Aktienkultur – Anleger verschenken Milliarden

Trotz der Niedrigzinsphase hat sich an der Aktienkultur wenig geändert. Viele Anleger halten nach wie vor an Altbewährtem fest. So wird Geld beispielsweise auf einem Tagesgeld-, Festgeld- oder Sparkonto deponiert. Dabei gibt es eine Reihe deutlich rentablerer Anlageformen, zu denen insbesondere Aktien zählen. Alleine aufgrund der möglichen Dividenden und Kursgewinnen würde auf lange Sicht ein vernünftiges Investieren am Aktienmarkt für einen Teil des Vermögens Sinn machen. Als Leser des Geldschnurrbart-Blogs weißt du, dass ein Aktiendepot eröffnen in wenigen Minuten erledigt ist. Auch kennst du die Anfängerfehler, die an der Börse vermieden werden sollen. Warum investieren jedoch in Deutschland nicht noch mehr Menschen in Aktien?

Warum sind deutsche Anleger Aktien gegenüber so skeptisch?

Schaut man sich einmal in anderen Ländern Europas um, so werden Aktien von Anlegern dort deutlich mehr akzeptiert. Dies trifft beispielsweise für die skandinavischen Länder zu, aber auch in Südeuropa ist die Aktienquote teilweise deutlich höher als hierzulande.

Man muss also gar nicht über den großen Teich nach Amerika schauen, um Länder zu finden, in denen die Menschen deutlich öfter in Aktien investieren. Stellt sich die Frage, warum insbesondere deutsche Anleger so skeptisch gegenüber diesen Wertpapieren sind?

Ein Grund besteht sicherlich darin, dass es an Informationen mangelt oder Anleger von falschen Annahmen ausgehen. So gelten Aktien bei vielen Menschen als riskant, weil zum Beispiel in den Medien öfter von deutlichen Kursrückgängen an der Börse gesprochen wird.

Grundsätzlich sind Aktien natürlich mit einem nicht unerheblichen Risiko ausgestattet, denn im schlimmsten Fall können Anleger ihr gesamtes Kapital verlieren. Allerdings lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren, wenn man eine gute Auswahl vornimmt und vor allem langfristig investiert. Es gibt tatsächlich mehr Argumente für den Kauf von Aktien als dagegen sprechen würde. Da die Bundesbürger prinzipiell ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis haben, ist dies eine weitere Erklärung dafür, dass die Aktienquote hierzulande relativ gering ist.

Daher hier unsere 4 Punkte, die für Aktien sprechen.

Fakt 1: Aktien hatten in den letzten hundert Jahren eine Rendite zwischen 7-8 % p.a.

Bei Aktien von einer Rendite zu sprechen ist deshalb nicht ganz einfach, weil natürlich jedes einzelne Wertpapier eine andere Entwicklung nimmt. Trotzdem gibt es einige Untersuchungen, die zu der Erkenntnis kommen, dass sich global betrachtet und über einen längeren Zeitraum hinweg mit den Wertpapieren eine durchschnittliche Rendite von jährlich zwischen 7-8 Prozent.

Ein Blick auf den DAX bestätigt dies: Der Index ist im Jahre 1987 mit 1.000 Punkten gestartet und notiert aktuell bei rund 13.000 Punkten. Dies ist ein Wertzuwachs in Höhe von 1.300 Prozent in etwas mehr als 30 Jahren. Demzufolge konntest du mit DAX-Aktien eine jährliche Rendite von rund neun Prozent erzielen. Trotz mehrerer Finanzcrashs.

Natürlich gab es während dieser Zeit immer Phasen, in denen du auch mit den deutschen Standardwerten Verluste erlitten hättest. Daher ist es wichtig zu wissen, dass sich die Renditen auf einen langjährigen Anlagehorizont von in der Regel mindestens zehn Jahren beziehen. Dann jedoch gibt es kaum ein anderes Anlageprodukt, welches bei zumindest im Durchschnitt moderaterem Risiko eine solche Rendite bieten würde.

Fakt 2: Sicherheit steigt mit der Auswahl der Aktien und dem Anlagehorizont

Rendite kommt von Risiko. Klar, dass ein renditestarkes Investment in Aktien mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Bezüglich der Sicherheit von Aktien gibt es einige Faktoren, welche diese erhöhen oder reduzieren können. Dazu zählen insbesondere:

  1. Haltedauer / Anlagehorizont
  2. Einzalaktien oder ETF
  3. Aus welchem Land stammt die Aktiengesellschaft?
  4. Branche

Insbesondere die Auswahl der Aktien spielt eine große Rolle, wenn es um die langfristige Sicherheit geht. Wenn du deine Aktienauswahl auf Einzelaktien beschränkst, hast du ein höheres Risiko, als wenn du mit einem ETF-Sparplan auf den MSCI World Index auf mehrere tausend Unternehmen setzt. Auch kannst du durch die Wahl der Länder, die mit politischen Risiken verbunden sind, dein Risiko (möglicher maximaler Verlust aber auch möglicher maximaler Gewinn) beeinflussen.

Würdest du dich hingegen für ausländischen Nebenwerte entscheiden, sind zwar die Chancen auf überdurchschnittliche Renditen höher, dafür aber ebenso das Risiko. Du hast es also zu einem größeren Teil selbst in der Hand, die Sicherheit bei deinem Investment in Aktien zu erhöhen.

Fakt 3: Hohe Flexibilität und mögliche Verfügbarkeit als weitere Vorteile

Bei den meisten Anlegern sind es vor allem die folgenden vier Eigenschaften, die bei einer Kapitalanlage von Bedeutung sind:

  • Rendite
  • Risiko / Sicherheit
  • Flexibilität
  • Verfügbarkeit des Kapitals

Über die Rendite und die Sicherheit von Aktien haben wir in den vorherigen Abschnitten bereits besprochen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Flexibilität, die beim Aktien-Investment sehr groß ist. Du hast jederzeit die Möglichkeit, die entsprechenden Wertpapiere an der Börse zu kaufen und kannst die Bestände bei einigermaßen liquiden Aktienwerten auch jederzeit wieder verkaufen.

Allerdings solltest du einen Anlagezeitraum von mindestens 10 Jahren einplanen, ansonsten kann es sein, dass du das Geld benötigst, wenn gerade ein Börsencrash ist. Das wollen wir vermeiden.

Umschichtungen des Depots sind ebenfalls möglich wie das Sparen in Aktien mittels bestimmter Sparpläne. Somit ist die Flexibilität gegeben und ein weiterer Vorteil des Investments in Aktien.

Ebenfalls wichtig ist für viele Anleger, dass das angelegte Kapital möglichst zeitig oder im besten Fall sogar täglich verfügbar ist. Dies ist bei Aktien gegeben und es ist unter Umständen lediglich eine kleine Einschränkung zu beachten. Diese besteht darin, dass nicht alle Aktienwerte rund um den Globus täglich gehandelt werden. Für Standardwerte trifft dies zu, aber es gibt durchaus eine Reihe von Nebenwerten, bei denen es über Tage oder sogar Wochen hinweg an der entsprechenden Nachfrage mangelt.

Fakt 4: Aktien auch für regelmäßiges Sparen geeignet

Aktien sind nicht nur eine gute Alternative für eine einmalige Kapitalanlage, sondern seit geraumer Zeit ebenfalls schrittweisen Vermögensaufbau geeignet. Dazu bieten sowohl Banken als auch einige Broker sogenannte Aktiensparpläne an. In diesem Fall gibst du beispielsweise vor, Monat für Monat im Gegenwert von 200 Euro bestimmte Aktien zu erwerben. Der Aktien-Sparplan funktioniert damit genauso wie der Fondssparplan, nur dass eben in von dir ausgesuchte Aktien investiert wird.

Staatliche Förderung: Aktienkultur vom Staat wenig gefördert

Dass die Bundesbürger Aktien nach wie vor relativ kritisch gegenüberstehen, hat möglicherweise auch damit zu tun, dass es keine staatliche Förderungen gibt. Bei der Riester-Rente kannst du zwar Fonds- oder ETF-Sparpläne wählen, Aktiensparpläne hingegen werden nicht gefördert.

In diesem Bereich sind ebenfalls andere Länder schon deutlich weiter, denn beispielsweise in den Vereinigten Staaten oder auch Schweden nehmen Aktien sogar einen wichtigen Teil der staatlichen Altersvorsorge ein. 

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Skepsis vieler deutscher Anleger gegenüber Aktien nicht berechtigt ist. Die Wertpapiere zeigten im Durchschnitt trotz Krisen eine sehr gute Rendite und das Risiko lässt sich beeinflussen: Wir entscheiden, welchen TEIL unseres Vermögens wir investieren wollen und setzen dabei auf einen langen Anlagezeitraum. Insgesamt gibt es mehr Vor- als Nachteile, die mit einer möglichen Anlage in die Wertpapier verbunden sind.

Die Grundlagen des vernünftigen und langfristigen Investierens am Aktienmarkt sind nicht schwer zu verstehen. Nach vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten habe ich das Basiswissen, wie du innerhalb einer Woche sinnvoll in Aktien investieren kannst im eBook „Deine Finanzen in 7 Tagen“ zusammengefasst.

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Inhalt des Geldschnurrbart-Finanzkurses

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Modul 3: Die Finanzexcel: Die FINANZEXCEL – werde zum erfolgreichen Manager deiner Finanzen.

Modul 4: Grundlagen des Investierens: Das kleine 1×1 des langfristigen Investierens.

Modul 5: In was investieren – Anlageklasse: Kompakter Überblick: Eigenheim, die vermietete Wohnung, Aktien und mehr.

Modul 6: Grundlagen ETF: Beginnend bei typischen Anfängerfehlern hin zum Verständnis rund um den ETF.

Modul 7: Aktiendepot einrichten: Wie viel Geld wann, wo und in was investieren?

Modul 8: Auswahl ETF und Sparplan: Welche Kennzahlen sind wichtig und wie automatisiere ich meinen Vermögensaufbau?

Modul 9: Rebalancing, Crash und Steuer: Wie manage in mein Portfolio im Crash und am Jahresende (Rebalancing, Steuer)

Modul 10: Praxis: Zusatzeinkommen aufbauen: BONUS: Optimierung, Ideen und Praxisbeispiele für Zusatzeinkommen

Finanzkurs Geldschnurrbart

Was siehst du als Hauptgrund für die fehlende Aktienkultur in Deutschland? Bist du in Aktien investiert? Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren!

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