Finanzmarathon – Ausdauersport für deinen Vermögensaufbau

Finanzmarathon
Langfristiger Vermögensaufbau ist wie ein Finanzmarathon

Eines Tages von den Einnahmen aus seinem Vermögen leben zu können, ist ein langer Weg und kein einfaches Ziel. Viele werden es nicht erreichen oder gar nicht erst versuchen. Das Gleiche gilt für einen Marathon. 42,195 km zu laufen gegen die Stimme des inneren Schweinehundes und die Widerstände des Körpers.  Eins der zwei Ziele werde ich dieses Jahr erreichen. Am 07.10.2018 stelle ich mich der Herausforderung Marathon beim 3-Länder-Marathon am Bodensee (Link). Was du für einen Marathon lernst, hilft dir auch für den Vermögensaufbau – deinen Finanzmarathon.  Was beide Ziele gemeinsam haben und wie sie sich gegenseitig fördern, erfährst du hier.

1. Das Ziel erscheint zu Beginn unerreichbar

Gerade für Neulinge im Bereich Ausdauersport erscheint das Ziel Marathon zu Beginn unerreichbar. Man schafft die lockere Abendrunde im Park mit Kollegen über 5km und wenn man richtig gut drauf ist, haben auch schon einmal 10km geklappt. Aber 42,1km am Stück? Unmöglich.

Das Gleiche gilt für die finanzielle Freiheit. Man hat vielleicht bereits früher auf der Bank seine ersten 80€ Zinsen bekommen und sich stolz davon ein Fußballtrikot gekauft. Das war eine nette Sache. Aber wie soll es möglich sein, seinen gesamten Geldbedarf des Jahres aus seinem Vermögen zu erwirtschaften? Unmöglich.

Was hilft? Zu sehen, dass es Leute bereits geschafft haben. Wer über Menschen liest, die bereits sehr erfahren im Marathonlauf sind, über ihre Anfänge, die dich an deine erinnern, wird schnell merken, dass es doch möglich ist. Wie sind diese Personen vorgegangen, was sind ihre Tipps für Neulinge? Für die Marathonvorbereitung motiviert mich hier der dreifache Frankfurtmarathonsieger Herbert Steffny durch „Das große Laufbuch: Vom richtigen Einstieg bis zum Marathon“. Hier kann ich auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen und mich motivieren.

Zum Thema finanzielle Freiheit kann man sich ebenfalls an Leuten orientieren, die bereits am Ziel sind. Man merkt, dass sie angefangen haben wie du und ich. Zugleich lernt man auch, wie ihre Erfahrungen sind, nachdem sie das Ziel erreicht haben. Kommt eine plötzliche Leere und Langeweile zum Zeitpunkt, an dem man nicht mehr für Geld arbeiten muss? Hierzu habe ich das Buch „Finanzielle Freiheit“ von Gisela Enders gelesen, indem sie durch Interviews mit Menschen, die es geschafft haben zeigt, dass es absolut möglich und erstrebenswert ist.

2. Wer erfolgreich sein möchte, braucht einen langen Atem

Die Vorbereitung für einen Marathon dauert. Es ist hier nicht mit dem Anschauen eines Youtubetutorials und dem Lesen einiger Bücher getan. Du brauchst Kilometer, gelaufen von dir selbst, viele und über einen langen Zeitraum. Seien es 6 Monate, 1 Jahr oder 2 Jahre. Genauso verhält es sich mit dem Vermögensaufbau und dem Weg zur finanziellen Freiheit. Du beginnst mit deinem ersten festen Gehalt nach der Ausbildung, dem Studium und dann heißt es am Ball bleiben und die Motivation hoch halten für mehrere Jahre.

Tipp: Suche dir Begleiter mit dem gleichen Ziel. Wenn man sich austauschen und motivieren kann hilft dies ungemein. Gehe ich alleine trainieren und fühle mich heute nicht ganz wohl, das Wetter ist schlecht und überhaupt ist eine ausgelassene Trainingseinheit nicht schlimm – ist die Hürde viel größer, wenn ich mit einem Trainingspartner verabredet bin. Hier zu kneifen überlege ich mir eher zweimal. Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit motiviert ebenfalls der Austausch mit Gleichgesinnten. Gemeinsam durch Andere lernen und sich anzuspornen hilft ungemein. Schaue hierfür in unserer Facebook-Community vorbei und werde Teil der Gruppe, die sich gegenseitig auf dem Weg in die Finanzielle Freiheit unterstützt (Geldschnurrbart Community).

3. Disziplin entscheidet beim Finanzmarathon

Die zweite wichtige Eigenschaft für beide Ziele ist Disziplin. Bei der Marathonvorbereitung möchte ich meinem Körper möglichst gesunde, energiereiche Nahrung zuführen, die den Körper befähigt das Training und den Wettkampf verletzungsfrei zu absolvieren. Hier gilt es, dem Drang nach zu viel Schokolade, Pizza und anderen Kurzfristglücklichmachern Paroli zu bieten und sich auf sein langfristiges Ziel zu fokussieren.

Beim Vermögensaufbau ist dies ähnlich. Von überall her locken kurzfristige Beschleuniger. Angefangen von Glücksspiel im Casino, Sportwetten oder gehebelte Finanzprodukte, die dir suggerieren, das langfristige Ziel viel schneller erreichen zu können. Auch hier ist Disziplin gefordert, nicht zu gierig und auf Kurzfristerfolge fokussiert zu sein, sondern sich bewusst zu machen, dass zu einem langfristigen Vermögensaufbau klare Investmentregeln gehören, an die ich mich halte und keinen spekulativen vermeintlichen Abkürzungen zum Opfer falle.

Was Investmentregeln wie z.B. eine prozentuale Portfolioaufteilung, die ich stets aufrecht erhalten möchte (Mein Beispiel hier: Portfolioaufteilung) beim Vermögensaufbau sind, ist die durchschnittliche Laufgeschwindigkeit für den Marathon. Abgeleitet von der 10km Bestzeit bestimme ich die für mich sinnvolle Zielgeschwindigkeit pro Kilometer für Training und Wettkampf und versuche mich so gut es geht daran zu halten.

Entgegen der Gedanken, die meinen ich sei heute viel fitter und gebe mehr Gas und „kürze ab“. Beim Marathon führt das zu einem kurzfristigen Erfolg, in dem ich Mitstreiter überhole – der Einbruch folgt dann jedoch später, wenn ich bei Kilometer 30 keine Puste mehr habe und völlig erschöpft gehen muss. Ein Investment von 50% meines Vermögens in Kryptowährungen, weil die Rendite in letzter Zeit viel höher war verschafft mir mit Glück einen schnellen Vermögenszuwachs in 6 Monaten. Ein großer Dämpfer bis Totalverlust in 2 Jahren und die Vernichtung 50% meines Vermögens wirft mich für mein langfristiges Ziel jedoch Jahre zurück.

4. Sorge dafür, dass der Weg zum Ziel Freude bereitet

Niemand hält etwas über Jahre durch, dass nur Anstrengung, Frust und harte Arbeit ist. Auf dem Weg zum Ziel sind immer wieder positive Erfahrungen, Unterstützung, Motivation und Belohnungen notwendig. Für Marathonläufer ist dies der regelmäßige Halt an den Verpflegungsstationen um neue Energie aus Bananen und Wasser aufzutanken. Während der Trainingszeit und disziplinierten Ernährung spricht nichts dagegen, ab und an einen „Cheatday“ einzuwerfen und zu schlemmen. Wenn es mich motiviert weiter Gas zu geben und neue Kraft zu tranken, zahlt sich dieser kurzfristige „Rückschlag“ langfristig positiv aus.

Beim Vermögensaufbau ist es wichtig, nicht das Gefühl zu haben, sich nur des Sparens willen groß einzuschränken. Für mehr zu dieser Thematik siehe Geiz vs. Sparsamkeit. Es ist wichtig, Geld als Mittel zum Zweck zu sehen und auf dem langen Weg auch die ein oder andere finanziell unvernünftige Kaufentscheidung zu treffen. Dies wirft mich kurzfristig zurück, hält jedoch meine langfristige Motivation aufrecht und wenn ich es ganz bewusst mache und nicht durch Gewohnheiten getrieben bin, spricht hier nichts dagegen – im Gegenteil. Es ist ein langer Weg, auf dem man motiviert bleiben möchte. Die Verantwortung, für diese Belohnungen zwischendurch zu sorgen, liegt bei dir!

5. Setze dir Zwischenziele

Das Ziel an sich kann bei beiden Projekten, Marathonlauf und Finanzielle Freiheit ebenfalls eine großartige Motivation sein. Sich vorzustellen, wie stolz man sein wird, wenn man den ersten Marathon gelaufen ist, motiviert ungemein.

Tipp: Setze dir Meilensteine, Zwischenziele auf dem Weg zu deinem Finanzmarathon. In der Marathonvorbereitung kann dies ein 10km Wettkampf, ein Halbmarathon usw. sein, indem man vorab seinen Stand testen und darauf hinarbeiten kann. Beim Vermögensaufbau wirkt es unheimlich motivierend, wenn die erste große Summe, seien es 1.000€, 10.000 €, 100.000 € oder 1 Million angespart sind. Ebenfalls bestärkt es ungemein zu sehen, wenn man zum ersten Mal aus den Erträgen seiner Investments ein Abendessen bezahlen oder seinen Urlaub bestreiten kann.

Was sind deine Tipps, die dich auf dem Weg anspornen weiter zu machen? Bist du angefixt und hast dir ebenfalls ein sportliches Ziel für dieses Jahr gesetzt? Ich bin gespannt und freue ich mich, es in den Kommentaren zu lesen.

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Warum Geiz nicht geil ist – Sparsamkeit hingegen schon!

Sparsamkeit versus Geiz
Foto by pomponetti

„Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben!“

Spricht man offen darüber, wie man durch kluge Entscheidungen Geld gespart hat oder sparsam lebt, ist die erste Reaktion meist: „Der ist aber geizig, der hat sicher keinen Spaß im Leben“. Dass jedoch ein großer Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht und warum du durch Sparsamkeit profitieren und glücklicher sein kannst, möchte ich anhand der Protagonisten Gerd Geizig und Spartacus Sparsam zeigen. Meine Behauptung ist, dass du durch Sparsamkeit glücklicher wirst und Geiz hingegen nur Nachteile für dich bringt.

Was ist Geiz?
Geiz ist im Duden als „übertriebene Sparsamkeit“ definiert. Dies bedeutet, dass der Drang zum Sparen bei einem geizigen Menschen zwanghaft ist und sein oberstes Lebensziel darstellt. Naheliegend ist, dass wir andere Personen gerne als geizig beschreiben, selten aber uns selbst. Typische Ansichten und Glaubenssätze geiziger Menschen sind „Ich darf mir nichts gönnen!“, „Ich habe zu wenig von …“ oder „Geld anzuhäufen ist wichtiger als Spaß zu haben“. Ursachen sind meist Verlustängste wie die Angst vor Kündigung, Angst vor sozialem Abstieg etc. Geizige Menschen verhalten sich daher auch meist unsozial und egoistisch. Sie möchten ihr Geld für sich behalten und Anderen möglichst nichts davon abgeben.

Aus dem Leben von Gerd Geizig
Gerd Geizig ist 27 Jahre alt, hat eine sichere Beamtenstelle und liest gerne Immobilienangebote für die Verwirklichung seines Traumes vom Eigenheim. Er selbst bezeichnet sich nicht als geizig, da man für die Fahrt eines Kollegen ins Krankenhaus doch wenigstens das Spritgeld verlangen kann und Besucher bei ihm zu Hause wirklich auch vorher schon hätten essen und trinken können. Der Pfennigfuchser wird für das Horten seiner Cents eher belächelt, denn es sind immer noch Kleinbeträge, die er hortet. Sein Kleiderschrank besteht aus alter Discounterkleidung, die seit der ersten Wäsche zerschlissen ist. Seit 2 Wochen hat er seine erste Freundin, die ihren Kinoeintritt aus eigener Tasche bezahlt, versteht sich. Einladungen, sich mit Bekannten zu treffen, die sein Interesse für Immobilien teilen, lehnt er meist ab. Er befürchtet, eine Runde Bier zahlen zu müssen was er gar nicht einsieht. So manövriert er sich weiter in sein Schneckenhaus aus Cents und hortet sie mit vollster Hingabe. Wird Sparen zum Zwang (Geiz) und wird als das wichtigste Lebensziel gesehen sind die Folgen daher alles andere als geil. Mit einer „Geiz-ist-geil“-Mentalität kaufe ich die billigste Technik/Kleidung/Lebensmittel nur des Sparens willen, ungeachtet, dass ich dadurch in 2 Monaten das Teil ersetzen muss, die Kleidung unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wurde oder Lebensmittel schlecht für den Körper sind. Sozial zeigt Geiz zudem ein beschämendes Bild vom Wert, den wir unseren Mitmenschen beimessen. Wie unterscheidet sich nun Sparsamkeit vom Geiz?

Was ist Sparsamkeit?
Legen wir abermals die Definition des Duden zu Grunde, findet man für Sparsamkeit die Erklärung: „Ist auf möglichst geringe Ausgaben, möglichst geringen Verbrauch bedacht“. Dies bedeutet generell, dass man Dinge effizient macht. Wenn ich das gleiche Ergebnis mit weniger Einsatz erreiche, ist letztere Lösung effizienter. Der Hauptunterschied zwischen Sparsamkeit und zwanghafter Sparsamkeit (Geiz) ist jedoch, dass man bei Sparsamkeit das Glück, die Zufriedenheit als oberstes Lebensziel behält. Ich spare nicht des Sparens willen, sondern ich maximiere Glück, Freude, Zufriedenheit als oberstes Ziel. Die landläufige Meinung und Reaktion auf Menschen, die nur einen geringen Teil ihres Monatseinkommens zum Leben benötigen ist: „Oh, das ist aber heftig – das kriegt man schon hin, aber ich will mir lieber etwas gönnen“. Dies impliziert die Annahme, dass sich ein sparsamer Mensch auf Kosten von Lebensfreude und Glück einschränkt und etwas im Leben verpasst. Im eigentlichen Sinne meint Sparsamkeit jedoch nur, dass mein Ziel wie z.B. Lebensfreude mit möglichst geringen Ausgaben und Einsatz von Ressourcen erreiche. Bei der Entscheidung für die Möglichkeiten wie ich zum Ziel komme, wähle ich die Möglichkeit aus, die mit minimalem Einsatz von fleißigen, für mich arbeitenden Euromünzen auskommt.

5 Vorteile von Sparsamkeit
Wenn du den Unterschied zwischen Sparsamkeit und Geiz verstanden hast und weißt, dass bei letztem als oberste Priorität maximale Lebensfreude und Glück steht, wirst du schnell sehen, dass du durch Sparsamkeit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst. Zum einen erhöhst du dein Glück, zum anderen sparst du nebenbei Geld, was wiederum deine Zeit bis zur finanziellen Unabhängigkeit (Zeitpunkt, zu dem deine monatlichen Ausgaben von Kapitalerträgen gedeckt werden) reduzierst.
Konkret sehe ich 5 Vorteile, von denen du durch sparsames Verhalten profitierst:

  1. Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
  2. Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
  3. Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
  4. Sparsamkeit bringt Entspannung
  5. Sparsamkeit führt zu mehr Freude

Vorteil 1: Sparsamkeit motiviert dich, dein Ziel zu kennen
Wenn man sparsam ist und das im Gespräch mit anderen kommuniziert, setzt man sich schnell Kommentaren aus wie „Ohje, du sparst aber viel – gönn dir doch mal was. Wofür das alles, wenn dir morgen etwas passiert und alles Sparen und Einschränken umsonst war?!“. Damit ist man automatisch aufgefordert, sein Verhalten zu hinterfragen und für sich die Frage zu beantworten: Was möchte ich im Leben, was ist mein oberstes Ziel. Ein glückliches, erfülltes Leben könnte eine Antwort sein. Ist dieses Ziel definiert, werden weitere Ziele untergeordnet. Ein Unterziel kann sein, ein Vermögen aufzubauen, sodass man durch die Erträge des Vermögens finanziell unabhängig von einem Angestelltenjob ist, in dem man eventuell unzufrieden ist. Wichtig ist, dass man sein „Warum?“ kennt. Dann geht es nur noch darum, dieses Ziel effizient, d.h. unter geringem Einsatz von Ressourcen wie Geld, Zeit, Umweltressourcen zu erreichen. Es ist niemandem zu wünschen, jedoch kann ein jeder durch einen Unfall plötzlich aus dem Leben gerissen werden und dann möchte man sich nicht gesagt haben „Mist, die Einschränkungen waren alle für nichts. Die Früchte der Sparsamkeit kann ich nicht ernten.“ Wenn mich morgen ein Laster überrollt, hätte ich dann heute etwas anders gemacht, anders gelebt? Hätte ich mir dann das teurere Steak gekauft? Auch wenn es hart formuliert sein mag kann diese Frage helfen, dein oberstes Ziel von Glück nicht aus den Augen zu verlieren und bei positiver Sparsamkeit zu bleiben ohne zwanghaft zu werden.

Vorteil 2: Sparsamkeit fördert Achtsamkeit
Wer sparsam ist, hat verstanden, dass Geld einem viel Freiheit ermöglichen kann und daher nicht unwichtig für ein zufriedenes Leben ist. Wenn du sparsam bist, heißt das, dass du einen Überblick über deine Finanzen hast und Ausgaben hinterfragst. Mit der einfachen Frage, wie viel mehr Glück/Zufriedenheit dir die nächste Ausgabe bringt wirst du vom blinden, durch Werbung gesteuerten Konsumkäufer zum achtsamen, bewussten Investor in dein Glück. Anstatt dir im Vorbeigehen ein Buch zu kaufen, weil es dich gerade „anlacht“ wäre ein günstigeres Gedankenmuster: „Wow, dieser Buchtitel springt mir ins Auge, das scheint interessant. Ich werde es notieren und in 30 Tagen noch einmal schauen, ob ich es immer noch haben möchte.“ Wenn du nach 30 Tagen weiterhin großes Interesse daran verspürst und weißt, dass es dich langfristig zufriedener macht, freust du dich, bewusst in deine Bildung zu investieren und kaufst/leihst es gezielt. Du weißt, dass du das Buch mit Sicherheit in den nächsten Tagen lesen wirst. Du bekommst ein Gespür dafür, was dich langfristig glücklich macht und welche Käufe automatisch gemacht werden und nur ein kurzfristiges Glücksgefühl bewirken.

Vorteil 3: Sparsamkeit fördert Kreativität und das Erlernen neuer Fähigkeiten
Wenn du sparsam bist und bereits bewusster deine Ausgaben hinterfragst, kommt schnell der Punkt an dem du feststellst: Döner am Feierabend & ein McDonalds Menü am Bahnhof sind sehr teuer im Vergleich zum Nutzen/Schaden, den sie bringen. Das Glücksgefühl ist nur kurzweilig: „Du bist müde von der Arbeit und brauchst daher nicht mehr zu kochen und lecker ist fettiges Fleisch mit Sauce (+ Geschmacksverstärker) vielleicht auch“. Nach der 20-minütigen Freude jedoch kommt der schwere Magen, der das Einschlafen erschwert, der Geldbeutel, der um 5€ bzw. 8€ erleichtert wurde und langfristig Fettpolster, die deine Gesundheit beeinträchtigen. Sparsam zu sein bedeutet hier, die Selbstdisziplin zu lernen in der Woche ein ungesundes Fertiggericht weniger zu essen. Stattdessen kaufst du gesündere Zutaten ein, verbesserst deine Kochfähigkeiten, schläfst leichter ein, fühlst dich besser und sorgst für eine bessere Gesundheit für den Rest deines Lebens. Nur als Nebeneffekt hast du ebenfalls mehr Geld am Monatsende übrig, das direkt investiert und für dich arbeiten kann. Anstatt dich mit Freunden wie immer in der Bar zu treffen, warum nicht einmal zu dir einladen, dir aneignen wie man gute Cocktails/Snacks zubereitet und gemeinsam aktiv sein, Spaß haben und ganz nebenbei 15€ einsparen, die für dich arbeiten können. Das neue Designerregal kannst du dir kaufen oder du erweiterst deine handwerklichen Fähigkeiten und bringst dir bei wie du es selbst baust. Das bringt Spaß, neue Fähigkeiten, Unabhängigkeit und ganz nebenbei spart es dir meistens wertvolle, arbeitende Euros. Wenn man sich als Ziel setzt von 50% seines Einkommens zu leben und die anderen 50% zu sparen, macht ein sparsamer Mensch das nicht des Sparens willen, sondern eher aus dem Spieltrieb heraus, sich der Herausforderung zu stellen, wie er von 50% des Einkommens leben kann – ohne an Lebensfreude einzubüßen, versteht sich. Das regt an, kreativ zu sein, neue Dinge auszuprobieren und seine Komfortzone zu verlassen, was wiederum langfristig in einem zufriedeneren Leben resultiert. Wohingegen bei geizigen Menschen eine Angst dominiert, Geld zu verlieren oder irgendwann nicht mehr genug Geld zu haben ist dies bei sparsamen Menschen anders: Sparsame Menschen haben Lust neue Dinge zu probieren, Risiken einzugehen und werden mit größeren Erträgen belohnt.

Vorteil 4: Sparsamkeit bringt Entspannung
Wer sparsam ist und sich vor einem Kauf die Frage stellt, ob ihn das Produkt der Wahl langfristig glücklicher macht, merkt schnell, dass dies nur bei wenigen Dingen der Fall ist. Die Freude der meisten Konsumkäufe ist nur von kurzer Dauer. Hält ein Produkt der Abwägung von Kosten & Nutzen (langfristige Erhöhung der Lebensfreude) statt, wird es gekauft. Das führt insgesamt zu deutlich weniger Neuanschaffungen. Je weniger Dinge du um dich herum hast, desto weniger Chaos, Belastung spürst du und desto mehr Unabhängigkeit, Freiheit bekommst du. Liegt auf einem aufgeräumten Schreibtisch in der Mitte ein Brief, den es zu bearbeiten gilt, kannst du dich voll darauf
konzentrieren, gleich erledigen und dir steht keine Ablenkung im Weg. Liegt dieser Brief jedoch auf dem obersten Stapel eines chaotischen Schreibtisches mit einem Überfluss an zu erledigenden Post-It‘s, Krimskrams, zu bezahlenden Rechnungen und 20 verschiedenen Textmarkern, Kulis und teuren Füllfederhaltern, geht dies deutlich schwieriger. Wird neben den zwei Familienautos noch der kleine Stadtflitzer für die Frau angeschafft, heißt das abgesehen von den zusätzlichen Kosten auch zusätzliche Termine für Reparatur, Tanken, Versicherungspapierkram usw. Sparsam bei der Neuanschaffung oder durch Aussortieren alter Gegenstände zu sein führt immer auch zu mehr Entspannung und Freiheit.

Vorteil 5: Sparsamkeit führt zu mehr Freude
Sparsam zu sein führt auch dazu, mehr Dinge Wert zu schätzen. Eine der beeindruckendsten Fähigkeiten des Menschen ist es sich in kurzer Zeit an die Umgebung anzupassen. Wird ein Sportwagen gekauft, schnellt die Freude kurzfristig in die Höhe. Alles ist neu am Auto, jede Fahrt wird zum Abenteuer. Nach den ersten Monaten nimmt das Glücksgefühl beim Einsteigen schon ab und nach einem Jahr ist der Wagen zur Normalität geworden. Frei nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ muss der nächste Wagen her. Um die gleiche Freude zu erzeugen, sind nun immer mehr Euros notwendig und die Konsumspirale darf nie aufhören um das Niveau der Freude aufrechtzuerhalten. In einem Experiment befragten Forscher über mehrere Monate hinweg Menschen, deren Schicksal unterschiedlicher nicht hätte sein können. Gruppe 1 bestand aus Personen, die durch einen Unfall plötzlich querschnittsgelähmt wurden wohingegen Testpersonen der Gruppe 2 kürzlich im Lotto gewonnen hatten. Die ersten 3 Monate entwickelte sich die Stimmung beider Gruppen den Erwartungen entsprechend: Die Lottogewinner waren überglücklich, die verunglückten haderten mit ihrem Schicksal auf einmal nicht mehr laufen zu können. Das Unglaubliche jedoch war, das nach nicht einmal 6 Monaten das Glücksniveau beider Gruppen gleich hoch war. Beide hatten sich an die neue Situation gewöhnt. Als Beispiel das Leben des oft zitierten, fiktiven BWL-Justus: Zum Abitur hat er einen Sportwagen bekommen, lebt zum Studium in einer 90m² großen Eigentumswohnung in der Münchner Innenstadt und isst jeden 2. Tag im Restaurant, weil die monatlichen 3.000€ „Lebensunterhalt“ von den Eltern irgendwie an den Mann gebracht werden müssen. Dieses sorgenfrei scheinende Leben beneide ich jedoch keineswegs. Warum? BWL-Justus wird sich nach 3-6 Monaten an den Sportwagen, die Wohnung und das Restaurantessen gewöhnt haben. Ab dann wird das Glücksgefühl abnehmen, da er die Rahmenbedingungen als normal wahrnimmt. Stattdessen muss er sich ständig nach weiteren Steigerungen umschauen. Sein Kommilitone hingegen, der nicht mit so viel finanzieller Unterstützung von den Eltern „gesegnet“ ist, zieht zum Studienbeginn in ein 12m² großes Zimmer im Studentenheim (Beispiel Geldschnurrbart). Als erste eigene „Wohnung“ ist das bereits spannend, man lernt sich selbst zu versorgen und mehr als zum Lernen, schlafen und ausnüchtern wurde das Zimmer in den ersten Semestern sowieso nicht genutzt. Nach einigen Jahren folgt der Umzug in eine 2er WG, das Zimmer wächst auf 20m² und sogar ein Wohnzimmer ist nun nutzbar, was die nächste Ausschüttung von Glückshormonen bewirkt. Zum ersten Job wird in einer neuen Stadt eine eigene Wohnung gemietet – erneute Freude. All diese Freuden über kleine Verbesserungen bleiben BWL-Justus in seinem Lebensstil verwehrt.

Nach den Erläuterungen ein kurzer Blick auf die Anfangssituation – geschildert diesmal aus der Sicht von Spartacus Sparsam.

Das Leben von Spartacus Sparsam
Wo Gerd Geizig die Einladung ausschlug denkt sich Spartacus Sparsam, dass dieses Treffen sicher ein interessanter Austausch mit Gleichgesinnten wird. Zu Beginn gibt er direkt eine Runde Bier aus, weil er es toll findet, dass sie sich zusammengefunden haben. Im Gespräch ergibt sich, dass sein Tischnachbar ihn auch aufgrund der netten Geste sympathisch findet und bietet ihm an ihn einmal mit zu nehmen und ihm seine aktuellen Projekte zeigt. Durch dieses soziale Verhalten hatte Samuel nicht nur einen netten Abend, ein gutes Gefühl indem er Andere eingeladen hat, neue Freunde gewonnen sondern auch einen Auftrag an Land gezogen mit dem er an einem Tag verdiente, wofür Gerd Geizig ein Jahr braucht. Zum Treffen ist Spartacus Sparsam übrigens spaziert, denn neben den 2€ Ersparnis für den Bus war seine Hauptmotivation, während des Abendspaziergangs nach Immobilien Ausschau zu halten.

Fazit und Praxistest
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein erheblicher Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit besteht. Sinnvolles Sparen ist keine Einschränkung sondern die Entscheidung für eine ressourcensparende Lebensführung unter Beibehaltung der Glücksmaximierung als oberstes Lebensziel. Sparsamkeit fordert dich heraus kreativ zu werden, neue Fähigkeiten zu erlernen und bewusst zu leben. Warum also nicht direkt aktiv werden? Nimm dir für diese Woche eine Sache vor und setze sie direkt um!

Einige Praxisideen:

  • Anstatt bequem auf dem Weg zur Arbeit 10 min. in der U-Bahn zu sitzen kannst du dir auch sagen, einmal die Woche werde ich die 30 min. zur Arbeit spazieren. Hierdurch entspannst du unbewusst, atmest frische Luft, hast Bewegung und gleichzeitig sparst du dir auch noch das Ticket
  • Warum diesen Sommer nicht einmal die Herausforderung mit der Familie annehmen: Versuche doch einmal, deine Familie zu motivieren beim Picknick anstatt Plastikteller die eigenen mitzubringen und anschließend zu waschen. Einen leckeren Salat mit Kartoffelecken selbstgemacht als Ersatz für das Extrafleisch. Anstatt den 30 min. Jetski eine Kanutour über 3 Stunden mit Ruhe, Entspannung und körperlichem Training
  • Die Eltern für eine entspannte Fahrradtour zu überreden anstatt mit dem Auto zum Ziel zu fahren
  • Wählt ein näheres Ziel als Campingtrip, falls möglich
  • Nächstes Treffen mit Freunden statt in der Bar zu Hause bei dir und du begeisterst mit dem neu erlernten Cocktailrezept

Welche Idee hast du und konntest du Sie umsetzen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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