussieren: Mehr Lebensfreude.

Der Ullstein-Verlag wollte einen prägnanten Satz wie „Rente mit 40“ mit in den Titel einfließen lassen. Zu Beginn fand ich den Titel zu „reißerisch“, da es beim Frugalismus nicht zwingend um eine „Rente“ geht und auch nicht, dass diese mit „40“ erreicht wird. Da mein Galileo-Video mit diesem Titel über Frugalisten jedoch ebenfalls viel Aufmerksamkeit auf sich zog, willigte ich ein.

Ich hätte so die Möglichkeit, im Buchinhalt viele Vorurteile richtigzustellen, was mir sinnvoll erschien. Ich konnte auch überzeugen, dass das Wort Glück, trotz esoterischer Vorbelastung Einzug in den Titel erhielt: „Rente mit 40 – Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus„.

Hier ein Auszug aus den Covervarianten:

Covervarianten Buch Rente mit 40
Covervarianten für das Buch Rente mit 40

Der Verlag brauchte auch ziemlich zeitnah Fotos für das Buch. Also wurde kurzerhand mit Fotografin pomponetti, lieben Dank noch einmal an dieser Stelle, ein paar Schnappschüsse getätigt – in der Bibliothek natürlich 🙂

Fotografin pomponetti lichtete mich in der Bibliothek ab

Interviews für das Schreiben der Praxisgeschichten

Was ich mir bei dem Thema „Mehrwert“ für die Leser klargemacht hatte war, dass ich unbedingt konkrete Praxisbeispiele von Menschen beschreiben wollte, die tatsächlich mit 40 oder früher nicht mehr auf ein Arbeitseinkommen angewiesen waren. Dies wollte ich mit möglichst unterschiedlichen Ausgangssituationen und Lebensarten umsetzen.

Interview per Skype mit Natascha Wegelin aka Madame Moneypenny, Unternehmerin

Ich machte mir eine lange Liste von Personen, die jeweils ein gutes Beispiel für eine Lebenssituation darstellten: Lars erreichte die finanzielle Unabhängigkeit mit Anfang 40 als Angestellter und Aktien. Vincent ebenfalls, setzte jedoch zusätzlich auf Immobilien und kündigte trotz Unabhängigkeit nicht seinen Job. Natascha erreichte die Unabhängigkeit als Unternehmerin, Familie White mit zwei Kindern und Thomas setzte auf eine Einzelaktie während er als Angestellter genügsam in der Schweiz lebte.

Zusätzlich kontaktierte ich durch mein Netzwerk weitere Menschen, die gut ins Buch passten aber bis dato noch nie ihre Geschichte öffentlich gemacht hatten. Schnell hatte ich 14 passende Interviewpartner beisammen und alle waren bereit, ihre Geschichte im Buch zu teilen – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für eure Offenheit auch dafür so offen über Geld zu sprechen!

Interview mit Lars Hattwig, in „Rente“ als Angestellter mit 42 in Berlin

Die Interviews führte ich persönlich, per Skype oder auf Kongressen. Die beste Methode fand ich beim Interview mit Ranga in Nürnberg, bei dem ich durch ein Ansteckmikrofon (das mir Michael, der ehemalige Pleitestudent geliehen hat) das Gespräch aufzeichnete und so viel entspannter durch das Interview kam. Im Anschluss habe ich es transkribieren lassen (Als Service habe ich happyscribe.co genutzt) von Audio zu Text und hatte ein Grundgerüst, das ich in Ruhe bearbeiten konnte.

Im zweiten Teil erfahrt ihr, wie ich den Schreibprozess organisiert habe, wie Pressetermine zu Stande kommen und was ich über Marketing gelernt habe.

Buch Rente mit 40
Jetzt bestellen!

Habt ihr weitere Fragen zum ersten Teil des Entstehungsprozesses? Schreibt sie in die Kommentare, ich freue mich auf den Austausch!

Mehr Fotos, Stories und Hintergrundvideos zum Buch gibt’s bei Facebook und Instagram!

Hier gibt es mehr Informationen zum Buch Rente mit 40, dem Inhalt und der Spendenaktion.

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2 Kommentare

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