200.000€ Buchgewinn in 3 Monaten? Meine Evolution beim Investieren

Spinnt er jetzt komplett? Ingenieursjob gekündigt und jetzt auch noch mein ETF-Depot verkauft und alles Geld in 3 Werte gesteckt, einer davon ein Pennystock. Wie sich mein Verhältnis zu Risiko über die Jahre entwickelt hat, warum ich ETFs immer noch gut finde aber aktuell ein 200.000€ Aktiendepot bestehend aus nur 3 Werten habe, in diesem Beitrag, viel Spaß!

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Erste Aktie mit 15

Meine Investorenkarriere begann mit 15 Jahren. Mit einem Kumpel waren wir beim Ausflug in der Wutachschlucht, als er mir gegsagt hat, dass er durch seinen Dad in Aktien investiert. Er hatte schon 500 Euro Gewinn. In jugendlicher Euphorie (wir waren coole Skater zu der Zeit) war die Strategie klar: Aktien kaufen und vom Gewinn einen Skatepark aufmachen.

Mit Erlaubnis der Eltern habe ich einen Termin bei der Bank gemacht und meine Ersparnisse von 1.500€ nach „Beratung“ durch die Bank in die ersten Aktien gesteckt habe, einen (aktiven) Biotechfonds – bei dem ich alle Anfängerfehler gemacht und wenige Monate später mit Verlust verkauft habe. Danach war das Thema Aktien erst einmal auf Eis gelegt.

ETFs

Während des Studiums habe ich mich in der Freizeit mehr mit dem Thema Börse beschäftigt und bis zum Berufsstart rund 100 Finanzbücher verschlungen. Das Fazit aus der Recherche war eindeutig: Nur in den wenigsten Fällen kannst du durch Markettiming und Stockpicking die generelle Marktrendite schlagen.

ETFs sind das Mittel zur Wahl um günstig und breit gestreut zu investieren (Das erkläre ich auch ausführlich im Finanzkurs). Ich bin ein Fan von Einfachheit und habe zum Berufsstart monatlich die Überschüsse von rund 2.000 Euro in einen ETF World und ETF auf Emerging Markets investiert.

Vermögensaufteilung
Vermögensaufteilung Stand Oktober 2017

Da mir der Spaß am Investieren immer wichtig war, habe ich zusätzlich rund 20 Einzelaktien mit der Zeit gekauft – im Wissen, dass es wohl finanziell nicht vernünftig ist, aber mir einfach Spaß macht und ich ja vielleicht doch einen guten Riecher habe und mit einigen Einzelaktien besser als der Markt abschneide 🙂

Ein Buch und Video, das alles veränderte

Durch Beschäftigung mit Frugalismus habe ich unnötige Kosten reduziert und konnte 60% vom Ingenieursgehalt monatlich investieren. Gemäß meiner zuvor definierten Aktienverteilung (60% ETFs, 40% Einzelaktien) flossen jeden Monat rund 2.000 Euro ins Depot. Nach 4 Jahren war das Depot auf über 100.000 Euro angewachsen.

Es war jedoch langweilig – wenn man ETF Investments vernünftig macht, ist es sehr langweilig. Dann beschloss ich zu kündigen und baute die Selbstständigkeit im Bereich Websites auf.

Auch fiel mir das Buch „The Millionaire-Fastlane“ von MJ DeMarco in die Hände: Die Mehrheit der Menschen ist auf dem Gehweg unterwegs, was Geld betrifft. Sie  sparen fast nichts und was sie sparen versauert auf dem Sparbuch.

Die zweite Gruppe ist auf der rechten Spur der Straße unterwegs: Sie geben weniger Geld aus als sie einnehmen und investieren die Überschüsse  monatlich z.B. in Indexfonds (ETFS).

DAS IST VIEL BESSER ALS DER GEHWEG, aber immernoch die Slowlane

Wer Vermögensaufbau auf der Fastlane betreiben möchte, investiert mit mehr Risiko (und mehr Gewinnchance), indem er Unternehmer wird. Die Rendite im Unternehmen ist viel höher als die erwarteten 7% pro Jahr der ETFs – dafür natürlich auch mehr Risiko.

Das ergab Sinn für mich – auch mit Natascha (Madame Moneypenny) im Gespräch stellte ich fest, dass sie ihre Überschüsse zum Großteil nicht in den Aktienmarkt investiert sondern in ihre eigenen Unternehmungen.

Daraufhin stoppte ich meine monatlichen Sparpläne und baute nun einen größeren Cashpuffer für die Selbstständigkeit auf und investierte Überschüsse in Weiterbildung (Kurse, FB Ads Kurs, Seminare) sowie Websites, Texte und Links.

WICHTIG: Nicht falsch verstehen, ETFs sind immer noch viel besser als das Sparbuch und für die Mehrheit die beste Anlageform vor allem zu Beginn. Meinen Geschwistern empfehle ich das ebenfalls und das Depot, das ich für meine Eltern verwalte besteht aus ETFs und Dividendenaristokraten.

Nur für mich in der aktuellen Situation als Selbstständiger, ohne Kinder, wollte ich mehr Risiko und nicht „relativ sicher“ zur Rente vermögend sein.

All-In Pennystock?

Durch mein Einzelinvestment in Tesla hatte ich den ersten Tenbagger im Depot (>900% Wachstum in 2 Jahren) und auch Bitcoin hatte ich beim Preis von 2.000 Euro/BTC gekauft. Leider Tesla mit nur 3.000 Euro und Bitcoin mit 700 Euro Anfangsinvestment. Der Gewinn von rund 40.000 Euro war zwar „nett“ – aber er hatte keinen Einfluss auf mein Leben.

Ein Gewinn von 1 Million Euro würde eher eine konkrete Auswirkung auf mein Leben haben. Dann stieß ich zusätzlich auf ein Video von Chicken Genius:

Er erläuterte seine Anlagestrategie mit dem Vergleich eines Scharfschützen. Wenn ich breit gestreut in 1700 Unternehmen investiere, habe ich die letzten 100 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 7% p.a. – in der Zukunft sehr wahrscheinlich nicht weniger aber auch nicht mehr.

Er hat daraufhin all sein Vermögen von rund 300.000 Euro in TESLA investiert, er war vom Unternehmen überzeugt dass es die nächsten 10 Jahre deutlich wertvoller sein würde. Heute ist er bei 3 Mio. Euro Vermögen und weiterhin in Tesla investiert.

Das andere Beispiel ist Thomas aus meinem Buch Rente mit 40. Er hat als Berater gut verdient und hatte rund 100.000 Euro angespart. Nachdem er ein Biotechunterhemen entdeckte, das er studierte, beschloss er es zu riskieren und all sein Erspartes nur in dieses Unternehmen zu stecken.

Risiko muss man sich leisten können

Er fragte sich, was im schlimmsten Fall passieren würde: Er würde sein Erspartes verlieren. Und dann? Dann würde er weiter als Berater arbeiten müssen, was er sowieso schon tat. Dann müsste er sich wieder von Neuem Geld ansparen, das er dann wieder gezielt investieren kann (Chicken-Genius: Sniper Shots).

In seinem Leben kann man vielleicht 3 Mal gezielt einen Snipershot machen, d.h. ein Einzelinvestment zu tätigen von dem man überzeugt ist.

Nach zwei Jahren Selbstständigkeit habe ich gemerkt, dass ich mein Einkommen selbst beeinflussen kann. Durch digitale Fähigkeiten kann ich jederzeit neue Kunden finden. Aktuell habe ich Kundenaufträge reduziert, was bedeutet, dass ich monatlich weniger verdienen werde, aber mich dafür um Youtube und andere Spaßprojekte kümmern kann. Das gibt mir ein Sicherheitsgefühl, sogar mehr als ich es als Angestellter hatte.

Auch hatte ich zusätzlich zum Depot einen guten Cashpuffer, keine hohen Fixkosten und auch noch keine Verantwortung für Kinder. Gleichzeitig hatte ich mich in Tesla eingearbeitet sowie durch einen Bekannten in den Bereich von Psychadelics.

Daraufhin verkaufte ich meine Depotwerte und kaufte über die Zeit den (damals noch als Pennystock) notierende Aktie MindMed , Tesla und eine Spaßposition in Sensei Biotech.

200.000 Euro Buchgewinn in 3 Monaten

In vier Wochen stieg der Wert von 0,30€ auf 1,18€ und weiter auf 2,30€. Aus meinem Investment von 70.000 Euro wurden 200.000 Euro. Das Teslainvestment von 70k Euro stieg ebenfalls gewaltig. In drei Monaten hatte ich Ende Dezember plötzlich 200.000 Euro Buchgewinn. Krass.

Im Januar ging es dann aber auch in einer Woche um 70.000 Euro nach unten. Was ich gut finde um so relativ früh meine Risikotoleranz zu sehen. Es fühlt sich für mich aktuell richtig an. Wenn das Depot auf 0 geht, wäre es ärgerlich aber ich arbeite sowieso aktiv an Websites und nicht als Daytrader im Depot, sodass mir der Wert des Depots nur wenig Einfluss auf mein Leben hat.

Sollte sich MindMed z.B. durch die Aufnahme in den NASDAQ und zukünftig gute Studienergebnisse ist eine Vervielfachung möglich, was beim MSCI World in den nächsten 5 Jahren eher nicht wahrscheinlich erscheint.

Fazit

Wasser predigen und Wein trinken? Wie kannst du ETFs empfehlen und selbst in Pennystocks investieren?

Ich halte immernoch für die Mehrheit der Menschen, vor allem Anfänger oder konservativere Menschen die ETF-Strategie für das beste, vor allem viel besser als das Sparbuch. In meiner aktuellen Konstellation (keine Kinder, wenig Fixkosten, Einkommen steuerbar durch Selbstständigkeit) gibt es mir mehr Zufriedenheit zu wissen, dass ich innerhalb von 3 Jahren die Million erreichen könnte oder alles verlieren, als dass ich mir großer „Sicherheit“ wüsste, dass mein Vermögen jährlich um 7% steigt.

Es ist auch für mich ein Experiment, ich finde es immer wichitg, dass man sich weiterentwickelt und seine Ansichten hinterfragt. Wenn ich mich mit der Strategie unwohl fühle ändere ich sie.

Wie ist deine Meinung? War meine Entscheidung dumm aus deiner Sicht? Würdest du es anders machen?

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