Schuldenfrei – So zahlte der Schweizer Jonas (27) 21.000 CHF Schulden in 2 Jahren ab

In Deutschland lag 2019 laut Statista die individuelle Schuldenhöhe von Privatleuten im Überschuldungsfall bei 29.000 Euro. Leser Jonas (27) aus Bern in der schönen Schweiz zeigt mit seiner motivierenden Lesergeschichte, wie er sich von seinem Schuldenberg in Höhe von 21.000 Schweizer Franken in 2 Jahren befreite. Wie es überhaupt zu den Schulden von Jonas kam, was es mit ihm gemacht hat und wie er heute schuldenfrei wurde, lest ihr hier.

Es ist hart, wenn einem im Leben das erste Mal richtig bewusst wird, dass man doch besser Geld gespart hätte, anstatt immer alles auszugeben. Und man den Schmerz, den man durch die entstandenen Schulden durchlebte, hätte vermeiden können. Hätte ich es damals besser gewusst, wäre vieles ganz anders gekommen…

Wer bin ich?

Ich arbeite zurzeit als Hauswart bei einem großen Versorgungsunternehmen im Kanton Bern. Meine Freizeit verbringe ich mit einem Sportklub oder an einem Fluss beim Fliegenfischen.  Mein Jährliches Gehalt liegt bei 70.000.- CHF. Bezüglich Sparquote bewege ich mich zwischen 20-25%, dies variiert jeweils in diesem Bereich. Das war jedoch nicht immer so!

Jonas (27) mag das Fliegenfischen – bis die Schulden kamen

Der folgende Text wurde bewusst emotional geschrieben, um meine damalige Gefühlslage bestmöglich zu widerspiegeln.

«Mal schauen für was das Geld alles reicht, und wenn nichts mehr da ist, warte ich bis wieder neues kommt.»

Jonas bis zum 27. Lebensjahr

Leben von der Hand in den Mund und ein böses Erwachen: Schulden

Bis zu meinem 27. Lebensjahr hatte ich nie viel übrig für Geld, geschweige denn, mir je groß Gedanken darüber gemacht. Frei nach dem Motto «mal schauen für was das Geld alles reicht, und wenn nichts mehr da ist, warte ich bis wieder neues kommt.»

Ich lebte von der Hand in den Mund – von Tag zu Tag, von Monat zu Monat. Dabei schob ich das Thema Geld stets etwas naiv in den Hintergrund.

Bis ich eines Tages, im Juli 2017, den Anruf bekam, der alles veränderte. Die Worte «Herr W., Sie schulden uns einen fünfstelligen Betrag» hallen noch heute in mir nach.

Im ersten Moment dachte ich, dass das unmöglich wahr sein kann. Bis es mir auf einmal dämmerte und die Bilder wie ein Film vor meinem inneren Auge abliefen.

In der Schweiz werden die Steuern nicht direkt dem Monatseinkommen abgezogen, sondern separat per Post in drei Teilrechnungen versendet. Ich hatte es also geschafft, einen dieser Umschläge ungeöffnet wegzuwerfen – er flog ziemlich gut.

Wie kam es zu den Schulden?

Nachdem das Gespräch beendet war, saß ich noch eine Weile regungslos/wie gelähmt/unter Schock sitzen. Es lief mir schaurig den Rücken hinunter. Ich habe es tatsächlich geschafft, drei komplette Steuerraten nicht zu zahlen und mir stattdessen ein schönes Leben mit Ferien und tollem Konsum zu gönnen.

Ich dachte, ich würde das schon packen und die Summe schön Monat für Monat zurückzahlen können. Doch, was so einfach klingt, sah in Realität komplett anders aus. Es schauderte mir, als ich mir die Frist ausrechnete, die ich benötigen würde, um die Steuerschulden begleichen zu können.

Die Zahl schockiert mich noch heute. Ganze zweieinhalb Jahre würde es dauern. Will heißen, keine Ferien mit der Partnerin, keine Hobbies, geschweige denn irgendwelche Anschaffungen machen. Plötzlich wurde mir die Größe meines Problems bewusst, und wie tief ich im Schlamassel stecke.

Mir graute es davor, dass ich künftig meinen Freunden stets eine Absage erteilen muss.

Wenn ich jetzt nicht schuldenfrei werden, dann nie

Nun gut, für jedes Problem gibt es bekanntlich auch eine Lösung. Doch, wie geht man vor, wenn man so gar keine Ahnung hat, wo und wie man anfangen soll?

Ich setzte mich Abend für Abend an meinen Schreibtisch und jedes Mal trieb es mich zur Weißglut, beim Gedanken an meine Situation. Es war regelrecht zum Verzweifeln. Ich war wie in einer Spirale, die mich immer tiefer zog. So verging wieder ein Monat, ohne dass ich etwas unternahm.

Eines Morgens saß ich im Zug und auf einmal realisierte ich, wenn ich das jetzt nicht packe, werde ich:

  1. …es ein Leben lang nicht schaffen und nach Lösungen suchen, die mich immer binden und beeinflussen werden.
  2. … ich immer und immer wieder schubweise daran erinnert, dass ich keine Disziplin habe und nicht mit Geld umgehen kann.
  3. … mir kein (finanziell) freies Leben oder gar eine Rente mit 40 aufbauen kann, um so selbstbestimmt zu leben, wie ich das möchte.

Mein Masterplan raus aus den Schulden

Die schmerzhafte Erkenntnis der Tragkraft dieser drei Kerngründe zwangen mich, eine Strategie zu erarbeiten, um mich von meinem Elend zu befreien.

1. Ich musste mir einen Überblick verschaffen.

Einen Überblick zu verschaffen war, alles andere als angenehm. Doch Zahlen lügen nicht.

Für die Übersicht meiner Finanzen verwende ich seit ein paar Jahren die Finanzexcel. Falls du noch auf der Suche bist, kannst du dir die Vorlage inklusive eBook zu Finanzgrundlagen hier sichern.

2. Ich brauchte Hilfe dabei.

Aufgrund der Höhe des Betrages wusste ich, dass ich Hilfe brauche. Ich stieß auf das Buch «Der Weg zur finanziellen Freiheit» von Bodo Schäfer. Anfangs fiel es mir schwer, dann aber wollte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

3. Ohne ein System geht sowieso nichts.

Ich stellte mir also einen Plan auf: Jeden Monat wollte ich 15 bis 20 Prozent von meinem Einkommen beiseite legen, bis ich die 21.000 CHF Schulden ausnahmslos zurückgezahlt habe. Mit dem System war mir möglich, nebst dem Zurückbezahlen der Schulden gleichzeitig sogar noch einen kleinen/gewissen Betrag zu sparen.

Ich bin überzeugt, ohne System wäre mir wohl beides nicht gelungen. Denn wenn man im «finsteren» Tunnel steckt, kann man schnell den Blick fürs Wesentliche verlieren und oftmals falsche Entscheidungen treffen, weil man so schnell wie möglich dort rauskommen will.

Das Wichtigste: Ich brauchte ein Ziel – Schuldenfrei sein

Mein Ziel war es, trotz den Umständen, so schnell wie möglich meine Schulden abzuarbeiten.

In zwei Jahren schuldenfrei zu sein war das Ziel, dem er alles unterordnete – temporär

Begonnen hatte eigentlich alles gut, aber zweieinhalb Jahre sind eine lange Zeit. Eine Zeit, in der sich alles nur ums Geld dreht und entsprechend jeden Lebensbereich stark beeinflusst. Eine Zeit, in der ich es in jeder Lebenslage zu spüren bekam, dass das Geld nicht reicht und ich auf so Vieles verzichten musste.

Ferien wurden für ein komplettes Jahr gestrichen. Ich wäre gerne mal mit meiner Partnerin essen gegangen. Doch ich hatte mir ein Ziel gesetzt und dieses wollte ich um jeden Preis erreichen. Es wäre Blödsinn gewesen, das Geld für ein Essen auszugeben. Sie hatte dafür großes Verständnis.

Nach etwa einem Jahr bat ich meine Partnerin und Eltern um Hilfe, ich hielt es fast nicht mehr aus, Monat für Monat dieselbe Frustration. Etliche «Jammer-Telefonate» mit meinen Eltern, alles nützte nichts, weil ich wusste, dass ich es selber schaffen muss und bekam dies von ihnen auch zur Antwort.

Heute bin ich ihnen unheimlich dankbar dafür und rechne es ihnen hoch an, dass sie trotz dieser Situation hart bleiben konnten. Im Endeffekt haben sie mir damit den größeren Gefallen getan und mir langfristig viel mehr geholfen, als wenn sie mir den kompletten Betrag vorgeschossen hätten. Mit neu gewonnener Motivation und Disziplin ging ich also in den Endspurt.

Geschafft! – Schuldenfrei, 21.000 CHF zurückbezahlt

Im Oktober 2019 war es geschafft. Ich hatte meine kompletten Schulden von 21’000.- Schweizer Franken abbezahlt. Als ich die letzten Raten und Schulden bezahlt hatte, bekam ich ein unheimliches Glücksgefühl und war unglaublich stolz auf mich, diese schwierige Zeit und den steinigen Weg gemeistert zu haben.

Fazit

Ich möchte alle damit sensibilisieren, das Geld einem zwar helfen kann und nichts Schlechtes, aber auch nicht das Wichtigste im Leben ist. Alle, die vielleicht in einer solchen oder ähnlichen Situation sind, wünsche ich viel Mut es anzupacken und das Ziel trotz Rückschlägen nicht aus den Augen zu verlieren. Nichts ist unmöglich, wenn man es wirklich will. Es ist einfach großartig, wenn man es schafft und sein Ziel erreicht.

An dieser Stelle sage ich Danke an Jonas für seine Offenheit und auch die Leistung und Disziplin, sich seines Problems zu stellen und für eine gewisse Zeit Entbehrungen in Kauf zu nehmen. Es hat sich bezahlt gemacht und bei weiterer Sparquote von 20% wird das Vermögen schon sehr bald erste Erträge abwerfen, anstatt Zinsen zu kosten.

Wie ist deine Meinung zum Thema Schulden? Möchtest du mehr Wissen rund um das Thema Schuldenabbau? Was sagst du zur Geschichte von Jonas? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Falls du selbst in einer ähnlichen Situation steckst oder sie überwunden hast und mit deiner Geschichte anderen Lesern Mut machen möchte, melde dich gerne bei mir unter info@geldschnurrbart.de.

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5 Gedanken zu „Schuldenfrei – So zahlte der Schweizer Jonas (27) 21.000 CHF Schulden in 2 Jahren ab“

  1. Danke, dass du Jonas‘ Geschichte mit uns geteilt hast bzw. dass Jonas seine Geschichte mit uns geteilt hat. Das ist eine Situation in der sich wahrscheinlich mehr junge Leute befinden als man glaubt. Umso wichtiger ist es das zu berichten und zu zeigen, dass diese missliche Lage nicht aussichtslos ist. Jonas hat daraus wahrscheinlich mehr fürs Leben gelernt als wenn er seit er 20 ist ein Top-Investor wäre. Glückwunsch an Jonas, dass er durchgezogen hat und für so eine tolle Partnerin, die das mit ihm durchgestanden hat. Wirklich ein tolles Beispiel auch wenn es nicht so toll angefangen hat, aber eine große Lehre für alle die diesen Beitrag lesen.

    Antworten
    • Hi Rina,

      danke für dein Feedback!
      Ja, weil Geld immer noch ein Tabu-Thema ist, viele Menschen aber in der Schuldenfalle stecken, sollten wir viel mehr über das Thema sprechen – nur so können wir uns verbessern. Geschichten, wie die von Jonas motivieren vielleicht den ein oder Anderen, seine Finanzen ebenfalls besser aufzustellen.

      Lg Florian

      Antworten
  2. Toller Artikel und tolle Geschichte. Ich bin auch der Meinung, das dieses Erlebnis auch als „Investment“ gesehen werden kann. Er bleibt auf jeden Fall Schuldenfrei und ist auf einem guten Weg in die finanzielle Freiheit!

    Antworten

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